Eishockey Mit breiter Brust in die neue Saison

Von Manuel Schust
Mittendrin statt nur dabei: Schiedsrichter Tim Heffner (Zweiter von links) musste beim CHL-Spiel in Mannheim in Deckung gehen, nachdem Marc Michaelis (links) in seine Richtung schlitterte. Foto: /Ruffler/PIX-Sportfotos

Der Bietigheimer Eishockey-Schiedsrichter Tim Heffner hat erstmals eine Partie in der Champions Hockey League geleitet und will sich als Referee weiter etablieren.

Bald wird es wieder ernst in den Eishallen Deutschlands. Am Donnerstag startet die DEL in ihre neue Saison. Auch in der DEL2 beginnt am Freitag die Spielzeit 2026/2027. Mittendrin im Geschehen ist dann auch wieder Tim Heffner. Der Bietigheimer Schiedsrichter startet ins dritte und letzte Jahr eines Trainee-Programms, an dessen Ende junge Schiedsrichter dafür bereit sein sollen, regelmäßig Spiele in der DEL leiten zu können. Nach seinen ersten beiden Einsätzen im Eishockey-Oberhaus in der vergangenen Saison durfte der 29-Jährige jetzt auch erstmals ein Spiel in der Champions Hockey League (CHL) leiten.

Als Linienrichter war Heffner bereits zu einigen Einsätzen im höchsten Europapokal-Wettbewerb für Eishockeymannschaften gekommen. Am ersten September-Wochenende folgte sein Debüt als Hauptschiedsrichter in der CHL. Der frühere Spieler der Bietigheim Steelers leitete die Begegnung zwischen den Adlern Mannheim und dem schwedischen Landesmeister Skelleftea AIK. Vor 4410 Zuschauern in der SAP Arena siegten die Gäste mit 3:1.

„Ich war vorher bei einem Testspiel zwischen Memmingen und Deggendorf und das war dann natürlich schon ein ganz anderes Niveau in Mannheim“, schildert Heffner schmunzelnd. „Alles war an sich schneller, die Spieler sind körperlich viel robuster und die Teams agieren auch vom Spielverständnis her besser.“

Heffner setzt die Leitplanken

Mit der höheren Geschwindigkeit hatte Heffner keine Probleme. Die Unparteiischen waren direkt im ersten Abschnitt der Partie gefordert. „Das erste Drittel war ziemlich taff, weil die Mannheimer Spieler ständig gemeckert haben“, erklärt der Bietigheimer. Das Team von Trainer Dallas Eakins fand nicht so richtig in die Partie rein und versuchte, die Schweden durch Härte aus dem Konzept zu bringen. „Da mussten wir natürlich direkt eingreifen und entsprechend die Leitplanken setzen. Ab dem zweiten Drittel lief die Partie dann deutlich besser“, erklärt Heffner.

Gegen Ende des Spiels musste der Referee dann einmal heftig in Deckung gehen. Denn Mannheims Stürmer Marc Michaelis schlitterte nach einem Check direkt in Heffners Richtung. „Da habe ich einfach nur versucht, mich zu schützen und stabil zu bleiben. Wenn ein Spieler an der Bande in einen kracht, kann schnell etwas passieren, aber es war alles in Ordnung“, betont Heffner.

Insgesamt war der 29-Jährige mit seiner Leistung beim CHL-Debüt rundum zufrieden und nimmt aus dem Spiel in Mannheim viel mit. „So ein Einsatz in der Champions Hockey League gibt einem als Schiedsrichter viel Selbstvertrauen“, sagt er. „Wenn man dann in ein anderes Spiel geht, weiß man, dass man schon Champions League gepfiffen hat und das auch gut geklappt hat. Da kann man dann mit breiter Brust auflaufen.“

Für die kommende Saison ist Heffners Terminkalender bereits gut gefüllt und er ist in der ganzen Republik im Einsatz. In der ersten Einteilung wurde er direkt für drei DEL-Spiele nominiert und sieht sich damit auf dem richtigen Weg. Außerdem wird er bis Ende Oktober fünf Spiele in der DEL2 leiten und auch in der Oberliga und beim Nachwuchs pfeifen. Für weitere CHL-Einsätze wurde Heffner bislang nicht eingeteilt. Doch das könne sich auch schnell ändern.

„Mein Ziel für die kommende Saison ist es, noch mehr Spiele in der DEL und DEL2 leiten zu können als letztes Jahr“, sagt Heffner, der sich in Deutschlands Bel Etage etablieren will. Langfristig kann er sich auch gut vorstellen, als Profi-Schiedsrichter in der DEL zu arbeiten.

Neues Kommunikationssystem

Doch das ist genauso Zukunftsmusik, wie das Fernziel, bei den Olympischen Spielen als Hauptschiedsrichter dabei sein zu können. Erst einmal freut sich Heffner auf ein neues Kommunikationssystem, das ab der neuen Spielzeit in der DEL zum Einsatz kommen wird. Bislang hatten nur die beiden Hauptschiedsrichter via Funk Kontakt zueinander. Ab dieser Saison werden die Hauptschiedsrichter auch mit den Linienrichtern über das Headset kommunizieren können. „Das ist wirklich eine tolle Sache, weil man schneller und auf den Punkt sich austauschen und dann direkt Entscheidungen treffen kann“, sagt der frühere Linesman.

 
 
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