Hektisches Klacken erfüllt um die Mittagszeit die Wiesentalhalle in Hohenstein. Zwei elfjährige Mädchen stehen angespannt in der Mitte des Foyers und liefern sich am Tischfußball ein Match. Asena Yigit aus Bönnigheim und die Gemmrigheimerin Sophie Widmann gehören zu den rund 70 Kindern zwischen sechs und 13 Jahren, die in hellgrünen Trikots am Freizeit- und Sportcamp der Deutschen Kindersportakademie (DKSA) Ludwigsburg teilnehmen.
Feriencamp Bönnigheim „Spaß zu haben, ist das Wichtigste“
Eine Woche lang wurde in der Wiesentalhalle in Hohenstein ein Ferienprogramm der Kindersportakademie angeboten, im Auftrag der Stadt Bönnigheim.
„Früher hatte die Stadt Bönnigheim ein eigenes Ferienprogramm“, sagt Michael Bentz, Geschäftsführer der DKSA (die BZ berichtete). Doch seit drei Jahren bietet die DKSA den Kindern ein buntes Programm, das weit über Sport hinausgeht. Eine Woche lang wurden die Kinder aus Bönnigheim und Umgebung ganztägig mit Bastelmöglichkeiten, einer Bewegungslandschaft in der Halle, Ball- und Gesellschaftsspielen, Malen und Stacking, aber auch mit Stationen am Spielplatz, Spielen am Bach und vielem mehr unterhalten. Sophie, von den zahlreichen Möglichkeiten beeindruckt, findet es besonders toll, dass man zwischendurch die Stationen wechseln kann.
Tänze werden am Schluss den Eltern vorgeführt
Der sechsjährige Philipp Teister und seine zehnjährige Schwester Julia aus Bönnigheim haben im Spiegelsaal mit anderen Kindern unter der Leitung von Yodit Wolday verschiedene Tänze eingeübt. „Ich liebe mein Leben, lautet einer der Songs dazu – allerdings auf Spanisch“, erläutert Wolday. „Die Choreografie haben wir uns selbst ausgedacht“, sagt Julia und ihr Bruder ergänzt: „Zum Abschluss des Camps haben wir einen Auftritt vor den Eltern.“ Beiden bereitet das Programm großen Spaß. Für Philipp jedoch ist „das Fußballspiel am besten. Man gewinnt, weil die Mädchen nicht so gut spielen.“
Das Mittagessen wird gemeinsam eingenommen – egal, ob Maultaschen, Kartoffelsalat, Geschnetzeltes oder Spaghetti, die Kinder genießen es. „Und man kann sich noch mal Nachschlag holen, so oft man will“, so Julia. Tatsächlich leisten Peter Wissmann, seine Frau Andrea und die Schwiegertochter in der Küche ganze Arbeit. Täglich bereiten sie frische Mahlzeiten zu, deren verlockender Duft durch die Halle zieht. Ergänzend wird den Kindern am Vormittag saftiges Obst und knackige Gemüsesticks angeboten, was Anklang findet. Dem kleinen Luka und seinem 7-jährigen Bruder Jona hat es bei den heißen Temperaturen insbesondere der Rasensprenger angetan. Rückwärts treten sie an ihn heran und lassen sich ihre hintere Körperseite abkühlen. „Ich bin klitschnass“, strahlt Luka seine Oma Andrea an.
Den Geschwistern Gabriel (10) und Isabella (7) Bausch aus Kirchheim reicht der 15 Meter lange zusätzlich aufgebaute Wassersprayer nicht aus. Sie haben sich gleich direkt in den Bach gesetzt, in den am Vormittag noch ein kleiner Staudamm gebaut worden war. „Das Camp ist echt cool“, ruft Gabriel, der schon einmal am Camp teilgenommen hat. Andere Kinder zeigen stolz ihre selbst gebastelten Floße aus Haselnusszweigen, Korken und Schnur. „Die dürfen wir mit nach Hause nehmen“, teilen sie aufgekratzt mit.
Das Ende der Mittagspause wird von Lucas Kübrich, Student der Sport-Ökonomie, verkündet, der seit Mai bei DKSA arbeitet und heute spontan in Hohenstein eingesprungen ist. Die Trainerin Wolday übernimmt die Kinder und erklärt: „Bei der Hitze treiben wir am Nachmittag nicht so viel Sport.“
Bei ihrer Station wird deshalb die „Reise nach Jerusalem“ und eine „Traumreise zum Entspannen“ angeboten. Auch Bentz betont, dass Bewegung zwar wesentlich sei, aber nicht alles: „Spaß zu haben, ist das Wichtigste.“
