Eishockey DEL2 Pre-Playoffs Nur noch Siege zählen für die Steelers

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René Schoofs zieht zwischen Alexander Thiel und Max Schmidle ab. Im Hintergrund schaut Norman Hauner zu. Unter anderem auf die Erfahrung der beiden Routiniers setzt Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch im Pre-Playoff-Duell gegen Kaufbeuren. ⇥ Foto: Martin Kalb

Ab Freitagabend trifft das Team von Trainer Marc St. Jean in den Pre-Playoffs der DEL2 auf den ESV Kaufbeuren. Wer zuerst zwei Spiele gewinnt, zieht ins Viertelfinale ein.

Der König ist tot, es lebe der König, heißt ein aus Frankreich stammendes Sprichwort, das so viel bedeuten soll, dass es immer weitergeht. Auf das Eishockey gemünzt könnte man es umdeuten in „Die Saison ist um, es leben die Playoffs“. Ganz besonders gilt dies für die Bietigheim Steelers, die ab diesem Freitagabend (20 Uhr) zunächst in den Pre-Playoffs der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) gegen den ESV Kaufbeuren und dann möglichst noch im Viertel- oder sogar Halbfinale die bislang äußerst durchwachsene Saison vergessen machen wollen.

Erholung stand im Vordergrund

„Jetzt gilt es für uns. Jetzt können wir nicht mehr in andere Eisstadien schauen, was dort passiert. Jetzt gilt nur noch, was wir machen. Jetzt zählen nur noch Siege“, stellt Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch klar. Zuletzt in Kaufbeuren hatte das vor nicht einmal zwei Wochen allerdings nicht so gut geklappt. Bietigheim hatte nach dominantem erstem Drittel und 2:0-Führung noch mit 4:6 verloren. Schoch ist zuversichtlich, dass sich das nicht wiederholt, weil die Mannschaft nun voraussichtlich mit „voller Kapelle“ antreten könne. Trainer Marc St. Jean habe jedenfalls alles dafür getan, dass alle Kranken und Verletzten wieder zurückkehren können. „Wir haben beim letzten Spiel in Kassel sieben kranke Spieler zu Hause gelassen. Zudem hat Marc früh Kapitän Nikolai Goc rausgenommen, als klar war, dass es nichts bringt, ihn krank spielen zu lassen. Montags war dann wie immer kein Training, am Dienstag war es optional, sodass sich jeder auskurieren und erholen konnte“, berichtet der Geschäftsführer. Die Hoffnung ist deshalb groß, dass alle Spieler, bis auf den langzeitverletzten Verteidiger Tim Schüle, zum Start der Pre-Playoffs wieder fit sind – auch Lukas Laub, der zuletzt mit einer nicht näher definierten Oberkörperverletzung gefehlt hatte.

Dass es mit der Qualifikation fürs Viertelfinale klappt, dafür sprechen laut Schoch einige Punkte. „Wir haben in Kaufbeuren ja nicht schlecht gespielt, wir haben nur das Heft aus der Hand gegeben. Das wird uns hoffentlich nicht noch einmal passieren. Die Jungs wissen, um was es geht und wollen unbedingt zeigen, dass sie es können“, nennt der Ochsenbacher einen Punkt. Dazu käme, dass die Mannschaft gegen Heilbronn gezeigt habe, dass sie über die volle Spielzeit ein komplettes Spiel konzentriert durchziehen kann. Außerdem verweist Schoch darauf, dass in dieser DEL2-Saison jeder schon jeden geschlagen hat und die Steelers deshalb durchaus auch in der Lage seien, den Spieß umzudrehen. Aus diesem Grund gebe auch nicht so etwas wie einen Wunschgegner. „Die Geographie passt. Die Entfernung ist nicht zu weit und deshalb fährt am Sonntag auch ein Fanbus ins Allgäu“, zeigt sich der Steelers-Geschäftsführer dennoch mit dem Playoff-Konkurrenten durchaus zufrieden.

Dass die Mannschaft, die im Vergleich zum schon nicht besonders erfolgreichen Vorjahr deutlich verjüngt wurde, nicht über genügend Erfahrung und Cleverness verfügt, um sich im Hauen und Stechen der Playoffs durchzusetzen, sieht Schoch nicht. „Wir haben genügend Spieler, die mit uns oder anderen Teams schon etwas gewonnen und reichlich Playoff-Spiele auf dem Buckel haben“, erwidert er, und fügt an: „Ältere Spieler bringen durchaus mehr Sicherheit, aber eine Garantie ist das nicht.“

Starkes Torhüter-Duo

Ein wichtiger Punkt seien auch die Torhüter. Und da habe Cody Brenner mehrfach – zuletzt beim Derbysieg gegen Heilbronn – gezeigt, dass das Team sich auf ihn verlassen könne. „Wir sind im Tor gleichmäßig stark besetzt“, sagt deshalb Schoch. Kaufbeuren hatte da zuletzt eher ein wenig Probleme. Nach der Verletzung von Stefan Vajs hat der ESVK zwar den Steelers-Meistertorwart von 2018, Ilya Sharipov verpflichtet (die BZ berichtete), doch der kassierte in sechs Partien 26 Gegentore, war bislang also alles andere als meisterlich. Schoch sieht dennoch ein Pre-Playoff-Duell auf Augenhöhe, wobei er die Vorsilbe „Pre“ immer ganz bewusst weglässt. „Das sind Playoff-Spiele, in denen es nicht um Punkte, sondern einzig und allein um den Sieg fürs Weiterkommen geht.“

 
 
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