Nachdem im Sommer nach langer Prüfung endlich die Baugenehmigung für das Erligheimer Großprojekt Grüner Baum/Große Scheune erteilt worden war, sollte Anfang 2026 eigentlich der lang ersehnte Baubeginn erfolgen. Doch daraus wird erst einmal nichts. Denn das ausführende Unternehmen Jako Baudenkmalpflege aus Rot an der Rot ist insolvent.
Erligheim Großprojekt „Grüner Baum/Große Scheune“ steht auf der Kippe
Weil der Bauträger insolvent ist, steht die Zukunft des Areals wieder in den Sternen. Bürgermeister Schäuffele hofft, dass die Planungen noch gerettet werden können.
Weil der Vertragspartner der Gemeinde, eine Firma der gleichen Unternehmensgruppe, bisher nicht insolvent ist, wisse man noch nicht im Detail, wie es mit dem Projekt weitergeht, sagt Bürgermeister Rainer Schäuffele im Gespräch mit der BZ. Schon in der Vergangenheit habe es immer wieder Gerüchte um eine mögliche Insolvenz des Unternehmens gegeben, doch bis zuletzt hätten die Geschäftsführer auf einen Investor gehofft, so der Bürgermeister. Natürlich habe man postwendend einen Anwalt eingeschaltet und mit der Kommunalaufsicht Rücksprache gehalten, um die gemeindeeigenen Ansprüche geltend zu machen.
Bislang kein neuer Investor
Aus seiner Sicht ist allerdings klar: „Das ganze Projekt muss sich neue sortieren.“ Er hofft, die Planung für das Areal, wonach neben einer Reaktivierung der Gaststätte Grüner Baum auch ein umfangreiches Wohnquartier mit einer Tiefgarage und Gewerbeeinheiten entstehen sollte (die BZ berichtete mehrfach), irgendwie zu retten. Schließlich hätten alle Beteiligten – vom Gemeinderat bis zum zuständigen Ministerium – diese für gut befunden. Und der Bauträger habe immerhin rund zwei Millionen Euro dafür investiert. „Das wäre ein richtiges Vorzeigeprojekt geworden.“ Klar ist aber auch: Ein Investor, der sich bereit erklärt, all das zu übernehmen, stehe derzeit nicht bereit, so Schäuffele, der seine Fühler dahingehend bereits ausgestreckt habe.
Der angespannte Bausektor sei dabei ebenso wenig zuträglich, wie die gestiegenen Kosten. Anfangs mit 30 Millionen Euro veranschlagt, liege man aktuellen Schätzungen nach wohl eher bei 40 Millionen Euro für das Projekt im Erligheimer Ortskern. „Mein Gefühl sagt mit, das wird sehr, sehr schwierig werden.“
Man müsse das Projekt deshalb neu denken und eventuell in einzelne Abschnitte aufteilen, sagt Schäuffele. Interessenten für einzelne denkmalgeschützte Gebäude in dem Areal habe es in der Vergangenheit schließlich gegeben.
2,5 Millionen Euro nie erhalten
Ausschließen, dass die Insolvenz des Bauträgers das Ende für das „Jahrhundertprojekt“ der Gemeinde bedeutet, kann der Bürgermeister trotzdem nicht. Die Gemeinde könne definitiv nicht einspringen, angesichts eines Haushalts in Schieflage handele es sich um Summen, die eine Kommune der Größe von Erligheim niemals alleine bewältigen könnten.
Zumal nun wahrscheinlich weitere 2,5 Millionen an Erlösen für Grundstück und Gebäude fehlen werden. Denn das Geld habe man nie erhalten, die Gemeinde bleibt damit Eigentümerin und laut Bürgermeister Schäuffele immerhin handlungsfähig.
Kurzfristig habe man deshalb allerdings doch handeln müssen, denn Teile des Dachstuhls des mittleren Gebäudes drohen einzustürzen und müssen zurückgebaut werden. Die Beauftragung einer Verkehrssicherungsfirma hat die Gemeinde laut Schäuffele 20.000 Euro gekostet. Eine Förderung für die Maßnahme wird es aller Voraussicht nach auch nicht geben.
Größter Wunsch: ein Investor
„Mein größter Wunsch ist, dass sich ein Investor findet, der diese gute Planung und das Projekt übernimmt“, sagt der Bürgermeister. Der Bauträger Jako Baudenkmalpflege hat sich bis Redaktionsschluss nicht zum weiteren Vorgehen geäußert.
