Nach langem Ringen ist es nun Wirklichkeit geworden. Die Heilbronner Falken haben Insolvenz angemeldet. Der Erzrivale der Bietigheim Steelers, der aktuell in der Eishockey-Oberliga spielt, ist über die Jahre mehr und mehr in eine finanzielle Schieflage geraten und steht nun vor dem Aus – bereits zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte. Schon im Dezember informierte der Verein die Fans, dass er sich in einer „kritischen Lage“ befinde, was den Anhängern sauer aufstieß und sie deshalb auch bei Heimspielen gegen die Vereinsführung protestierten. Wie genau es für den Klub nun weitergeht, ist noch unklar. Ein Statement der Falken-Vereinsführung steht noch aus.
Eishockey Mitgefühl für den Erzrivalen: Falken melden Insolvenz an
Die Bietigheim Steelers blicken ins wenige Kilometer entfernte Unterland. Dort stehen die ewigen Rivalen aus Heilbronn vor dem Aus.
Keine großen Sorgen beim SCB
Auch in Bietigheim blickt man sorgenvoll zum Nachbarn ins Unterland. „Es ist für den deutschen Eishockey schlecht und auch für uns als Nachbar ist es einfach schade“, sagt SCB-Geschäftsführer Gregor Rustige, der selbst zwar nicht unbedingt von rosigen Zeiten berichten kann, der Verein allerdings auch schon schlimmer da stand als zum jetzigen Zeitpunkt. „Wir versuchen alles im Hintergrund abzuarbeiten. Das heißt nicht, dass wir mit Geld um uns schmeißen. Wir müssen alles, was wir zusätzlich einnehmen sauber auslegen und planen.“
Auch sportlich gibt es für Rustige wenig zu beklagen. An diesem Freitag (19.30 Uhr) geht es gegen das abgeschlagene Schlusslicht ESV Kaufbeuren. Auf die Gäste aus Bayern hat der SCB aktuell bereits 30 Punkte und zehn Plätze Vorsprung. Trotz der Niederlage am vergangenen Sonntag gegen Krefeld stehen die Steelers weiterhin auf Rang vier, die beiden ärgsten Verfolger Ravensburg und Regensburg haben mit 61 Zählern jedoch genauso viel wie die Ellentäler. Bis Platz elf, dem ersten Playdown-Rang, sind es aber bereits zwölf Zähler Abstand.
Trotz der guten Ausgangslage ist das Ziel für Rustige weiterhin das gleiche wie vor der Saison: schnellstmöglich den Abstieg verhindern. „Wir sind zuversichtlich, dass wir frühzeitig die Playdowns vermeiden können“, sagt er und lobt das Team: „Die Jungs haben einen super Job gemacht über Weihnachten und auch zum Start des neuen Jahrs. Da haben sie teilweise mit einem wirklich kurzen Kader und nur zwei Importspielern spielen müssen.“
Inzwischen hat sich das Lazarett wieder etwas entspannt. Filip Reisnecker ist nach Oberkörperverletzung wieder zurück, auch Cole Fonstad komplettiert die erste Reihe wieder. Dafür fehlten mit Maximilian Söll und Tim Schüle zuletzt zwei Verteidiger, auch hinter Alex Dostie steht aus privaten Gründen aktuell ein Fragezeichen. Langfristig fehlen Brett Kemp und Benjamin Zientek.
