Eishockey: Tabellenführer zu Gast in Bietigheim-Bissingen Adler im Höhenflug

Von Claus Pfitzer
Matthias Plachta von den Adler Mannheim mit der Nummer 22 im Zweikampf mit Casey Bailey von den Iserlohn Roosters. ⇥ Foto: Jonas Brockmann/ Eibner-Pressefo via www.imago-images.de

Der DEL-Tabellenführer gastiert bei den Bietigheim Steelers, die mit einer ausverkauften EgeTrans-Arena rechnen. Die Gäste haben die letzten sechs Spiele gewonnen.

Beim Premierenauftritt der Mannheim Adler in einem Ligaspiel an diesem Freitag (19.30 Uhr) in Bietigheim-Bissingen erwarten die Steelers eine proppenvollen EgeTrans-Arena. Während sich die Gastgeber nach einem respektablen Einstieg in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) mit zuletzt vier Niederlagen in Folge und wenig überzeugenden Leistungen in einer Schwächephase befinden und den Abstiegsrängen bedrohlich nahe gekommen sind, schweben die Adler auf einem Höhenflug. Sechs Siege am Stück haben sie an die Tabellenspitze geführt.

Schon zweimal trafen die Adler und die Steelers in dieser Saison aufeinander. In einem Testspiel gewannen die Badener in Bietigheim-Bissingen mit 5:4 nach Penaltyschießen. Am 17. Oktober siegten sie im Ligaspiel vor rund 9000 Zuschauern daheim mit 6:2. Die 0:2-Niederlage der Steelers am Dienstag im Nachholspiel beim EC Red Bull München war das vierte Spiel in Folge ohne Punkte. Davor hatte das Team von Trainer Daniel Naud mit den Erfolgen in Krefeld (4:3), gegen Düsseldorf (5:2) und gegen Iserlohn (3:2) eine kleine Siegesserie hingelegt. Danach folgten aber vier Niederlagen in Mannheim (2:6), gegen Bremerhaven (3:10), in Straubing (1:4) und zuletzt in München, und das bei 22 Gegentoren. Personell wird sich gegenüber dem Auftritt in der bayerischen Landeshauptstadt wenig ändern, da Torhüter Sami Aikkollo und die Verteidiger Max Prommersberger und Guillaume Naud weiter fehlen.

Letzten Spiele gewonnen

Die Mannheimer haben stressige Wochen hinter sich, die sie mit Bravour gemeistert haben. Sportlich läuft es trotz aller Widrigkeiten nahezu optimal. In der Liga haben sie die letzten sechs Spiele allesamt gewonnen und zudem die K.o-Phase in der Champions League erreicht, in der sie im Achtelfinale Mitte November in Hin- und Rückspiel auf das schwedische Team von Frölunda Göteborg treffen. In der DEL haben sie nur zwei von 14 Partien verloren. Der Auftaktpleite in Augsburg folgten sechs siegreiche Begegnungen, die von einer weiteren Niederlage bei den Iserlohn Roosters unterbrochen wurde, ehe sie erneut ein halbes Dutzend Mal als Sieger vom Eis gingen. Zuletzt gewannen sie in Krefeld mit 3:2, davor hatten sie in der heimischen SAP-Arena die Augsburg Panther mit 7:1 abgefertigt.

„Jeder erwartet, dass Mannheim immer hoch gewinnt, aber das passiert in dieser Liga nicht und uns ist es auch egal, ob wir 5:0 gewinnen oder knapp“, verwies Mannheims Trainer Pavel Groß nach dem knappen Erfolg in Krefeld auf die Stärke der DEL und dämpfte die nach dem Kantersieg gegen Augsburg aufgekommenen Erwartungen an klare Siege in Serie. Außerhalb des Eisovals haben die Adler ihre größten Probleme. Zuerst erwischte es einige Spieler mit einer Corona-Infektion, dann fehlten bis zu neun Spieler wegen Verletzungen, mittlerweile stehen noch fünf Cracks auf der Ausfallliste. Seit dem Augsburg-Spiel wieder dabei sind die länger fehlenden Mark Katic und der emotionale Leader David Wolf.

Breiter Kader

Kompensieren konnte Trainer Groß die personellen Probleme durch seinen breiten Kader, der auch in der Tiefe gut besetzt ist. Mit sechs Toren bester Schütze ist Borna Rendulic, die Statistik bei den Scorerpunkten führt Verteidiger Nigel Dawes an (13 Punkte), die meisten Vorlagen lieferte Jordan Szwarz (9).

Eine Corona-Welle hat einige Mannschaften in der DEL voll erwischt und den Spielplan durch die dadurch bedingten Ausfälle ziemlich durcheinandergebracht. Ab dem 1. November wird die Teststrategie verschärft, in dem genesene und geimpfte Spieler einmal pro Woche einen PCR-Test machen müssen, wenn sich ungeimpfte Personen im Kader oder im Betreuerteam befinden. Das betrifft die Bietigheim Steelers nicht, da alle Spieler und der Staff vollständig geimpft sind. Ein großes Problem liegt im engen Terminkalender mit den 60 Spieltagen. Im Februar macht die DEL wegen der Olympischen Winterspiele in Peking drei Wochen Pause, zudem wird der Spielbetrieb vom 8. bis 18. November wegen des Deutschland-Cups (11. bis 14. November) unterbrochen. Sollten weitere Spiele ausfallen, die dann nicht mehr ausgetragen werden können, soll beim Abschluss der Hauptrunde die Quotienten-Regelung zur Anwendung kommen, die dann über die Platzierungen entscheidet.

 
 
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