Eulen im Landkreis Ludwigsburg Teils wenig Mäuse und viel Konkurrenz

Von Uwe Mollenkopf
Ein Steinkauz bei einer Beringungsaktion. Foto: /Uwe Mollenkopf

Die ehrenamtlichen Eulenschützer verzeichnen 2025 einen geringeren Bruterfolg beim Steinkauz als im Vorjahr. Ähnlich sieht es beim Uhu aus.

Akribisch verzeichnen die Mitglieder der Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen, kurz FOGE, jedes Jahr, wie viele Nisthilfen für den Steinkauz von ihr betreut werden, wie viele Brutpaare dort nachgewiesen werden konnten, wie viele Bruten es gab und vieles mehr. Ihrem Einsatz bei der Ausbringung und Betreuung von Nisthilfen unter der Leitung des langjährigen Vorsitzenden Herbert Keil ist es zu verdanken, dass die kleine Eule im Landkreis Ludwigsburg wieder Fuß fassen konnte. Im vergangenen Jahr lief es aber nicht ganz so gut.

Ludwigsburg und in Randgebieten – bei einer Kontrollfläche von 690 Quadratkilometern – im Jahr 2025 leicht unter dem Vorjahreswert“, stellt der stellvertretende Vorsitzende der FOGE, Birger Meierjohann, im aktuellen Jahresmagazin fest. 2024 hatte man 358 Brutpaare gezählt – kein so großer Unterschied. Doch blickt man auf die Zahl der gelegten Eier (968 statt 1176), der geschlüpften Jungvögel (762 statt 997) und der ausgeflogenen Jungvögel

Weniger Jungvögel flügge

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Bei der FOGE hat man sich natürlich Gedanken darüber gemacht, woran es lag. 2025 massiver waren als in den Jahrzehnten zuvor. Diese könne an Wetterextremen wie zum Beispiel Starkregen, gelegen haben. Zum anderen sei nicht auszuschließen, „dass wir gebietsweise die maximale Bestandsdichte von Steinkäuzen und anderen Beutegreifern erreicht haben“. Denn der Steinkauz sei längst nicht die einzige Vogelart, welche auf Feldmäuse angewiesen ist – auch Füchse und Marder, andere Eulen, Graureiher, Weißstörche, Mäusebussarde und Turmfalken machen ebenfalls Jagd auf die Nager. „Das führt zwangsläufig zu Konkurrenz um Beute“, so der Experte. Die Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz im Landkreis Ludwigsburg (AGE) kümmert sich ebenfalls um die hiesigen Nachtjäger. Mit Blick auf die von ihren Mitgliedern kontrollierten 310 Röhren (nach 248 im Jahr 2024) für Steinkäuze ergibt sich folgendes Bild: Die Zahl der Bruten erhöhte sich von 40 auf 52, die Zahl der Jungvögel von 114 auf 117. „Verglichen mit dem Jahr 2024 stellt sich die Situation bei den Steinkäuzen in absoluten Zahlen als relativ konstant dar“, schreiben Clemens Wittl und Stefan Skomski in ihrer Bilanz im aktuellen „Kauzbrief“.

Schaue man genauer hin, zeigten sich aber Unterschiede. Dort, wo erst nach den vielen Regenfällen im Juni einen Monat später der erste Grasschnitt erfolgte, hätten aus Futtermangel keineswegs alle Küken großgezogen werden können. Zudem hätten vermehrt Marder die Bruten dezimiert. An Stellen mit kurzem Gras hätten die Steinkäuze hingegen ein ideales Jagdrevier vorgefunden und konnten Futterdepots mit bis zu 25 Mäusen anlegen, so Wittl und Skomski.

Schwaches Brutjahr beim Uhu

Neben dem kleinen Steinkauz steht auch der große Uhu im Blickpunkt der Eulenschützer. Die größte europäische Eulenart ist im Landkreis Ludwigsburg erst seit 2015 wieder als Brutvogel nachgewiesen. Auch bei ihm verzeichnete die FOGE laut Birger Meierjohann 2025 ein relativ schwaches Brutjahr. Nachdem 2023 und 2024 jeweils „Bestmarken“ von rund 20 Revieren feststellbar gewesen seien, in denen sich mindestens ein Uhu dauerhaft aufhielt, sank ihre Anzahl 2025 auf 17. Bei den elf erfolgreichen Bruten (2024: zwölf) wurden insgesamt 25 flügge Jungvögel nachgewiesen (29 im Vorjahr).

Tödliche Unfälle

Es liege nahe, „dass feldmausarme Jahre auch Auswirkungen auf das Brutgeschehen des Uhus haben“, vermutet Meierjohann. Außerdem sei davon auszugehen, dass die Uhus in der Region auf die mittlerweile hohe Bestandsdichte mit einer verringerten Reproduktion reagierten. Auch tödliche Unfälle mit der großen Eule ereigneten sich immer wieder. So kollidierte zum Beispiel im November 2025 ein Uhu-Weibchen im Sachsenheimer Bahnhof mit einem Zug.

Bei der Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz wurden 2025 14 brütende Uhu-Paare gezählt, nach 15 im Vorjahr. Auffallend sei, dass neun langjährige Brutplätze verwaist gewesen seien, stellen Clemens Wittl und Stefan Skomski fest. Als Gründe werden der Einsatz von Bioziden, Krankheiten der Beutetiere, eventuell eine unzureichende Nahrungssituation, eine größer werdende Waschbärpopulation und Störungen durch Freizeitaktivitäten vermutet.

 
 
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