Eishockey, DEL2 Neuzugang Guillaume Leclerc feiert einen Traum-Einstand

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Bietigheimer Senkrechtstarter: Der Franzose Guillaume Leclerc war am Sonntagabend beim 5:3-Heimerfolg der Steelers über Ravensburg der überragende Mann auf dem Eis. Hier attackiert der Stürmer den Kasten von Towerstars-Schlussmann Olafr Schmidt. ⇥ Foto: MARTIN KALB

Der französische Nationalspieler ist beim 5:3-Sieg gegen Ravensburg an allen fünf Steelers-Toren beteiligt. Mit ihm funktioniert auch das Powerplay wieder.

Das nennt man wohl einen Traumeinstand: Guillaume Leclerc hat den ersten DEL2-Doppelspieltag im Trikot der Bietigheim Steelers mit acht Scorerpunkten – drei Toren und fünf Vorlagen – abgeschlossen. Beim 5:3-Heimsieg am Sonntagabend gegen den Meister Ravensburg Towerstars zeigte der französische Nationalspieler und A-WM-Teilnehmer von 2018 seine internationale Klasse. Er war an allen fünf Bietigheimer Toren beteiligt und wurde auch als Spieler des Abends ausgezeichnet.

Fans bejubeln den neuen Star

Schon am Freitag beim 5:6 in Ravensburg nach Verlängerung hatte sich der 23-jährige Stürmer als eine Bereicherung für die Steelers-Offensive erwiesen und bei seinem Debüt auf Anhieb drei Scorerpunkte gesammelt. Mit den beiden Topleistungen hat sich Leclerc nachdrücklich für einen Kontrakt bis zum Saisonende empfohlen, denn eigentlich hat der am Dienstag zum Kader gestoßene 1,73-Meter-Mann bisher nur einen Probevertrag über vier Partien. Bei seiner Heimpremiere wurde er von den Fans jedenfalls schon einmal mit Sprechchören gefeiert. Keine Frage: Leclerc hat das Zeug zum Publikumsliebling. „Ich glaube, dass Guillaume hier Spaß hat und dass es ihm bei uns gefällt. Wenn er so weiterspielt, haben wir keine andere Wahl, als ihn zu behalten“, sagte Interimstrainer Marc St. Jean mit einem Schmunzeln, angesprochen auf die Zukunftsperspektive des Neuzugangs.

Mit Leclerc funktioniert nun auch das Bietigheimer Powerplay, das in den vergangenen Wochen noch ein Schwachpunkt war, wieder: Vier der fünf SCB-Treffer fielen am Sonntag in Überzahl – und jeweils war Leclerc auf dem Eis und unmittelbar beteiligt. Das Special Team mit ihm, Brett Breitkreuz, Matt McKnight, Freddy Cabana und Tim Schüle harmoniert bereits vorzüglich – nach nur vier gemeinsamen Trainingseinheiten keine Selbstverständlichkeit. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass die Oberschwaben ebenfalls zweimal im Powerplay zuschlugen. Somit resultierten sechs der insgesamt acht Tore aus Überzahl-Situationen.

Der erste Treffer fiel allerdings im Spiel fünf gegen fünf – für Ravensburg: Der finnische Towerstars-Verteidiger Matias Haaranen war in der vierten Minute mit einem Fernschuss erfolgreich. Nach einem Pfostenknaller von Leclerc (5.) glückte den Gastgebern im ersten Powerplay prompt der 1:1-Ausgleich: Cabana schob den Puck flach ins lange Eck (6.).

Torhüter Williams protestiert

Nach einem schönen Spielzug über Breitkreuz und Leclerc gelang Topscorer McKnight im Mitteldrittel die erstmalige Bietigheimer Führung (25.). Die war aber in der 32. Minute wieder hinfällig, als Jakub Svoboda ebenfalls in Überzahl zum 2:2 ausglich. Steelers-Torhüter Stephon Williams protestierte zwar heftig, doch nach der Video-Auswertung blieben die Hauptschiedsrichter Benjamin Hoppe und Sascha Westrich bei ihrer ursprünglichen Entscheidung: Tor. Die Beweisbilder zeigten, dass die Scheibe frei auf Williams’ Schoner gelegen hatte.

Die Steelers, die ohne die verletzten Max Prommersberger, Lukas Laub und Dennis Swinnen angetreten waren, ließen sich aber nicht beirren. Nachdem ein Geschoss von Tim Schüle in doppelter Überzahl das Ziel knapp verfehlt hatte und von der Bande zurückgeprallt war, staubte Leclerc eiskalt per Direktabnahme zum 3:2 ab (36.). Das Überzahltor des Ex-Bietigheimers Robin Just 50 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels bescherte Ravensburg noch ein letztes Mal einen Gleichstand.

Im finalen Durchgang machte das Team um Kapitän Nikolai Goc den Sack zu und die Revanche für die unglückliche Niederlage am Freitag perfekt. Erst passierte Schüles Schuss von der blauen Linie Freund und Feind und schlug zum 4:3 im Netz ein – Bietigheims Powerplay-Treffer Nummer vier (42). Für den letzten Höhepunkt sorgte Shootingstar Leclerc. Der  von McKnight mit einem feinen Steilpass freigespielte Franzose ließ Towerstars-Goalie Olafr Schmidt im Eins-gegen-eins-Duell keine Chance. „Guillaume ist ein sehr intelligenter Spieler und guter Allrounder, der sowohl Tore schießen als auch vorbereiten kann – und der auch keine Angst davor hat, in die Ecke und vors Tor zu gehen. Auch charakterlich ist er ein Topmensch“, sagte St. Jean über den herausragenden Akteur des Abends.

 
 
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