Erligheim Bürgermeister Schäuffele: „Es tut mir echt weh“

Von Jürgen Kunz
Was mit der Großen Scheune (rechts) passiert, ist im Augenblick völlig unklar. Foto: /Oliver Bürkle

Mit der Insolvenz der JaKo Baudenkmalpflege muss das städtebauliche Projekt „Grüner Baum/Große Scheune“ beerdigt werden. Die BZ hat im Rathaus nachgefragt.

Wir waren mutig, aber wir sind nicht belohnt worden“, resümiert Bürgermeister Rainer Schäuffele im Gespräch mit der BZ über das städtebauliche Projekt „Grüner Baum/Große Scheune“ in der Gemeinde Erligheim.

Die Hiobsbotschaft kam im Dezember: Anfang Dezember meldete die Firma JaKo Baudenkmalpflege Insolvenz an. Im Juli 2025 hatte das Landratsamt die Baugenehmigung für das ambitionierte Neubauprojekt auf dem Areal final erteilt. Drei Jahre zuvor hatte der Gemeinderat den Projektentwickler mit Sitz in Rot an der Rot mit der Sanierung des Areals beauftragt. Ziel war es, die ortsbildprägende, historische Bausubstanz – wie die „Große Scheune“ – zu erhalten und sinnvoll in ein modernes Nutzungskonzept zu integrieren. Gleichzeitig sollte neuer, barrierearmer Wohnraum geschaffen und die Aufenthaltsqualität im Zentrum signifikant gesteigert werden.

Keine Einigung mit JaKo

Das alles ist nun Makulatur. Inzwischen musste die Gemeinde eingreifen und das marode Dach des Gebäudes Löchgauer Straße 1 abreißen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Gemeinde ist weiterhin Eigentümer der Gebäude. Wie der Bürgermeister erklärt, sind von JaKo keine Gelder geflossen, allerdings seien Zinszahlungen in sechsstelliger Höhe aufgelaufen. „Es gab keine Einigung über die Rückabwicklung mit JaKo“, sagt Schäuffele.

Auch die aufgelaufenen Forderungen der Gemeinde Erligheim, die auch nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht geltend gemacht wurden, hätten dazu geführt, dass der bisher verbliebende Unternehmensteil nun auch Insolvenz anmelden musste. Die offene Fragen – wie etwa die Vormerkung im Grundbuch – müssen nun mit dem Insolvenzverwalter geklärt werden. „In der Raumschaft von Heilbronn bis Stuttgart“, betont der Bürgermeister, habe er Gespräche mit Projektentwicklern über das geplante städtebauliche Projekt geführt. Jetzt stehe noch eines mit einem Investor aus München an. Meist habe es die Rückmeldung gegeben, es sei zurzeit nicht umsetzbar. Gründe seien die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, vor allen Dingen aber immens gestiegenen Baukosten.

Neue Planung nötig

„Nach langer Zeit ist alles genehmigt gewesen. Das ist das eigentlich Traurige an der Sache“, betont Schäuffele: „Das tut mir echt weh.“ Jetzt müsse das Projekt komplett neu geplant werden, allerdings gebe es im Augenblick noch keine Überlegungen für eine schrittweise Umplanung. „Den Grünen Baum werden wir wohl erhalten können, von Neubauten müssen wir uns verabschieden“, so die Überlegungen des Bürgermeisters. Was mit den Gebäuden Löchgauer Straße 1 und 3 passiert, das müsse man mit dem Denkmalamt abklären.

Natürlich beschäftige sich der Gemeinderat ständig in nicht öffentlichen Sitzung mit dem Projekt und werde permanent von der Verwaltung informiert. Auch bei den jüngsten Gesprächen mit JaKo wurde Schäuffele von seinen beiden Stellvertretern begleitet. Klar sei aber auch, letztendlich müssten sich für eine Umsetzung des städtebaulichen Großprojekts alle Rahmenbedingungen grundsätzlich verbessern.

 
 
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