Eishockey, DEL2 Revanchegelüste lassen früh nach

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Der entscheidende Treffer am Dienstagabend: Eislöwen-Verteidiger Steve Hanusch überwindet Steelers-Torhüter Cody Brenner im Penaltyschießen und wird damit zum Dresdner Matchwinner. ⇥ Foto: Lutz Hentschel

Die Steelers verlieren auch das zweite DEL2-Duell in Dresden. Beim 3:4 nach Penaltyschießen zeigen sie im Auftaktdrittel viel Biss, ehe die Eislöwen aufdrehen und die Abwehrschwächen ausnutzen.

Die Bietigheim Steelers haben am Dienstagabend die offene Rechnung mit den Dresdner Eislöwen nur teilweise beglichen: Sie verloren die vorgezogene DEL2-Partie vom 45. Spieltag mit 3:4 nach Penaltyschießen, holten aber immerhin einen Punkt. Trainer Marc St. Jean hatte im Vorfeld auf eine Revanche für die bittere 5:7-Niederlage dreieinhalb Wochen zuvor an gleicher Stelle gehofft. Damals hatten seine Profis eine 4:1-Führung verspielt.

Im ersten Drittel waren die Revanchegelüste der Steelers noch stark ausgeprägt. Das Team aus dem Ellental, das mit Cody Brenner im Kasten antrat, gab vor den 1783 Zuschauern in der Energie- Verbund-Arena klar den Ton an. 17:9 lautete das Schussverhältnis zugunsten der Schwaben. Doch aus der Überlegenheit machten die Gäste nur einen Treffer: Nachdem der starke Eislöwen-Schlussmann Florian Proske einen Schuss von Norman Hauner mit dem Schoner abgewehrt hatte, staubte René Schoofs zum 1:0 ab (7.). Pech hatte außerdem Probespieler Guillaume Leclerc, der bereits in der Anfangsphase an der Latte scheiterte.

Beim ersten Gastspiel an der Elbe war den Steelers ein schwaches Schlussdrittel zum Verhängnis geworden. Diesmal verpatzten sie den zweiten Durchgang. Einerseits lud Bietigheim die Sachsen mit einer nachlässigen Defensivarbeit zum Toreschießen förmlich ein. Andererseits griffen die Schützlinge von Trainer Rico Rossi nun wesentlich zielstrebiger an. Die Folge: Der SCB büßte seinen Vorsprung ein.

Das 1:1 war noch entschuldbar: Der am kurzen Pfosten freistehende Mario Lamoureux vollendete in doppelter Dresdner Überzahl ins lange Eck (27.). In der 31. Minute gingen die Gäste zum zweiten und letzten Mal in Führung: Nach einer scharfen Hereingabe von Freddy Cabana prallte der Puck an das Hinterteil von Mark Ledlin, der mit dem Rücken zum Tor stand – und von dort zum 1:2 ins Netz. Für den Stürmer, der am Freitag 22 Jahre alt wird, war es der erste Treffer für Bietigheim bei seinem 20. Einsatz.

Zu offen und unaufmerksam waren die Steelers bei den Gegentoren zwei und drei. Beim 2:2 hatte Verteidiger Steve Hanusch freie Bahn– sein Schuss flog über Brenners Fanghand hinweg ins Gehäuse (34.). Und auch beim 3:2 der Eislöwen waren die Gäste viel zu weit weg von den Gegenspielern. Nutznießer war diesmal Dale Mitchell, der Brenner nach einem Rückpass von Jordan Knackstedt keine Abwehrchance ließ (39.). „Das Spiel ist Harakiri. Defensiv gibt’s nicht. Wir müssen cleverer spielen, sonst gibt’s ein Ergebnis wie 7:6“, legte Eric Stephan den Finger in die Wunde.

Nur Hanusch trifft einen Penalty

Doch die Befürchtung des SCB- Verteidigers, der später selbst den Pfosten traf, trat nicht ein. In der regulären Spielzeit fiel nur noch ein weiteres Tor. Neuzugang Leclerc machte in der 49. Minute deutlich, dass eine Begegnung ohne Scorerpunkt für ihn keine Option darstellt. Der französische Nationalspieler düste nach Lamoureux’ Puckverlust davon, verlud Proske mit einer Körpertäuschung und schob die Scheibe zum 3:3 in die Maschen (49.). Mit drei Strafzeiten brachten die Steelers sich danach in der Schlussphase selbst in Bedrängnis, doch sie retteten sich in die Verlängerung. Da dort kein Treffer fiel, ging’s ins Penaltyschießen – und dort war Dresden glücklicher. Proske vereitelte die Versuche von Leclerc, Benjamin Zientek und Hauner, während Hanusch den ersten Penalty versenkte und so letztlich zum Matchwinner der Eispiraten avancierte.

 
 
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