Zu Fuß, mit Fahrrad, Auto oder Traktor – aus allen Richtungen kommend trafen an Fronleichnam die vergnügten Besucher an der Erwin-Vogt-Hütte, in der Nähe der Weinkanzel, ein. Hier, am Kirschenstückle, wie es von den Einheimischen liebevoll bezeichnet wird, bewirtete der historische Verein der „Schwarzen Jäger“ ihre Gäste mit Steaks, Würsten, vegetarischen Bratlingen und Camembert-Burgern.
Erligheim Lautstarker Salut zum Ehrentag
An der Erwin-Vogt-Hütte ging es mit den „Schwarzen Jägern“ an Fronleichnam rund.
„Früher hat das Fest jahrzehntelang im Bereich der Weinkanzel stattgefunden,“ erinnerte sich Siegfried Bähr, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Aber dann habe man es „vor drei Jahren an die Hütte verlegt“, um die aufwändigen Vorbereitungen einfacher und wetterunabhängiger gestalten zu können.
Die Geschichte hinter den Jägern
Ursprünglich waren die „Schwarzen Jäger“ in ihren grünen Uniformen, dem schwarzen Aufklapp und dem schwarzen Hut eine Art Sondereinheit gewesen, von Herzog Friedrich II. ins Leben berufen, berichtete der Schirrmeister Gunther Scheurlen. Mit Steinschlossgewehren ausgestattet war es ihnen 1799 gelungen, ohne eigene Verluste die einmarschierenden Franzosen aus Erligheim zu vertreiben. 200 Jahre später wurde der Verein, in Erinnerung an diese Geschehnisse, gegründet.
Heute jedoch kam weniger der geschichtliche Hintergrund zur Geltung, sondern vielmehr das Jäger-Bier, da eigens von der Familienbrauerei Hald hergestellt wird. Paul Happold aus Löchgau, dem dieses Bier zum ersten Mal durch die Kehle rann, erkannte schnell: „Das läuft runter wie g’schmiert“. Seine Frau Gisela bevorzugte das spritzige Rose-Weinschorle des Erligheimer Weinguts Bähr, von dem auch die anderen an diesem Tag angebotenen Weine stammten. Besucher aus Bönnigheim, Neckarwestheim und sogar aus den USA waren anzutreffen. Das nahezu 90-jährige Gründungsmitglied Hans Stark saß mit an den voll besetzten Tischen unter den Kirschenbäumen und lachte: „Ich bin zwar nicht als Schütze aktiv, aber trotzdem gerne hier.“
Um die Mittagszeit trug der Löchgauer Musikverein, diesmal unter der Leitung von Nadine Högler, zusätzlich zur gelösten Stimmung bei. Die vielen überraschend jungen Musiker spielten von „Mendocino“ über „Du kannst nicht immer 17 sein“ bis hin zu Songs von Eric Clapton.
Kirschenernte in vollem Gang
Währenddessen wurden in der Umgebung die leuchtend roten Kirschen geerntet und abgewogen. „Wenn der Trubel losgeht, werden die gleich hier verkauft“, freute sich Rainer Mahl auf den Verdienst. „Das Wetter ist optimal, nicht zu heiß, nicht zu kalt“, fanden die zahlreichen Wanderer, die teilweise ihre Hunde mit dabei hatten. Gerd Pfeiffer aus Brackenheim hatte sein Auto in Bönnigheim abgestellt und die Gelegenheit genutzt, die rebenbewachsene Anhöhe zur Weinkanzel zu erklimmen und den weiten Blick über Erligheim hinweg schweifen zu lassen.
Auch die Kleinen fühlen sich wohl
Die dreijährige Emma aus Freudental und ihr kleiner Bruder waren mit den Eltern auf dem Fahrrad hierhergekommen. Ihr mundete der Wurstweck genauso gut, wie Erligheims Bürgermeister Rainer Schäufele. Kinderlachen, strahlende Gesichter und gute Laune, wohin man blickte. Entspannung pur.
Als Höhepunkt fand das Böllerschießen statt, das als Salut für alle Geburtstagskinder gedacht war. Insbesondere dem Vereinsmitglied Noah Schneider wurde dabei gratuliert, der diesem Tag seinen 18. Geburtstag feierte. Glückwünsche, die je nach Windrichtung bis zu zwei Kilometer weit zu hören waren.
