Feuerwehr im Kirbachtal Nabu kritisiert auch neuen Standort

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Auch nachdem die Stadt Sachsenheim den geplanten Feuerwehr-Standort fürs Kirbachtal leicht verlegt hat – ursprünglich war der Plan, das Gebäude gegenüber des Geflügelhofs Kurz zu errichten –, bleibt die grundsätzliche Kritik. Als sogenannter „Standort 2“ kommt nun der Platz gegenüber des Schülke-Hofs infrage.⇥ Foto: Martin Kalb

Für die Naturschützer ist die gemeinsame Wache in der Natur keine Option. Zudem zweifeln sie das Argument der Hilfsfrist an.

Der Naturschutzbund (Nabu) kritisiert auch den neuen geplanten Standort für das gemeinsame Feuerwehrhaus für Ochsenbach, Spielberg und Hohenhaslach im Grünzug des Kirbachtals. Er lehnt die Fläche gegenüber des Schülke-Hofs (genannt „Standort 2“) ab. Die Stadt möchte die Kritik am liebsten aktuell gar nicht groß kommentieren.

Die aktuelle Stellungnahme kommt vom der Nabu-Gruppe Sachsenheim, dem Kreisverband Ludwigsburg „im Namen und in Vollmacht des Nabu-Landesverbands“. Die Naturschützer plädieren für einen zentralen Standort innerhalb Hohenhaslachs. Da die meisten Feuerwehrleute in Hohenhaslach „oder weiter südlich“ wohnten und die Mehrheit der Einsätze in Hohenhaslach und Umgebung stattfänden, lasse sich „feststellen, dass sich die Hilfsfristen am geplanten Standort bei den Bromberghöfen im Vergleich zu einem Neubau in Hohenhaslach verschlechtern“. Damit widersprechen sie klar den Experten im Feuerwehrbedarfsplan der Stadt. Denn diese sehen zur Einhaltung der Hilfsfristen nur ein ganz begrenztes Gebiet – eben gegenüber des Schülke-Hofs oder in unmittelbarer Umgebung.

Abfuhr für „Leimengrube“

Sie halten den jetzigen Standort des Feuerwehrhauses auch für eine gemeinsame Wache ausreichend. Eine Alternative sei das aktuell entstehende Gewerbegebiet Leimengrube. Diesem Vorschlag erteilten Ortsvorsteher Alfred Xander und Bürgermeister Holger Albrich in der gemeinsamen Haushaltssitzung der Stadt eine Absage – allein schon, weil lange auf das Gewerbegebiet hingearbeitet wurde und dieses benötigt werde.

Der Nabu sieht die geplante Wache im Kirbachtal ohnehin für „zu groß dimensioniert“ und vermutet: Dort sollen in Zukunft alle Lehrgänge der Sachsenheimer Wehren stattfinden sowie das Wasch- und Reparaturlager für mindestens alle Sonderfahrzeuge untergebracht werden. Der Verkehr werde „erheblich sein und das Kirbachtal belasten“. Von einer solchen Nutzung ist aber zumindest offiziell nicht die Rede.

Aktuell läuft das öffentliche Beteiligungsverfahren aller Interessengruppen zum „Standort 2“. Dass der Nabu sich in dieser Phase an die Öffentlichkeit wendet, dürfte der Stadt weniger gefallen. Das Schreiben wolle man daher erst kommentieren, wenn alle Stellungnahmen vorlägen. Auf BZ-Anfrage heißt es aus der Verwaltung: Der Standort soll „konsequent naturverträglich gestaltet werden“, unter anderem durch Einbettung in die topografische Lage, Gestaltung, Verwendung von Holz und regionalen Baustoffen und Eingrünung. Auch für die alten Feuerwehrgebäude in den drei Ortsteilen soll eine „sinnvolle Nachnutzung“ gefunden werden. Bei den Ausgleichsmaßnahmen wolle man „deutlich über das gesetzlich Vorgeschriebene hinausgehen“ sowie „deren Dauerhaftigkeit garantieren“.

Das Grundstück gehört dem Land. Der verwaltende Betrieb Vermögen und Bau habe signalisiert, „dass es mit der Stadt in Verhandlungen eintreten werde, wenn die bauplanungs- und naturschutzrechtlichen sowie regionalplanerischen Verfahren seitens der Stadt abgeschlossen sind“, heißt es aus Sachsenheim.

 
 
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