Eishockey „Jack Dugan kann den Goldhelm gerne haben“

Von Niklas Braiger
Ein Alleskönner mit dem Puck an der Kelle, eiskalt vor dem Tor und ein echter Teamplayer: Brett Kemp hat sich bei den Steelers nach einem schleppenden Saisonstart zum Torgaranten entwickelt. Foto: /Oliver Bürkle

Eishockey
 Brett Kemp gönnt seinem Sturmkollegen den Erfolg von ganzem Herzen. Dennoch ist der Kanadier gut in Form für den Saisonendspurt.

Neid ist nicht erkennbar bei den Bietigheim Steelers. Der DEL2-Aufsteiger aus dem Ellental spielt eine überraschend ruhige und stabile Saison – zumindest nach dem holprigen Start in die Runde –, steht auf Rang fünf und kann an diesem Wochenende auch rechnerisch endlich den Klassenerhalt klar machen. Mit einem Sieg an diesem Freitag (19.30 Uhr) würde der SCB gegen die Eispiraten Crimmitschau vor heimischer Kulisse den Ligaverbleib manifestieren.

Überragende Form von Kemp

Ein Grund dafür ist die Mentalität der Spieler. Auf dem Eis gönnt jeder Akteur in grün-weiß-blau dem Nebenmann das Tor oder die Vorlage. Gut zu sehen ist das bei Brett Kemp. Der Kanadier hatte einen schwierigen Start in die Spielzeit und stand von Trainer Alexander Dück immer wieder in der Kritik, hat sich aber inzwischen zum absoluten Torgaranten gemausert. 21 Scorerpunkte sammelte der Stürmer in den vergangenen 14 Spielen, darunter drei Hattricks gegen Crimmitschau, Ravensburg und am vergangenen Sonntag auch gegen Regensburg. „Brett hat sich sehr gut entwickelt. Wir haben am Anfang viele individuelle Meetings mit ihm gehabt wegen seiner Spielweise, aber er hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert und ist zu einem Schlüsselspieler geworden“ lobt Coach Alexander Dück den 25-Jährigen.

Deutliche Kampfansage

Auch Kemp selbst weiß, dass der Start in die Runde nicht gut lief – nach neun Spielen in Folge ohne Drei-Punkte-Sieg. Einen genauen Zeitpunkt, wann diese Kehrtwende passierte, gab es aber nicht. „Das war ein schleichender Prozess. Die ersten zehn Spiele waren grauenvoll, aber seitdem spielen wir gutes Hockey. Das zeigt einfach, wie gut wir spielen können“, erklärt der Nordamerikaner.

Kemp, für den die Steelers die erste Station in Deutschland sind, könnte den SCB aber nach der Saison bereits wieder verlassen. Heiße Gerüchte ranken sich um den Top-Stürmer. Eine Spur führt nach Düsseldorf zur DEG, noch will er aber nichts davon wissen und sich voll auf die Aufgabe mit den Ellentälern konzentrieren. Denn vorbei ist die Saison noch lange nicht: „Wir wollen endlich in die Playoffs“, macht Kemp deutlich. „Wir bauen noch an unserer Spielweise und wollen das perfektionieren, bevor wir in die Playoffs gehen.“ Zudem macht er eine klare Kampfansage: „Es ist egal, auf welcher Position wir in die Playoffs gehen. Wir können jeden Gegner schlagen.“

Duell um den Goldhelm

Und auch persönlich gibt es noch einen Titelkampf, in den sich Kemp dank seiner aktuellen Form hereingekämpft hat: Die Torjägerkrone. Im gesamten Liga-Vergleich hinkt der Kanadier zwar mit 51 Scorern hinter Spitzenreiter Max Newton (64) von den Krefeld Pinguinen her. Doch teamintern könnte er sich noch den prestigeträchtigen Goldhelm sichern. Aktuell trägt ihn Sturmpartner Jack Dugan mit 58 Punkten auf dem Kopf. Daran verschwendet Kemp aber ebenfalls keinen Gedanken. „Jack Dugan kann den Goldhelm gerne haben. Ich weiß, wie gut er ist. Er ist ein ganz besonderer Spieler.“

Dennoch könnte er mit einem guten Lauf in der Saisonschlussphase noch einmal Dugan den Titel streitig machen. An die Eispiraten Crimmitschau, die am Freitagabend in die Ege-Trans-Arena kommen, erinnert er sich sicher gerne. In den drei bisherigen Partien legte er drei Tore vor und traf ebenso oft selbst. Anders sieht es hingegen beim Gegner von Sonntag aus. Dann reist der SCB zu den Blue Devils nach Weiden. Zwei Mal blieb Kemp hier ohne eigenen Scorerpunkt, nur beim ersten Aufeinandertreffen reichte es für ein Tor und ein Assist. Generell dürfen die Steelers Weiden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Daheim gewann man zwar beide Partien verdient (6:1 und 3:1), auswärts gab es jedoch beim 1:4 in der Oberpfalz eine Pleite und gleichzeitig eine der schwächsten Saisonleistungen.

 
 
- Anzeige -