Eishockey, DEL2 Steelers mit Pech und Unvermögen

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Verteidiger Tim Schüle war der Pechvogel der Steelers. Beim 1:1 kam er gerade von der Strafbank, vor dem 2:1 brach ihm der Schläger.⇥ Foto: Jan Simecek

Trotz weitgehend ausgeglichener Partie unterliegen die Bietigheim Steelers in der DEL2 beim EHC Freiburg mit 1:5.

„Da hat man schon kein Glück, und dann kommt noch Pech dazu“, lautet ein Fußballer-Bonmot des ehemaligen Bayern-Stürmers Jürgen „Kobra“ Wegmann. Die Bietigheim Steelers konnten bei der 1:5-Niederlage am 30. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) wahrlich ein Lied davon singen. Insgesamt traf das Team von Trainer Marc St. Jean im Breisgau sechsmal den Pfosten. Und vor dem vielleicht vorentscheidenden 2:1 brach Verteidiger Tim Schüle der Schläger, sodass er Torschütze Nick Pageau ziemlich wehrlos gegenüberstand.

Bei allem Pech auf Seiten der Steelers muss man den Freiburgern zugute halten, dass sie im Schlussdrittel wie ein echtes Spitzenteam agierten und keine einzige nennenswerte Chance liegen ließen. Auch in den 40 Minuten davor zeigten die Wölfe aus dem Breisgau, warum sie in dieser Saison bisher so gar nichts mit den Abstiegsrängen zu tun haben – ganz im Gegensatz zu den vergangenen Jahren. Allerdings hatten die Steelers da eigentlich die besseren Chancen, trafen aber fünfmal den Pfosten, unter anderem Matt McKnight in der 33. Minute bei komplett offenem Tor.

Überhaupt waren es die Ausländer, die an diesem Abend den Unterschied machten. Auf Freiburger Seite erzielten sie die ersten vier Tore, bei Bietigheim standen McKnight und Guillaume Leclerc beim 1:0-Führungstreffer zwar mit auf dem Eis, waren aber nicht unmittelbar beteiligt. Den Treffer erzielte Sturmpartner Brett Breitkreuz, der nach einem Schuss von Max Prommersberger abstaubte. Ausgerechnet in seinem ersten Spiel nach der Vertragsverlängerung bis zum Saisonende blieb Neuzugang Leclerc erstmals ohne Punkte.

So ein wenig zum Pechvogel avancierte an diesem Abend aber Verteidiger Schüle. Im ersten Drittel sah es schon fast so aus, als ob Bietigheim mit einer Führung in die Pause gehen würde. Zu ausgeglichen war das Spiel nach dem Führungstreffer, als dass ein weiteres Tor – egal auf welcher Seite – absehbar gewesen wäre. Doch knapp dreieinhalb Minuten vor der ersten Pause musste das Verteidiger-Eigengewächs auf die Strafbank. Und just in der Sekunde, als er wieder das Eis betrat, hielt Luke Pither seinen Schläger in einen scharfen Pass von Patrick Kurz, überwand damit den starken Schlussmann Stephon Williams.

Schüle bricht der Schläger

Im Mittelabschnitt brauchten die Steelers knapp fünf Minuten, um ins Spiel zu finden, hatten dann aber mit drei Pfostentreffern eindeutig die besseren Chancen. Nur ins Netz wollte der Puck einfach nicht. Das passierte dann erst in der 44. Minute. Allerdings spielten da inzwischen wieder die Gastgeber auf das Tor, das den Bietigheimern kein Glück gebracht hatte. Und es blieb irgendwie das verhexte Gehäuse aus Steelers-Sicht. Denn eigentlich war das St. Jean-Team im Angriff, hatte eine gute Schussgelegenheit durch Schüle. Dem brach dabei allerdings der Schläger. Er eilte noch mit zurück. Zwei Einschussmöglichkeiten konnten Williams und Co. noch vereiteln, doch beim dritten Mal stand Schüle ohne Schläger dem einschussbereiten Pageau gegenüber, der sich quasi unbedrängt nicht zweimal bitten ließ.

Zu diesem Zeitpunkt hätten die Steelers vielleicht noch einmal ins Spiel zurückfinden können, doch 110 Sekunden später liefen sie in einen Konter, den Pither mit seinem zweiten Treffer abschloss. Bietigheim drängte weiter, allerdings nun ohne wirklich zwingend zu sein. In der 53. Minute setzte man sich aber noch einmal richtig gefährlich im Freiburger Drittel fest, nur um wieder in einen Konter zu laufen. Cam Spiro brach über rechts durch, traf präzise in den langen Giebel. Wie um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, traf auch Leclerc in der 55. Minute noch den Pfosten, ehe Christian Billich mit einem technischen Schmankerl gut zwei Minuten vor Schluss für den Endstand sorgte.

 
 
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