Eishockey, DEL2 Steelers tun sich lange schwer

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In dieser Szene scheitert Frederik Cabana an Bayreuths Torhüter Brett Jaeger, doch das 2:0 durch den Franko-Kanadier löste bei den Steelers die Handbremse.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Nach der 2:4-Niederlage am Freitag in Bayreuth haben die Bietigheimer auch im Rückspiel lange Probleme mit dem Kellerkind der DEL2. Am Ende spielen sie aber befreit auf und gewinnen 5:0.

Etwas mehr als 40 Minuten lang war es äußerst schwer verdauliche Kost, die die Bietigheim Steelers und die Bayreuth Tigers am 42. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) den 3287 Zuschauern in der EgeTrans-Arena boten. Mit dem 2:0 löste sich aber bei den Gastgebern die Handbremse im Kopf und es wurde noch ein deutlicher 5:0-Sieg mit spektakulären Toren.

Nachdem das Team von Trainer Marc St. Jean am Freitag noch mit 2:4 in der Wagnerstadt verloren hatte, wurde diesmal von Beginn an deutlich, warum die Tigers zusammen mit den Eispiraten aus Crimmitschau das Tabellenende zieren. Im Laufe der 60 Minuten hatte Stephon Williams im Tor der Gastgeber nur wenige bange Minuten zu überstehen, und am Ende feierte er bereits seine fünfte Partie ohne Gegentor. Damit zog er in dieser Kategorie mit Freiburgs Ben Meisner an der Spitze dieser Kategorie gleich.

Die Partie entwickelte sich aber äußerst zäh, weil sich die Steelers über weite Strecken des ersten und zweiten Drittels an das Niveau der Oberfranken anpassten. Chancen entstanden meist durch Konter und nicht hundertprozentig aufmerksame Abwehrreihen. So scheiterten Bayreuths Tyler Gron (9.) und Michal Bartosch (20.) ebenso frei und aus kurzer Distanz wie auf der Gegenseite Guillaume Leclerc (11.), Brett Breitkreuz (12.) und binnen weniger Sekunden Alexander Preibisch, Frederik Cabana und noch einmal Leclerc (19.).

Erst das 1:0 durch Matt Mc­Knight (25.) war so etwas wie der Eisbrecher. Man merkte den Gastgebern an, dass nun etwas Druck von ihren Schultern abgefallen war. Mit mittlerweile sechs Punkten aus fünf Partie erwies sich Myles Fitzgerald, der nach dem Freitagspiel einen Vertrag bis zum Saisonende im Ellental unterschrieben hatte, beim Führungstreffer als echter Glücksgriff. Er setzte sich vehement an der rechten Bande durch, sah im Halbfeld seinen Sturmpartner völlig ungedeckt und der Steelers-Topscorer hämmerte das Zuspiel direkt in die Maschen.

Aber obwohl Bietigheim die Partie nun weitgehend kontrollierte, war es weiterhin eine zähe Angelegenheit. Wirklich gefährliche Szenen wurden sogar noch rarer als im ersten Durchgang. Mark Ledlin scheiterte mit einem vielleicht etwas überhastet abgegebenen Schuss nach einem Alleingang (31.), und Fitzgerald verpasste in einer der wenigen guten Powerplay-Szenen einen Querpass von Leclerc am langen Pfosten haarscharf (34.).

Steelers machen Druck

Erst mit dem 2:0 wurde es dann ein richtiges Eishockeyspiel. Dabei schien die Szene in der 44. Minute genauso zu enden, wie die von Fitzgerald verpasste Chance, als Cabana einen Querpass nicht erwischte. Doch der Franko-Kanadier mit deutschem Pass setzte nach, holte sich die Scheibe, drehte einen Kreis, und da ihn niemand angriff, vollstreckte er eiskalt neben den rechten Pfosten. Die Handbremse im Kopf war gelöst, und die Steelers spielten nun befreit auf und machten Druck. Das Überzahlspiel gelang trotzdem nicht – zumindest nicht so, wie man es sich normalerweise vorstellt. Doch als Drew Melanson nach einem bösen Check gegen den Kopf von Benjamin Zientek frühzeitig unter die Dusche musste, sah Benjamin Hüfner eine Lücke in der Bayreuther Deckung und schickte Norman Hauner mit einem Steilpass auf die Reise. Der ließ Brett Jaeger im Alleingang keine Chance (49.).

Die Vorentscheidung war gefallen, doch die Steelers noch nicht satt. Als drei Minuten später nur jeweils vier Spieler auf dem Eis standen, fing Breitkreuz an der eigenen blauen Linie einen Querpass ab und zog davon. Jaeger ließ sich auch noch täuschen und der bullige Stürmer musste die Scheibe nur noch ins offene Tor schieben. Den Schlusspunkt setzte 29 Sekunden vor dem Ende Zientek beinahe noch in Unterzahl. Die Strafbanktür war gerade für Max Prommersberger aufgegangen, als Zientek traf. Allerdings überprüften die Schiedsrichter das Tor noch einmal, weil er das innere Gestänge getroffen hatte und die Scheibe sofort wieder herausgesprungen war. Die Partie hätte sogar noch höher ausgehen können, denn zuvor in der 54. und 55. Minute trafen zunächst Hauner und dann McKnight jeweils den rechten Außenpfosten.

 
 
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