Exportgeschäft der WG Stromberg-Zabergäu nach Fernost „Kampai“ mit Weinen aus Bönnigheim und Brackenheim

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Insgesamt 80 000 Flaschen gehen in sechs Containern von Bönnigheim auf die Reise zu Weingenießern nach Japan.⇥ Foto: Martin Kalb

Die WG Stromberg-Zabergäu exportieren verstärkt Riesling, Rosé und Trollinger-Lemberger nach Japan. Jetzt werden 80 000 Flaschen verschickt.

Mit „Kampai“ prostet man sich in Japan mit einem Gläschen Wein zu. Damit dies im Land der aufgehenden Sonne immer mehr mit Riesling, Rosé und Trollinger-Lemberger aus Bönnigheim und Brackenheim möglich ist, dafür haben Geschäftsführer Dr. Bernd Kost, Vorstandsvorsitzender Jürgen Conz, Export-Manager Ryo Shiga sowie sein Assistent und Sohn Tomo Shiga „hart gearbeitet“, wie Kost gegenüber der BZ betont. Zur Zeit werden rund 80 000 Flaschen ausschließlich Biowein der Weingärtner Stromberg-Zabergäu abgefüllt und in sechs Containern nach Japan verschickt.

Seit rund zehn Jahren gibt es Kontakte der genossenschaftlichen Kellerei nach Japan, erklärt Geschäftsführer Kost und ergänzt: „Das, was wir am meisten haben, das wollen wir natürlich auch verkaufen.“ Gerne auch durch den Export nach Japan, aber auch in die USA und künftig auch nach Russland, nach China oder Vietnam, wo man zurzeit aktiv an einem Vertrieb arbeite. Natürlich mache Corona die weltweite Markterweitung zurzeit schwieriger.

Zusammenarbeit mit
japanischem Handelsriesen

Mit dem Handelsunternehmen Costco, nach Angaben des WG-Geschäftsführers der zweitgrößte Lebensmittelhändler der Welt, arbeiten die Weingärtner Stromberg-Zabergäu in Japan zusammen. „Durch den Direktverkauf an den Großhändler können wir große Mengen zu guten Margen verkaufen“, sagt Kost, der auch Vorsitzender des Exportbeirats im deutschen Weinistitut ist. Er nennt beachtlichen Zahlen: Rund 4,5 Prozent des Gesamtumsatzes kommen in der WG aus dem Exportgeschäft, und rund fünf Prozent des deutschen Weinexports nach Japan kommen aus der WG Stromberg-Zabergäu.

Der Weinmarkt im Land der aufgehenden Sonne sei im Umbruch, gibt Ryo Shiga im Gespräch Einblicke in sein Heimatland. Im Norden Japans werden teilweise deutsche Rebsorten angebaut und es gebe einige Weinproduzenten, die in Deutschland studiert haben. Vor einem Vierteljahrhundet habe der Anteil der deutschen Weine in Japan bei rund 20 Prozent gelegen. Die überwiegend lieblichen Weine seien zu dieser Zeit von den damaligen Weinfreunden gerne als besonderes Geschenk verwendet worden.

Inzwischen habe sich die Geschmackspräferenz bei den 30- bis 50-Jährigen verändert, hin zu eher trockenen Weinen. Durchaus ein Problem für die deutschen Weine, die mit dem Vorurteil „süß“ belegt sind. „Ein Türöffner“ für den japanischen Markt sei der Bönnigheimer und Brackenheimer Biowein, sagt Kost. „Die Japaner haben ein hohes Gesundheitsbewusstsein, und deshalb ist die Nachfrage nach Biowein steigend“, erläutert Shiga. Ideal für die WG, dass sie nicht nur langjährige Kontakte zu Costco pflegt, sondern auch zu den drei größten genossenschaftlichen Bioweinproduzenten in Deutschland gehört. Auf rund 50 Hektar werden in Bönnigheim und Brackenheim Bioweine erzeugt. Ziel sei es, so Kost, diese Fläche in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln.

Ausnahmestellung auf dem amerikanischen Markt

„Für uns ist es ein großer Schritt“, sagt Vorstandvorsitzender Conz mit Blick auf eine Abfüllung mit dem Namen „Swan en Blanc“ für den US-amerikanischen Markt. Mit diesem Wein habe man eine Ausnahmestellung auf diesem Markt, der mit einem Schwefelanteil von maximal 100 Milligramm pro Liter eine besondere Bioqualifizierung dort habe. „Das macht in Deutschland fast keiner“, merkt Kost an. Die Produktion sei kellertechnisch eine Herausforderung, die aber dem Kellerteam großen Spaß mache. Insgesamt ziehen sich laut Kost die Exportaktivitäten positiv durch durchs Unternehmen: „Export ist eine neue strategische Herausforderung und die Mitarbeiter sind daran interessiert.“

 
 
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