Erligheim/Bönnigheim Kein Häckselplatz mehr in Erligheim

Von Yannik Schuster
Der Erligheimer Häckselplatz wird nicht mehr weiterbetrieben. Die Gemeinde beteiligt sich am Häckselplatz in Bönnighem. Foto: /Martin Kalb

Eine mögliche Sanierung und Erweiterung des Erligheimer Häckselplatzes wird nicht weiterverfolgt. Stattdessen beteiligt sich die Gemeinde künftig an der Bönnigheimer Anlage. 

Der Erligheimer Häckselplatz ist Geschichte. In der Gemeinderatssitzung am 27. April beschlossen die Bürgervertreter eine Beteiligung am Bönnigheimer Platz – und zugleich ein Ende möglicher Sanierungsüberlegungen.

Der Häckselplatz in Erligheim ist bereits seit einigen Jahren geschlossen. Schon 2019 beriet der Gemeinderat über eine mögliche Zukunft der Anlage. So wurde im Februar 2020 ein Antrag auf Sanierung und Erweiterung des Häckselplatzes beim Landratsamt gestellt. Bis heute wurde dabei aufgrund offener Punkte keine Entscheidung getroffen. Das Gremium stand daher erneut vor der Frage: Soll weiter eine Sanierung angestrebt werden oder beteiligt man sich zukünftig wie die Gemeinde Freudental am Bönnigheimer Häckselplatz?

Hohe Sanierungskosten

Kämmerer Markus Klein erläuterte die Argumente, die aus Sicht der Verwaltung für eine Kooperation mit der Nachbargemeinde sprächen. Zum einen sei da der finanzielle Faktor: Die Gesamtkosten für eine mögliche Sanierung werden auf rund 300 000 Euro geschätzt. Bei einer Beteiligung am gemeinsamen Häckselplatz werden jedoch die Investitionskosten entsprechend der Einwohnerzahlen aufgeteilt, sodass unterm Strich Kosten von rund 40 000 Euro entstünden. Da im aktuellen Haushaltsplan 230 000 Euro für die Maßnahme veranschlagt wurde, biete sich hier die Möglichkeit, Einsparungen zu tätigen, die wiederum für andere Investitionen zur Verfügung stünden. Auch bei den Betriebskosten könne man mit Einsparungen rechnen, so Klein. Für den eigenen Platz beliefen sich diese vor der Schließung auf knapp 3600 Euro, bei der gemeinsamen Anlage werden diese auf rund 2000 Euro geschätzt.

Ein weiterer Punkt sei die Ungewissheit, die mit dem Sanierungsvorhaben einhergehe: Dafür wären diverse Anträge, Gutachten und Genehmigungen notwendig, deren Erteilung nicht garantiert werden könne. Eine Erweiterung und Sanierung würde aufgrund der Flächenversiegelung zudem einen vermeidbaren Eingriff in die Natur darstellen. Dann wäre da noch das Argument der Optik: Der jetzige Standort am Rande der Kirschengrundstücke und des Wanderparkplatzes sei optisch nicht vorteilhaft und passe nicht in die Umgebungslandschaft, so Klein. Mit der Aufgabe des Häckselplatzes käme zudem eine Entlastung des Bauhofs einher.

Der Standort des Bönnigheimer Häckselplatzes sei dabei auch kein Problem. Dieser liegt nahe an der Markungsgrenze und befindet sich lediglich 900 Meter vom bisherigen Erligheimer Häckselplatz entfernt.

Gemeinderat Gustav Schabinger (EB) sprach sich für den Erhalt des Erligheimer Häckselplatzes aus: „Wenn der Wald im Anschluss gerichtet werden muss, dann kommen auch wieder Kosten auf uns zu.“ Joachim Obert (FEW) bedauere das Ende des Häckselplatzes. Beim Gedanken an die Anträge und Gutachten, die für einen Weiterbetrieb erforderlich wären und die nötigen Investitionen sei eine Beteiligung am gemeinsamen Häckselplatz jedoch sinnvoll. „Ich habe das Gefühl, dass das Landratsamt dagegen ist, dass Erligheim einen eigenen Häckselplatz hat“, so der Stellvertreter des Bürgermeisters. Der Bönnigheimer Platz sei zudem super, daher sei das eine gute Entscheidung. Auch Steffen Walter (FEW) sprach sich für die Kooperation mit Bönnigheim und Freudental aus: „Eine Erligheimer Lösung ist finanziell und ökologisch nicht sinnvoll. Unser Häckselplatz war schon immer ein Schlammloch.“ Ralf Frank (FEW) erkundigte sich nach der Zukunft des Grascontainers. Bürgermeister Rainer Schäuffele erklärte, dieser solle künftig an der Hofener Straße zwischen zwei Aussiedlerhöfen abgestellt werden. Mit neun zu eins Stimmen beschloss das Gremium schließlich sich, mit Wirkung zum 1. Dezember 2022, am Bönnigheimer Häckselplatz zu beteiligen und den Antrag auf Betrieb des Erligheimer Platzes zurückzuziehen.

 
 
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