Handball - SG BBM Bietigheim Versteckte Kameras bei TuS Metzingen

Von Sebastian Klaus
Nach Spielende der TusSies und Bietigheim gab es ein gemeinsames Bild. ⇥Foto: Eibner/Tobias Baur Foto: Eibner-Pressefoto

Vor dem Spiel gegen die SG BBM Bietigheim wurde auch die TuS Metzingen Opfer eines Voyeurismus-Skandals.

Am Mittwochabend hat die SG BBM Bietigheim das Bundesliga-Topspiel gegen die TuS Metzingen souverän mit 32:20 gewonnen. Dabei war es gar nicht selbstverständlich, dass die Heimmannschaft überhaupt angetreten ist, wie erst am Tag nach dem Spiel bekannt wurde. Doch nicht etwa Coronafälle im Team der Gastgeberinnen hätten einen Anpfiff beinahe verhindert, sondern ein handfester Voyeurismus-Skandal, der sich zu Beginn der Woche in der Metzinger Öschhalle ereignete.

Person aus dem Umfeld

„Spielerinnen der 1. Bundesligamannschaft der TuS Metzingen haben Anfang dieser Woche zwei Kameras im Umkleideraum der Öschhalle entdeckt“, teilte der Verein am Donnerstag mit. Die Polizei sei daraufhin vom Klub umgehend informiert worden. Innerhalb weniger Stunden wurde eine Person aus dem näheren Mannschaftsumfeld ermittelt, die unter dringendem Tatverdacht steht. „Diese widerliche Tat – zudem auch noch durch eine direkte Vertrauensperson –, ist einfach nur schockierend und hat uns alle sehr getroffen. Wir haben diesen Vorfall intensiv mit der Mannschaft besprochen und ich bin sehr beeindruckt, dass unsere Spielerinnen so stark zusammenhalten und gemeinsam beschlossen haben, das Spiel gegen Bietigheim zu bestreiten“, so Metzingens Manager Ferenc Rott in einer Stellungnahme.

Bereits vor einer Woche war ein ähnlicher Fall öffentlich gemacht worden. Bei einem Auswärtsspiel der SG BBM bei der HL Buchholz 08-Rosengarten im Herbst waren drei Kameras im Duschbereich gefunden worden.

Lob vom Handball-Verband

„Eine solche kriminelle Tat widerspricht allen Werten, die wir als HBF zusammen mit unseren Vereinen vertreten. Die TuS Metzingen hat schnell gehandelt und umgehend die Polizei informiert, so dass bereits ein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte. Der Verein kann sich der vollen Unterstützung der HBF sicher sein“, wird der HBF-Vorsitzende Andreas Thiel in einer Mitteilung des Verbands zitiert. „Gleichzeitig gebührt den Spielerinnen und Verantwortlichen der TuS Metzingen höchster Respekt, dass sie sich bewusst entschieden haben, das gestrige Spiel gegen die SG BBM Bietigheim trotz der mehr als schwierigen Umstände zu absolvieren“, heißt es in der Stellungnahme der HBF weiter. „Am Dienstag hat uns Metzingen darüber informiert, was vorgefallen war“, sagt SG-Sprecher Bastian Dörr über den Vorfall.

 
 
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