Erligheim Zwei Dutzend Kandidaten auf zwei Listen werben um Stimmen

Von Jürgen Kunz
Aus zwölf Gemeinderäten setzt sich das Erligheimer Ortsparlament zusammen. Foto: /Oliver Bürkle

In der Gemeinde gibt es seit Jahrzehnten nur zwei Gemeinderatslisten: die Freie Erligheimer Wählergemeinschaft und die Erligheimer Bürger. 

Es ist in der rund 3000 Einwohner zählenden Gemeinde Erligheim eine Tradition, dass die Parteipolitik dem Gemeinderat fern bleibt. Jeweils sechs Gemeinderäte der Listen Freie Erligheimer Wählergemeinschaft und die Erligheimer Bürger bestimmten die Geschicke in der kleinen Weinbaugemeinde. So wird es nach dem 9. Juni auch ohne Parteien in der Erligheimer Kommunalpolitik weitergehen.

 „Es war schwierig, neue qualifizierte Kandidatinnen zu gewinnen“, bekennt Gustav Schabinger, langjähriger Gemeinderat sowie Sprecher und Vertrauensmann der Wählervereinigung Erligheimer Bürger. Nach seiner Einschätzung zeichnet sich die Kandidatenliste seiner Wählervereinigung „durch eine besondere Vielfalt an beruflichen Hintergründen und gleichzeitig durch ein starkes gemeinsames Engagement aus“. Alle sechs amtierenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäte kandidieren wieder. Sie sind zwischen fünf und 35 Jahren im Gremium.

Die Kandidatinnen und Kandidaten brächten vielfältige Erfahrungen aus unterschiedlichen Berufsfeldern mit ein. Schabinger: „Diese Vielfalt spiegelt die bunte Zusammensetzung der Erligheimer Bevölkerung wider und ermöglicht es, verschiedene Perspektiven und Bedürfnisse in die Ratsarbeit einzubringen.“

Neben ihren beruflichen Qualifikationen zeichnen sich viele Kandidaten durch ihr Engagement in Vereinen und Verbänden aus. Sie sind in der Feuerwehr, im Sportverein, in der Kulturarbeit oder in sozialen Projekten aktiv. Dieses ehrenamtliche Engagement zeige ihre Bereitschaft, so der Listensprecher, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.

Ungeachtet der unterschiedlichen Hintergründe eint die Kandidaten ein gemeinsames Ziel: Aktiv wollen sie sich für die Zukunft von Erligheim einsetzen. Sie möchten die Gemeinde mitgestalten und weiterentwickeln, die Lebensqualität für alle Bürger verbessern und die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam bewältigen. Die Kandidatenliste mit einer Altersspanne zwischen 23 und 73 Jahren zeige, dass es in Erligheim viele Menschen gibt, die sich mit ihrer Gemeinde identifizieren und sich aktiv für deren Wohl einsetzen möchten. Das Wahlziel formuliert Schabinger: „In Bezug auf das Wahlergebnis hoffen wir, wieder sechs Gemeinderatssitze zu erreichen, einer mehr wäre ein großer Erfolg.“

Auf der Liste Freie Erligheimer Wählergemeinschaft kandidieren der langjährige Gemeinderat Joachim Obert und seine Kollegin Ramona Stahl nicht mehr. „Wir sind eine freie Liste, dass heißt wir haben kein Parteiprogramm oder ähnliches“, betont Olaf Ohlhafer, der vorerst in Zusammenarbeit mit Joachim Obert die Aufgaben des Listensprechers übernimmt. So seien auch die Ziele und die Motivation der einzelnen Kandidaten recht vielfältig. Die reiche von einer hohen Lebensqualität und gleichberechtigten Miteinander der Generationen im Gemeindealltag über den Erhalt des dörflichen Charakters hin zu einer nachhaltigen und kostenbewussten Weiterentwicklung der Gemeinde.

Die Liste setzt sich aus vier Frauen und acht Männern zusammen. Die beruflichen und persönlichen Qualifikationen der Kandidaten sind weit gefächert, so sind die Berufsgruppen Gymnasiallehrerin, Maschinenbauingenieur, Installateur- und Heizungsbaumeister, selbstständiger Kaufmann, Personalreferentin, Notfallsanitäter in Ausbildung, Landwirt und Weingärtner, Ingenieur in Forschung und Vorausentwicklung, Handelsvertreter, Abteilungsleiterin der Ordnungsverwaltung, Studentin (Lehramt für Sonderpädagogik) und selbstständiger Unternehmer vertreten. Viele Kandidaten engagieren sich ehrenamtlich und sind fest im Erligheimer Vereins- und Gemeindeleben eingebunden. Die Kandidaten sind zwischen 23 und 56 Jahre alt.

„Wir haben vor über einem Jahr angefangen, engagierte Erligheimer als Kandidatinnen und Kandidaten für die Liste zu finden“, merkt Ohlhafer an. Es sei nicht immer einfach gewesen, aber es habe sich gelohnt. Erfreulich dabei sei, dass sich auch jüngere Kandidaten bereit erklären, sich in der Gemeinde zu engagieren und sich für eine nachhaltige Kommunalpolitik einsetzen wollen, so der Listensprecher.

 
 
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