Energiesparen An der Burg gehen die Lichter aus

Von Christian Kempf
Bei der Beilsteiner Burg soll der Stromverbrauch reduziert werden. Foto: Archiv /Werner Kuhnle

Das Beilsteiner Wahrzeichen wird nur noch am Wochenende beleuchtet. Auch andere Kommunen machen sich über solche Einsparmöglichkeiten Gedanken.

Muss der Wecker tagsüber am Netz hängen? Braucht man abends, wenn Freunde zu Besuch sind, tatsächlich eine Festbeleuchtung? Oder reicht vielleicht ein gedimmtes Licht? Fragen, die sich viele Familien angesichts der Energiekrise dieser Tage zunehmend stellen. Doch auch bei den Kommunen zermartert man sich den Kopf, wie der Stromverbrauch und damit Kosten reduziert werden könnten.

Rathaus bleibt dunkel

So hat die Stadt Beilstein nun beschlossen, sich von einer lieb gewonnenen Tradition zu verabschieden: Die Beleuchtung an der Burg wird reduziert, das schmucke Gebäude soll abends nur noch am Wochenende, also freitags, samstags und sonntags angestrahlt werden. Doch damit nicht genug. Das Rathaus wird fortan überhaupt nicht mehr illuminiert. Zahlreiche Meldungen und Hinweise aus der Bevölkerung hätten die Stadt bestärkt, diesen Schritt zu gehen, erklärt die Verwaltung. „Weitere Maßnahmen werden in den nächsten Wochen von Stadtverwaltung und Gemeinderat geprüft, beraten und gegeneinander abgewogen werden“, heißt es weiter in der Mitteilung. Einsparungen bedeuteten für jedermann Verzicht „etwa auf manche Gewohnheiten, Bräuche oder gar Schmuckwerk und Komfort“. Angesichts der politischen und weltwirtschaftlichen Lage sei es jedoch erforderlich, „Ausgaben für Strom und Energie zu reduzieren sowie Sparmaßnahmen zu ergreifen“.

Beleuchtungsverbot in Ludwigsburg

Die Zeichen der Zeit scheint man auch in Ludwigsburg erkannt zu haben. Bereits im Frühjahr sei ein Beleuchtungsverbot für Gebäude der Stadtverwaltung umgesetzt worden, berichtet Pressesprecherin Karin Brühl. Konkret bedeute das, dass die Außenbeleuchtung bei diesen Liegenschaften in der Dunkelheit nur noch dort aktiv sei, wo bestimmte Sicherheitsanforderungen gelten, zum Beispiel bei Fluchtwegen. „Aktuell prüfen wir, wie diese Maßnahmen noch ausgedehnt werden können, und setzen schnell und konsequent die erforderlichen Schritte um“, erklärt Brühl.

Arbeitspapier in der Mache

Auch die Verantwortlichen im Kornwestheimer Rathaus stecken momentan die Köpfe zusammen und überlegen, an welchen Stellschrauben man in Sachen Beleuchtung drehen könnte. Die Stadtverwaltung „arbeitet aktuell ein Arbeitspapier ,Szenarien Gasmangellage’ aus. In diesem Zusammenhang wird die Thematik diskutiert“, berichtet Pressesprecherin Sandra Hennig.

Noch keine Beschlüsse gefasst

Was Bietigheim-Bissingen anbelangt, beteuert die dortige Pressesprecherin Anette Hochmuth, dass die Beleuchtung schon lange sehr gezielt auf wenige Gebäude ausgerichtet und mit LEDs darüber hinaus stromsparend bestückt sei. „Derzeit wurden noch keine Beschlüsse gefasst, die die Abschaltung der verbliebenen Beleuchtungen vorsehen“, ergänzt sie.

Beleuchtung am Rathaus wird geprüft

Dagegen wäre es gut möglich, dass sich in Remseck der Stromzähler bald weniger schnell dreht. Aktuell werde geprüft, ob sich die nächtliche Beleuchtung des Rathauses abschalten lässt, erklärt Pressesprecher Philipp Weber. Darüber mache man sich Gedanken, obwohl auf dem Dach des Verwaltungssitzes wie auf vielen anderen kommunalen Immobilien eine Photovoltaikanlage installiert sei, über die der Strom für das Licht generiert werde. Ganz allgemein gesprochen bemühe sich die Stadt Remseck bereits seit mehreren Jahren darum, die Beleuchtung effizienter zu machen. So würden zum Beispiel sukzessive alle Straßenlaternen mit LED ausgestattet. Außerdem gebe es ganze Straßenzüge mit sogenannter intelligenter Straßenbeleuchtung, die nur dann heller wird, wenn sich jemand nähert. Überdies illuminiere die Kommune nachts kaum eigene Gebäude, konstatiert Weber.

 
 
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