Erligheim Schulverband vertagt Beschluss

Von Birgit Riecker
Die Grundschule Erligheim-Hofen. Foto: /Martin Kalb

Ob die Grundschule Erligheim-Hofen erweitert wird, konnte am Mittwochabend nicht entschieden werden.

Keine Einigung in Sicht: Soll das Untergeschoss des geplanten Anbaus an der Grundschule Erligheim-Hofen gestrichen werden? Die Vertreter des Schulverbands waren unterschiedlicher Meinung. Und da nach der Verbandssatzung, so Bürgermeister Rainer Schäuffele, die Gemeinden einhellig abstimmen müssen, wurde jetzt die Entscheidung in die jeweiligen Gemeinderäte verwiesen.

Es fehlt an finanziellen Mitteln

Ein Problem bei der Sache ist natürlich das liebe Geld, das fehlt. In der Vorplanung vom Februar 2024 ging Architektin Sonja Herrmann für die Erweiterung zur Ganztagsschule, für die Sanierung des Bestands, zur durchgehenden Zweizügigkeit und dem barrierefreien Umbau noch von Baukosten in Höhe von rund 5,3 Millionen Euro aus. Dafür beantragte der Schulverband Fördermittel aus dem Investitionsprogramm Ganztagsschule und nach der Schulbauförderrichtlinie. Gerechnet wurde damals mit Unterstützung von insgesamt rund 3,4 Millionen Euro.

Das Problem spitzte sich zu, als die Zusagen für die Fördermittel erst einmal ausblieben. Erst im August 2025 ging der erste Förderbescheid über 2,7 Millionen ein. Klar, dass sich der Baustart für die Erweiterung verzögerte und erneut geplant werden musste. Das Ergebnis war ernüchternd: Rund 30 Prozent Baukostensteigerungen musste Sonja Herrmann dem Gremium mitteilen. Die Kosten sind nun bei rund sieben Millionen Euro angelangt. Deshalb beschied die Schulverbandsversammlung im April 2026: Wir müssen einsparen. Dazu legte nun Sonja Herrmann zwei Vorschläge auf dem Tisch. Bei beiden wird auf das Untergeschoss im Anbau verzichtet. Je nach Variante könnten zwischen rund 610.000 Euro (Variante B) und rund 760.000 Euro (Variante A) eingespart werden.

Schulleiterin Birgit Dürrstein betonte, dass die Schule mit der ursprünglichen Planung „zufrieden“ gewesen sei. Aber angesichts der hohen Kosten könne sie auch bei der Planvariante B mitgehen. Dabei ist vorgesehen, die Technik und den Töpferraum ins erste Obergeschoss zu verlegen und mögliche Lagerräume in der bald leer stehenden Hausmeisterwohnung unterzubringen. Bereits im Vorfeld der Verbandsversammlung hatte sich der Elternbeirat nachdrücklich dagegen ausgesprochen und in einem Schreiben auf die „unverzichtbare Funktionsreserve und den pädagogischen Raum“ im Untergeschoss hingewiesen. Die Flächeneffizienz, den pädagogischen Mehrwert und die logistische Notwendigkeit sprächen dafür.

Investition in die Zukunft

Der Elternbeirat sprach sich dafür aus, zwischen „Bauen“ und „wertigem Investieren“ zu unterscheiden. Nachhaltig und qualitativ zu bauen sei eine Investition in die Zukunft der Kinder. Emotional äußerte sich Bönnigheims Vertreter Hans-Martin Jäger: Der Abbruch des erst 30 Jahre alten Anbaus, den er selbst mitentschieden habe, sei ein Fehler, den er nicht wiederholen möchte. Stattdessen sollte das künftige Gebäude 80 Jahre halten. Er appellierte an den Verbandsvorsitzenden bei der neuen Regierung „Einfluss auszuüben“ um weitere, höhere Zuschüsse zu bekommen. Weiter wies er darauf hin, dass sowohl Erligheim als auch Hofen neue Baugebiete ausweisen wollen. „Daher ist für mich Wohnraumvernichtung eine Sünde“, betonte er im Hinblick auf die Hausmeisterwohnung. Vehement plädierte er, die ursprüngliche Planung beizubehalten und nach anderen Einsparungen zu suchen.

Ralf Frank aus Erligheim stimmte ihm weitgehend zu: „Ein Schwabe braucht seinen Keller“, so sein Fazit. In diesem Dilemma blieb Rainer Schäuffele nur der Rückzug von seinem Antrag, die Variante B weiterzuverfolgen. In den jeweiligen Gemeinderäten sollen Entscheidungen fallen und dann eine gemeinsame Lösung gesucht werden.  

Birgit Riecker

 
 
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