Ex-Leichtathlet aus Bietigheim-Bissingen Als Hans Noller die historische Marke knackt

Von
Hans Noller hat seine Erfolge alle sorgfältig in einem Fotobuch dokumentiert. Hier ist er in seinem erfolgreichsten Jahr, 1961, als Sieger des Bietigheimer Stadtlaufs zu sehen.⇥ Foto: Noller

Beim landesoffenen Sportfest in Stuttgart 1961 läuft Hans Noller als erster Bietigheimer die 100 Meter in weniger als elf Sekunden.

Es sind nicht immer die großen Finals, in denen Sportgeschichte geschrieben wird. Im Falle der Leichtathleten des TSV Bietigheim war es der Zwischenlauf beim landesoffenen Sportfest in Stuttgart, in dem sich ein bedeutsamer Sportmoment ereignete: Am 19. August 1961 lief Hans Noller als erster Bietigheimer überhaupt die 100 Meter in unter elf Sekunden – in eben jenem Zwischenlauf brauchte er 10,9 Sekunden für die Strecke. Jetzt jährte sich das für die Bietigheimer Sportgeschichte bedeutsame Ereignis zum 60. Mal.

Das Sportfest im Stuttgarter Neckarstadion ist Hans Noller sehr gut in Erinnerung. „Es war ja ein Vorzeigestadion. Zwar wurde auch dort noch auf Asche gelaufen, doch war die Bahn deutlich besser als auf anderen Plätzen. Das war schon ein Ereignis.“ Bei Wettkämpfen in kleineren Orten waren die Laufbedingungen, erst recht bei Regenwetter, deutlich schlechter.

Im Final-Lauf reichte es für Noller nicht zum Sieg, mit 11,0 Sekunden lief er jedoch auch hier eine herausragende Zeit. Seinen Sprint-Rekord aus dem Zwischenlauf feierten die Bietigheimer Leichtathleten abends im „Rößle“ in Bietigheim. Nollers Vereinsrekord blieb über mehrere Jahrzehnte bestehen und wurde erst 1996 von seinem Sohn Götz gebrochen.

Neben dem starken Abschneiden beim Sportfest in Stuttgart feierte Hans Noller, der über die Bundesjugendspiele zur Leichtathletik gekommen war, zahlreiche Erfolge – sowohl im Sprint als auch im Mehrkampf. Bereits in der B-Jugend lief er die 100 Meter in 12,2 Sekunden. Bei den Hochschulmeisterschaften holte er als Schlussläufer den Sieg mit der 4x100-Meter-Staffel.

Alkohol und Zigaretten meiden

Neben regelmäßigem, intensivem Training war auch seine Lebensweise ein wichtiger Grundstein für die Erfolge. „Ich bin immer rechtzeitig ins Bett und habe den Alkohol und das Rauchen gemieden“, sagt Noller.

Auch nach seiner aktiven Laufbahn blieb er dem Sport eng verbunden. 25 Jahre lang, von 1974 bis 1999 war Hans Noller Vorsitzender des TSV Bietigheim. Seitdem ist er Ehrenvorsitzender des Vereins. Fast genauso lange, von 1975 bis 1998 war er 1. Vorsitzender des Stadtverbands Sport in Bietigheim-Bissingen.

In die Zeit, als er als Bauingenieur für die Stadt Bietigheim arbeitete, fielen auch die Planungen und Umsetzungen des Sportplatzes in Metterzimmern und des ersten Stadions im Ellental, das jedoch nicht identisch mit dem heutigen ist.

Die Entwicklung des Sports in Bietigheim-Bissingen hat Hans Noller immer mit großem Interesse verfolgt. Regelmäßig schaut er noch heute die Heimspiele der SG BBM Bietigheim. Doch auch über die Erfolge der anderen Vereine aus ganz verschiedenen Sportarten freut sich der Ehrenvorsitzende des Stadtverbandes Sport. „Ich helfe, wo ich kann“, sagt Noller.

Die Leichtathleten des TSV Bietigheim haben sich bereits 1972 mit den Leichtathleten anderer Vereine aus Bietigheim, Bissingen, Bönnigheim und Besigheim zur LG Neckar-Enz zusammengeschlossen. „Die Zusammenarbeit in der LG Neckar-Enz war sehr zum Vorteil für die Leichtathletik. Die Vereins- und Trainingsarbeit hat eine ganz andere Basis und ist vielseitiger geworden“, betont Noller. Sowohl seine Enkelin, deren Spezialdisziplin der 400 Meter-Hürdenlauf ist, als auch sein Enkel, der besonders den Mehrkampf schätzt, trainieren bei der LG Neckar-Enz.

 
 
- Anzeige -