Extremsport „Wie ein Tagebuch für mich“

Von Marlon Hölzel
Für Sarah Kholti sind Kraft und Ausdauersport wie beispielsweise lange Radausfahrten trotz Schwangerschaft Alltag. Foto: privat

Sarah Kholti ist mit ihrem dritten Kind im neunten Monat schwanger. Sport bleibt für die ehemalige Elite-Athletin trotzdem unverzichtbar.

Sarah Kholti ist Extremsportlerin, Ironmanläuferin – und schwanger. Wie sie ihren Sportlifestyle trotzdem weiterlebt, teilt sie seit Beginn der Schwangerschaft in den sozialen Medien. „Den sportlichen Part meines Lebens zu teilen ist wie ein Tagebuch für mich“, erzählt Kholti.

Ursprünglich studierte sie Musiktheater und fing in der Studienzeit bereits mit Triathlon an. Für Praktika wohnte sie dafür in Untermberg. Während der Elternzeit für ihre ersten beiden Kinder, absolvierte sie zudem beim deutschen olympischen Sportbund Trainerlizenzen. Später studierte sie Sportmanagement. In der Trendsportart Hyrox war sie von 2018 bis 2022 Eliteathletin und bis heute ist sie Markenbotschafterin.

Die größten Herausforderungen

Während ihrer gesamten Schwangerschaft war Sport für die Ironmanabsolventin unverzichtbar. Dabei stehen mehrmals wöchentlich sowohl Kraft- als auch Ausdauersport auf dem Programm – einerseits im Alltag als Ausgleich und Routine andererseits als wichtige Komponente sowohl mental als auch körperlich in der Schwangerschaft.

„Sport ist tägliche Routine und hat mir mit den ausgeschütteten Glückshormonen in der Schwangerschaft sehr geholfen. Aber nicht nur für die mentale Komponente ist es sehr sinnvoll. Auch den Kraftsport finde ich sehr wichtig, um den Körper auf das Mehrgewicht in der Schwangerschaft vorzubereiten“, erklärt Kholti.

Doch auch wenn Kholti nicht auf alles verzichten muss, so bringt die Schwangerschaft trotzdem seine Einschränkungen mit sich. Dabei merkt sie besonders die Umstellung im Kopf. „Als Eliteathletin war ich es gewohnt, immer meine Bestzeiten zu jagen und habe versucht, das Maximum herauszuholen. Mental muss ich das Ganze jetzt zurücknehmen. Es ist auch ein gutes Training, wenn es etwas lockerer war und ich nur 20 statt 60 Minuten auf dem Laufband bin“, erklärt Kholti.

Tipps für Schwangere

Die bald Dreifach-Mama hat aus eigener Erfahrung wertvolle Tipps und Ratschläge für die sportliche Betätigung in der Schwangerschaft sammeln können. Sie empfiehlt: „Im Idealfall sollte man nicht erst in der Schwangerschaft mit Sport anfangen, vor allem nicht mit Betätigungen, die man vorher nicht bereits ausgeübt hat. Ich würde immer empfehlen, wenn man das Gefühl hat, zu wenig Sport zu machen, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen, beispielsweise längere Spaziergänge oder das Fahrrad statt des Autos zu nutzen.“ Das wichtigste sei, sich den Sport zu einer Routine zu machen, die auch zu einem passt. Es sollte möglich sein, das Ganze auch durchziehen zu können, und nicht nur eine Woche dafür Platz zu haben, sagt Kholti.

Große Pläne für danach

Während ihrer Schwangerschaft nahm die Athletin sowohl im sechsten Monat bei einem Relay-Hyrox zu viert in Karlsruhe teil als auch im achten Monat zu zweit bei den Hyroxgames in Bietigheim. Dabei lautet ihre Grundregel immer: Sie macht nichts, womit sie sich nicht wohl fühlt. Inzwischen befindet sich Sarah Kholti in der 35. Schwangerschaftswoche und im Mutterschutz. Auf dem Sportplan stehen derzeit noch hauptsächlich Schwimmen, Kraftsport in reduzierter Form und Radfahren.

Nach der Schwangerschaft möchte sie weiterhin ihre sportlichen Träume verwirklichen. „Ein Ziel, das ich noch verfolge, ist, durch den Ärmelkanal zu schwimmen. An 24 Stunden-Schwimmen habe ich bereits teilgenommen, aber da bin ich auf mich alleine gestellt. Zudem haben es mir die Herausforderungen im Extremradsport, beispielsweise das ‚Race Across America’ oder das ‚Transcontinental Race’ angetan.“

 
 
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