Wenn am Sonntag, 1. Februar, um 20.15 Uhr der neue Tatort „Gefahrengebiet“ aus Berlin (der letzte Fall von Corinna Harfouch in ihrer Rolle als Susanne Bonard) in der ARD läuft, wird er musikalisch mit besonderem Sound untermalt sein. Eingesungen wurde der Soundtrack vom Ingersheimer Nils Wanderer, der als Countertenor inzwischen weltweit an den größten Opernhäusern singt, aber auch mit seinen eigenen Projekten unterwegs ist.
Fernsehen „Seelenstimme“ für einen Krimi
Countertenor NIls Wanderer aus Ingersheim hat den Soundtrack für den neuen Tatort aus Berlin eingesungen.
„Ich war gerade im Studio für mein Projekt ‚Wanderer’, da hat mich Tim Neuhaus angesprochen“, erzählt Nils Wanderer. Tim Neuhaus ist Schlagzeuger, Singer-Songwriter und Filmkomponist, der nicht nur schon für den Tatort komponiert hat, sondern auch Mitglied der Band um den Sänger Clueso ist.
Freie Improvisationen
Für den neuen Tatort „Gefahrengebiet“ wurde eine besondere, musikalische Komponente gesucht, eine „Seelenstimme“ für spezielle Effekte, wie Nils Wanderer erklärt. Tim Neuhaus sprach ihn an, ob er sich vorstellen könnte, den Soundtrack für den Tatort einzusingen. „Ich war sofort Feuer und Flamme“, so der Countertenor. „Ich liebe solche kreativen Ideen.“ Die Musik ist dann auch auf ganz besondere Weise entstanden. Es gab keine feste Komposition, dafür bestimmte Harmonien und Schlagworte wie „Wald“, „Furcht“ und „Dunkelheit“, zu denen Nils Wanderer dann frei improvisieren konnte. Diese Gesangsimprovisationen ziehen sich als klangliche Fragmente durch den gesamten Spielfilm. So sind sphärische Tonfolgen entstanden, die eine besondere Stimmung erzeugen. „Ich bin diese Gesangsweise eigentlich gewohnt“, so Nils Wanderer. Zum Teil käme das auch aus dem Barock, die Improvisation sei bei da capo-Arien üblich.
„Das freie Gestalten im Gesang gehört eigentlich zu meinen größten Leidenschaften“, erklärt der Sänger. „Das ist auch ein guter Ausgleich zu Opern, bei denen man ja eher mal bestimmte Regeln einhalten muss.“ Hier bei der Einspielung für den aktuellen Tatort konnte er seiner Phantasie freien Lauf lassen.
Neue EP erscheint zum Tatort
Dazu werden auch noch zwei Arien aus dem Repertoire seines Projekts Wanderer erklingen. „Oblivion soave“ von Monteverdi und „Music For A While“ von Henry Purcell sind elektronisch neu arrangiert worden. Beide Stücke erscheinen parallel zum Tatort aus Berlin als EP unter dem Titel „How Your Pains Were Eased“.
Für Nils Wanderer war es eine Besonderheit, bei diesem Soundtrack mitwirken zu können. „Tim Neuhaus ist ein echtes musikalisches Genie, es war mir eine Ehre, mit ihm zu arbeiten.“
Gerade hat Nils Wanderer noch am Grand Théatre in Quebec, Kanada gesungen, jetzt ist er an diversen Theatern in Deutschland unterwegs. Ab 17. Mai gastiert er dann an der Metropolitan Oper in New York. In seiner Heimatgemeinde Ingersheim wird Nils Wanderer am 10. und 12. Juli mit seinem Festival „Zwischen den Welten“ auf dem Festplatz im Fischerwörth zu hören und zu sehen sein.
Kooperative Zusammenarbeit
Bei aller Internationalität liegen Nils Wanderer solche Projekte wie der Tatort sehr am Herzen. „Ich bin unglaublich dankbar und stolz, Teil dieser Reise zu sein und zwei meiner Songs als ‚Wanderer’ in dieser ikonischen TV-Serie präsentieren zu dürfen“, so sein Resümee. „Das war eine tolle, kooperative Zusammenarbeit und für mich ist durchaus auch eine weitere Zusammenarbeit denkbar.“ Bettina Nowakowski
