Schnellangriff, Mastwurf, Wasser marsch – beim 25-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr in Erligheim schwirrten die Fachausdrücke über den Bolzplatz. Acht Teams mit jeweils sieben Mitgliedern der Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis traten am vergangenen Samstag im Wettbewerb gegeneinander an. Ausgestattet mit Latzhosen, Handschuhen, orangenen Helmen und stahlkappenbestückten Stiefeln zeigten die zehn- bis 17-jährigen Floriansjünger ihr Können bei sommerlichen Temperaturen.
Erligheim Zehn- bis 17-Jährige beweisen ihr Können
Die Freiwillige Feuerwehr Erligheim feierte mit einem Wettbewerb das 25-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr.
„Wir hatten mit unseren eigenen Jugendlichen einen Testlauf absolviert“, berichtete der Jugendwart Kai Philipp über den Staffellauf. Dabei sollte zunächst eine B-Leitung mit Verteiler ausgerollt werden, ehe eine C-Leitung mit Strahlrohr zusammen gekuppelt wurde. Anschließend galt es, eine etwa 20 Kilogramm schwere Übungspuppe rund zehn Meter weit zu ziehen. „Die Puppe ist mit alten Jeans gefüllt“, beschrieb der Jugendwart, „aber sie lässt sich gut schleifen.“ Beim Parcours zählte nicht nur die Zeit, sondern auch die erfolgten Fehler. „Wir haben die Regeln an das Leistungsabzeichen der Feuerwehr angelehnt“, erklärte Philipp. Deshalb wurde das Alter der Teilnehmer zusätzlich mitbewertet.
Jedes Team durfte drei Runden absolvieren
„Ihr dürft während des Wettkampfes nicht miteinander sprechen“, schärfte der Jugendbetreuer Levin Gries den Kontrahenten aus Besigheim, Bönnigheim, Freudental, Sersheim, Walheim und Erligheim ein, „sonst gibt es Abzug.“
Bei Station 4 sollte ein Tennisball auf einem C-Hohlstrahlrohr um Hindernisse balanciert werden. Danach wurden diverse Knoten verlangt.
Station 6 „fordert eine ruhige Hand“, wie Philipp zu denken gab, denn hier sollte ein Tennisball mit einem Wasserstrahl von einem Straßenhütchen gespült werden. Die Jugendlichen beherrschten diese Aufgabe perfekt. „Mit diesem Schlauch könnte man in einer Minute zwei Badewannen füllen“, erläuterte Philipp. „Da steckt Kraft dahinter.“
Bei der letzten Station hatte sich das jeweilige Team in der Mitte des Platzes zu ver-sammeln und einen abschließenden Funkspruch abzugeben – ein paar der wenigen Worte, die gesprochen werden durften.
Luca Ness aus Bönnigheim ärgerte sich nach dem ersten Durchgang über sich selbst: „Ich habe mit Ben so mitgefiebert, dass ich vergessen habe, in die Mitte zu gehen.“ Beim zweiten Durchgang passierte das niemandem mehr.
Zwei Stunden lang kämpften die Jugendlichen, angefeuert von den interessierten Zuschauern – darunter auch Einwohner des Kleeblattheims, die vom Rollstuhl aus das Geschehen verfolgten.
Die Spannung stieg, je näher die Siegerehrung rückte. Stille herrschte. „Jede Gruppe hat sich mit jeder Runde stetig verbessert“, eröffnete Kai Philipp seine Ansprache. Auf diese Weise hatte das Team aus Walheim einen stolzen dritten Platz errungen. Freudental erreichte den 2. Platz und Erligheims Gruppe II mit nur einer Sekunde Vorsprung den 1. Platz. Der aufbrandende Beifall, die Pokale und Medaillen waren wohlverdient.
Feuerwehrkommandant Jan Rothenburger, der selbst vor 25 Jahren der hiesigen Jugendfeuerwehr beigetreten war, lobte die Ernsthaftigkeit und Kameradschaft, die beim Wettkampf geherrscht hatte, und stellte das Logo der Jugendfeuerwehr vor, das speziell zu diesem Jubiläum entworfen worden war. Es prangte auf schwarzen T-Shirts, die jedem Mitglied der Erligheimer Jugendfeuerwehr überreicht wurden: Ein leuchtend roter Feuerteufel mit riesigen Augen, blauen Sneakers und einem breiten Grinsen, umrahmt von der Flamme 25, die er zu löschen hatte. Ein großes Schild mit diesem Motiv würde zudem in der Fahrzeughalle angebracht werden. „Bei der Jugendfeuerwehr zu sein und später dabei zu bleiben lohnt sich für das ganze Leben“, verhieß Rothenburger.
Bürgermeister Rainer Schäuffele, in Shorts, Käppi und dunkler Sonnenbrille resümierte: „Ihr seht, man kann es von der Jugendfeuerwehr bis zum Kommandanten schaffen.“ Corinna Müller
