Jetzt ist die da, die Fasnet, auch für die schwäbisch-alemannischen Hästräger. Der 6. Januar ist für die schwäbisch-alemannischen Fasnetsvereine so was wie der 11.11. für die Karnevalisten. Am Dreikönigstag holen die Träger alljährlich ihr Häs, das Kostüm, aus dem Schrank und öffentlich wird es mit dem Besen entstaubt. Zudem werden neue Narren getauft. So passiert am Dienstag bei den Schalksteinnarren in Besigheim, den Wobachspatzen in Bietigheim, den Saubachhexa in Bissingen, den Urzeln in Sachsenheim, der Teufelsbrut in Tamm oder den Neckartalhexen in Ludwigsburg-Neckarweihingen.
Fasnetsbeginn im Kreis Ludwigsburg Weg mit dem Staub auf dem Häs
Traditionell am 6. Januar beginnen die alemannischen Vereine ihre Fasnet. An diesem Tag findet das Häsabstauben und die Narrentaufe der Vereine statt.
Die ersten erweckten Narren am 6. Januar sind die Besigheimer
Bei Minusgraden waren die Besigheimer Schalksteinnarren am Tag der Heiligen Drei Könige um 9.33 Uhr die Ersten im Kreis, die die Fasnetsaison einläuteten. Vor der Alten Kelter in Besigheim, nicht wie üblich vor dem Rathaus, da dort das Winterwunderland im Weg gewesen wäre, wurden die Häs vom zweiten Zunftmeister Markus Baumgärtner mit dem Handbesen entstaubt, ein lautes dreifaches „Schalksteinnarren“ erklang, sowie ein „in vino veritas“, denn schließlich ist der Wein ein Attribut der Besigheimer Narren. Der Schalksteinnarr sitzt auf einem Weinfass und die Wurmberghexe geistert durch die Wengert. Seit 2001 gibt es den Besigheimer Fasnetsverein. 30 Mitglieder hat der Verein.
In diesem Jahr konnte, so Baumgärtner, leider keine Taufe von neuen Narren stattfinden. „Nicht zuträglich für unsere Öffentlichkeitsarbeit ist, dass wir keinen Narrensturm auf das Besigheimer Rathaus machen dürfen und vom Winterwunderland auch vom Rathausplatz verdrängt wurden“, so Baumgärtner. Besigheims Bürgermeister Florian Bargmann hatte 2025 den beliebten Rathaussturm abgesagt, weil am Schmotziga Donnerstich das Rathaus geschlossen ist. Seit Gründung der Schalksteinnarren 2001 war dies immer Tradition. „Er hatte uns als Ersatz den Aschermittwoch, an dem alles vorbei ist, vorgeschlagen, ein Witz“, so der Zunftmeister. „Er habe auch keine Lust auf Fasching, hat er uns gesagt.“ Seither sind die Schalksteinnarren vor allem bei anderen Zünften zu Gast, in Neckarweihingen, Tamm oder Brackenheim.
Mit den Saubachhexa in Bissingen, die ebenfalls am Dienstag ihr Häs anzogen, verbindet die Schalksteinnarren eine Freundschaft. „Überhaupt kennt man sich im Kreis unter den schwäbisch-alemannischen Fasnetsvereinen“, so Baumgärtner.
In Bietigheim feierten die Wobachspatzen das Entstauben ihrer Häs im Schlosshof und die Taufe neuer Narren mit viel Lärm. 300 Mitglieder hat der Verein, dessen Tradition von den Bietigheimer Stadtnarren, der Maskengruppe, geprägt wird, die beim Stadtnarrenwecken im Mittelpunkt standen. Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Taufe von neun neuen Stadtnarren, die sich mit humorvollen Mutproben ihren Platz in der Gemeinschaft verdienten. Zum 40-jährigen Bestehen der Stadtnarren überreichte der Präsident der Wobachspatzen, Michael Molnar, Vogt Christian Costa das originale Gründungsprotokoll. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Wobachspatzen-Guggenmusik Immortalis, die für eine ausgelassene fröhliche Atmosphäre sorgte.
