Erlebniswohnzentrum in Bietigheim-Bissingen Hofmeister stellt sich nach Brand neu auf

Von Heidi Vogelhuber
Möbelhaus-Inhaber Frank Hofmeister ist zufrieden mit dem Umbau des „Trendy“-Gebäudes. Schritt für Schritt soll ab Ende des Jahres auch das andere Gebäude bis 2024 saniert werden. Foto: Martin Kalb

Hofmeisters „Trendy“ behält zwar seinen Namen, wurde jedoch umgebaut. Auch Markenartikel sind nun dort zu finden. Das Brand-Gebäude wird teilweise 2023 wiedereröffnet und ebenfalls umgestaltet. 

„Nach dem Brand am 6. März hat sich die Frage gestellt, wie wir weitermachen“, erklärt Frank Hofmeister, Inhaber des gleichnamigen Erlebnis-Wohnzentrums, das seinen Stammsitz in Bietigheim-Bissingen hat. Voll ist es am Dienstagvormittag im Bietigheimer Möbelhaus. Denn zahlreiche Journalisten scharen sich um den Möbelhaus-Chef und lassen sich durch das Gebäude, das ehemals als „Trendy“ bekannt war, führen.

Name bleibt, Konzept ist neu

Der Name bleibt dem Gebäude erhalten, jedoch wurde in den Innenausbau investiert und auch das Sortiment hat sich gewandelt. „Zuvor war das hier der Discount-Markt, eine Rabatthölle mit aalglatten Böden wie man sie aus Discountern kennt“, beschreibt Frank Hofmeister. Nun schaut man auf dekorative Teppiche, die weißen Decken von 1995 sind dunkelblau gestrichen worden, teilweise wurden Holzbalken angebracht, um ein warmes Ambiente zu verströmen. Denn „der Discounter wurde zusammengestrichen. Es gibt noch einzelne Artikel als Preiseinstieg“, erklärt der Möbelhaus-Chef. Was neu ist: In diesem Gebäude werden nun auch höherpreisige Markenmöbel angeboten.

Der Grund ist klar: Am 6. März wurde das zweite Gebäude durch einen Brand, der in der Abteilung mit Schlafzimmer-Möbeln und Matratzen ausgebrochen war, stark beschädigt. 25 000 Quadratmeter umfasste das andere Gebäude. „Es waren tatsächlich ‚nur’ 1000 Quadratmeter, die gebrannt haben“, sagt Hofmeister. Der große Schaden gehe auch nicht vom Brand aus, sondern von den Wassermassen sowie dem Ruß. „1,5 Meter hoch hat sich das Wasser im UG auf 6000 Quadratmetern gesammelt“, erinnert sich Hofmeister. Der Ruß wiederum habe sich über die Lüftungsanlage im ganzen Gebäude verteilt und alle Möbel unbrauchbar gemacht – zumindest für den Verkauf hier. Denn die Versicherung, die für den Schaden aufkommt, habe die Möbel abtransportiert und arbeite mit einer Firma zusammen, die diese zum Teil aufbereite und ins Ausland verkaufe.

Technischer Defekt ist Ursache

Zur Brandursache bleibt es nach gründlicher Untersuchung von Kriminalpolizei und Fachpersonal der Versicherung bei der ersten Vermutung, einem „technischen Defekt, vermutlich durch etwas Elektrisches ausgelöst“, erklärt Hofmeister auf Nachfrage.

Dass es aber trotz des Brandes und der anstrengenden Coronazeit weitergehe, das sei immer klar gewesen und daran habe nie ein Zweifel bestanden, versichert der Möbelhaus-Chef. Unmittelbar nach dem Brand habe die Planungs- und Vorbereitungsphase begonnen und vor zwölf Wochen starteten die Mitarbeiter den Umbau im „Trendy“-Gebäude, den sich das Unternehmen zwei Millionen Euro hat kosten lassen.

Doch auch auf das andere Gebäude müssen Kunden nicht mehr allzu lange warten, verrät Frank Hofmeister. „40 Prozent des Gebäudes, unter anderem das Atrium, der Eingangsbereich und der Übergang zum Mitnahmezentrum, sollen Anfang 2023 wieder öffnen.“ Der Ausbau beginne im vierten Quartal dieses Jahres. Auf die restliche Fläche müsse noch bis 2024 gewartet werden. „Dort wird alles erneuert. Alles wird total kernsaniert“, sagt der Möbel-Experte und zählt Leitungen, Estrich, Fenster auf, die erneuert werden müssen.

Sortiment wird hochwertiger

Auch dort soll sich das Sortiment nach der Wiedereröffnung verändern. Es soll hochwertiger und schicker werden, so der Firmenchef. „Wir wollen eine Schippe drauflegen.“

Natürlich betreffen die Lieferengpässe, ausgelöst durch Ukrainekrieg und die Nachwehen der Pandemie, auch das Wohnzentrum. Man müsse daher „kostenbewusst arbeiten.“ Im „Trendy“-Bereich hätten die Lieferengpässe nicht so sehr gegriffen, da dort nicht von Grund auf renoviert, sondern umgestaltet wurde. „Das Möbelhaus ist wie ein Bühnenbau“, erklärt Hofmeister, sonst wäre das auch nicht in zwölf Wochen zu machen gewesen. Es sei jedoch nicht ohne den unermüdlichen Einsatz seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gegangen, wird der Möbelhaus-Chef nicht müde zu betonen.

Auch wenn der Name „Trendy“ offiziell bleibt, habe sich unter der Belegschaft der Name „Möbelhaus für alle“ etabliert, sagt Hofmeister, dem der Kosename durchaus zuzusagen scheint, hat er ihn doch zum neuen Slogan ernannt. Bei der Tour durch das Haus ist er gut gelaunt. „Ist schön geworden“, sagt er selbst und zeigt besonders stolz auch den neuen Außenspielplatz für Kinder, den man schon vom Poststräßle aus sehen kann. „Das ist auch ein Vorteil für uns“, sagt er lachend und erklärt, dass ja schon samstagmorgens beim Frühstück für Eltern entschieden werde, wo es hingehe. Das sogenannte „Abenteuerland“ stehe sicherlich hoch im Kurs bei Kindern, die dort gut betreut würden.

„Die Sanierung nach dem Brand ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir haben jetzt den Zwischenschritt geschafft und legen den Fokus nun auf die ersten 40 Prozent des anderen Gebäudes“, fasst Hofmeister zusammen.

 
 
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