Erfolg bei Jugend forscht? Mit Spannung auf dem Weg nach Lübeck

Von Michael Soltys
Jonathan Freiwald, Florian Papsdorf und Jonas Nothhelfer vom Friedrich-List-Gymnasium in Asperg überzeugten mit ihrer Recycling-Apparatur.⇥ Foto: Friedrich-List-Gymnasium

Drei Gymnasiasten aus Asperg hoffen auf Erfolg beim Wettbewerb auf Bundesebene.

Es sind spannende Tage, die Jonathan Freiwald, Florian Papsdorf und Jonas Nothhelfer derzeit in Lübeck verbringen. Dort findet seit Donnerstag das Gipfeltreffen der besten jungen Forscher aus Deutschland statt. Und zu denen gehören die drei Schüler des Asperger Friedrich-List-Gymnasiums, nachdem sie Anfang April den Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ gewonnen haben und damit automatisch am Wettbewerb um den Sieg auf Bundesebene mitmischen.

„Keine Ahnung, wo wir am Ende landen“, sagte Jonas Nothhelfer vor der Abreise nach Lübeck im Gespräch mit der BZ. Ob unter „ferner liefen“ oder auf einem der vorderen Platze: „Ich kann das nicht verorten.“ Schließlich sei die Konkurrenz noch einmal deutlich größer als beim Landeswettbewerb.

Der große Unterschied: Während der Landeswettbewerb über das Internet ausgetragen wurde, werden die Teilnehmer des Bundeswettbewerbs sich in Lübeck in einer Halle treffen. Jonas Nothhelfer freut sich darauf: „Das ist deutlich besser, die anderen nicht nur auf dem Bildschirm zu sehen“, sagte er. „Man kommt beser ins Gespräch miteinander.“

Rettung von Ressourcen

Das Gerät, mit dem Nothhelfer und seine beiden Mitstreiter in Lübeck auf den Erfolg hoffen, dient dem Recycling von OP-Masken. „In ihnen stecken viele Ressourcen“, sagt Nothhelfer, an erster Stelle Polypropylen. Nothhelfer, Papsdorf und Freiwald haben eine Apparatur entwickelt, mit denen dieser Stoff aufbereitet werden kann. Dadurch entsteht ein Filament, das sich beispielsweise in modernen 3D-Druckern wiederverwenden lässt.

Die Apparatur, den Extruder, „haben wir mit einfachen Mitteln gebaut“, erläutert Nothhelfer. Maßgeblicher Treiber für die Ausarbeitung der Idee war ausgerechnet die Corona-Pandemie. Ihrer Beobachtung machten die weggeworfenen Masken einen großen Teil des Restmülls aus. Das wollten sie ändern.

Die drei Schüler kannten sich vom gemeinsamen Besuch einiger Kurse auf dem Gymnasium. Oft trafen sie sich in der Mittagspause, um ihre Idee zu besprechen, später, als der Wettbewerb vor der Tür stand, tüftelten sie ein- bis zweimal die Woche an der Apparatur. Die Schule stellte Materialien bereit. Am wichtigsten sei der 3D-Drucker gewesen, „ohne den es nicht möglich gewesen wäre“.

Wie die Jury ihre Apparatur bewertet, erfahren Nothhelfer, Papsdorf und Freiwald am Sonntag, wenn die Sieger bekannt gegeben werden. In Lübeck stellen immerhin 168 junge Forscher 108 Projekte vor.

 
 
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