Eishockey, DEL2 Steelers gehen in die Offensive

Von
War bei der letzten Begegnung mit den Löwen Frankfurt beim 3:0 in der EgeTrans-Arena noch dabei, wird den Bietigheim Steelers aber noch mindestens bis Anfang Februar fehlen: Dennis Swinnen, der hier gegen Maximilian Faber versucht, Torhüter Jimmy Hertel die Sicht zu nehmen.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Vor der Partie in Frankfurt wenden sich die Bietigheimer in einem offenen Brief an ihre Fans. Sie erklären die aktuelle Situation und bitten um Verständnis.

Obwohl es in der aktuellen Saison eigentlich um nichts als einen Meistertitel auf dem Papier geht und erst zur kommenden Runde die Mannschaft mit dem dann wieder möglichen Aufstieg richtig gefragt ist, ist der Unmut im Fanlager der Bietigheim Steelers derzeit groß. Die stehen nach drei Niederlagen in Folge mit Rang neun auch so schlecht wie schon lange nicht mehr da. Allerdings ist die Tabelle in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) auch so eng wie schon lange nicht mehr, und Woche für Woche wird wieder unter Beweis gestellt, dass im Grunde jeder jeden schlagen kann. Für die Steelers käme es da ganz recht, wenn sie am Freitag (19.30 Uhr) ausgerechnet beim Vizemeister Löwen Frankfurt nach vier Niederlagen aus den vergangenen sechs Partien mal wieder voll punkten würden.

Nachdem immer wieder Gerüchte aufkamen, die Mannschaft könne nicht mit Trainer Marc St. Jean, sah sich das Team zu einem offenen Brief veranlasst (siehe Infokasten). „Es gibt sogar Spieler, die zu mir gesagt haben: ‚Wir müssen nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen die eigenen Fans spielen’“, berichtet Geschäftsführer Volker Schoch. Der Schritt, sich an die Anhänger zu wenden, war deshalb aus Sicht des Teams nachvollziehbar. Es ist wohl nicht die Chemie in der Kabine, wie einige im Umfeld meinen, sondern zwischen Mannschaft und den nach vielen erfolgreichen Jahren sehr anspruchsvollen Fans, die nicht stimmt. Zumindest aus Sicht der Spieler.

Die Aktion trifft in den sozialen Medien auf unterschiedliches Echo. Wobei der Großteil positiv kommentiert - sogar fernab von Bietigheim. „Klasse Statement. Denke, dass das auch mal notwendig ist. Vielleicht können das auch mal andere Teams reflektieren und duplizieren. Hut ab und viel Glück für die nächsten Spiele. Grüsse aus der Lausitz, denn wir leiden gerade genau wie ihr“, schrieb beispielsweise Facebook-Nutzerin Susann Lill. Es gibt aber auch eher kritische Stimmen, wie die von User Pat Kowalski. „Nicht nur reden. Machen ist die Devise!“, kommentierte er und erhielt dafür einige Likes.

Ob der offene Brief tatsächlich etwas bringt, dazu möchte sich Schoch erst einmal nicht äußern. „Ich würde mir für die Jungs aber wünschen, dass sie am Freitag gewinnen.“ Er sagt aber auch: „In dieser Liga weiß man nicht, was in Frankfurt passiert. Jeder kann hier jeden schlagen.“ Ein positives Zeichen sei, dass Lukas Laub nach seiner Verletzung nicht nur wieder voll trainiert, sondern auch den Rückstand aufgeholt hat. Auch dass Marc St. Jean endlich eine normale Trainingswoche, erst die zweite in seiner Amtszeit, habe, in der er nun mit der Mannschaft richtig arbeiten, statt verwalten könne, sei natürlich ein Vorteil. Bei Norman Hauner ist ein Einsatz dagegen sehr fraglich. „Nach dem Pferdekuss wandert der Bluterguss einfach nicht ab. Der drückt aber auf die Nerven und verursacht Schmerzen“, erklärt der Steelers-Geschäftsführer.

 
 
- Anzeige -