Filmstandort Kreis Ludwigsburg Bilderbuchregion fürs Filmemachen

Von Gabriele Szczegulski
2022 wurden am Kleiningersheimer Friedhof, Szenen für die SWR-Serie „Die Kirche bleibt im Dorf“ gedreht. Foto: Helmut Pangerl

Markante Orte wie das Residenzschloss oder die Felsengärten in Hessigheim sind attraktiv als Drehorte, aber auch das Wasserkraftwerk Pleidelsheim oder Hotels und Fabriken.  

Ein Mord im Wasserkraftwerk Pleidelsheim oder ein Treffpunkt für konspirative Vorhaben – das könnte möglich sein. Die historische, aber moderne technische Anlage ist eine von vielen vorgeschlagenen Drehlocations der Film Commission Region Stuttgart. Potenzielle Tatorte für Morde werden gar in einem eigenen Postkartenset beworben, um potenzielle Drehorte in der Region sichtbar zu machen, wie Jannik Hausmann von der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart, die den Filmstandort Kreis Ludwigsburg in der Abteilung Film Commission in den Fokus rückt, erklärt.

Der Kreis ist ein Filmstandort

Mit Jens Gutfleisch hat die Film Commission einen Leiter, der es immer wieder schafft, auch internationale Produktionen vom Filmstandort Ludwigsburg zu überzeugen. „Wir haben hier urbane Gegenden, aber auch historische Bauten und eine spannende Topografie“, sagt er. Zudem, so Hausmann, seien die Studierenden der Filmakademie oder in Ludwigsburg ansässige Filmproduzenten wie der Absolvent der Filmakademie, Jochen Laube, Multiplikatoren, die in der Branche die Szenerie als potenzielle Drehorte weitertragen.

Auch das Festival Naturvision, das jährlich in Ludwigsburg stattfindet, trägt zum Ruf der Region bei. „Der Landkreis Ludwigsburg verbindet Tradition, Innovation und Infrastruktur zu einem Filmstandort“, sagt Hausmann.

Im Kreis Ludwigsburg sind auch einige Film Location Scouts wie der Marbacher Paul Sebastian Moreau (die BZ berichtete) ansässig und sorgen dafür, dass Produktionsfirmen in der Region den perfekten Drehort finden.

Im Residenzschloss Ludwigsburg wurden schon große Filme wie „Baron Münchhausen“ gedreht, der Schlosshof war einziger deutscher Drehort der US-amerikanischen Show „Grand Tour“. Doch immer mehr werden auch andere, nicht offensichtliche Locations zu Drehorten, da die Film Commission die Vielseitigkeit der Region in die internationale Branche hinein vermittelt, eben in den jährlich immer zu einem speziellen Filmthema zusammengestellten Postkartensets oder durch enge Kontakte.

Wirtschaftsfaktor Film

Ingersheim war schon Drehort für die Serie „Die Kirche bleibt im Dorf“, Weinberge laden immer wieder zur Tätersuche in Krimis wie Tatort oder Soko ein. Die mittelalterlichen Städte wie Besigheim, sind auch gerne genommene Szenenorte. Oder aber, wie in Besigheim, drehte Kathrin Tabler, selbst Besigheimerin, ihren film „Zoros Solo“ in Besigheim, Ottmarsheim und Bönnigheim mit Andrea Sawatzki in einer Hauptrolle.

Mehrere Tausend Projekte

Bietigheim-Bissingen diente schon als Drehort für verschiedene Produktionen, darunter der Stadtfilm Bietigheim-Bissingen, der die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigt. Der Ort war auch die Kulisse für Dreharbeiten des Kinderfernsehprogramms „Löwenzahn“, welche das historische Bietigheimer Enzviadukt nutzten. Die Eisenbahnbrücke erklärte die historische Bedeutung von Städten. Eine Episode von „Die Maus“ fand in den dortigen Bunkeranlagen statt. Es ging um Mahnmale für den Frieden, die Besuchern Einblicke in die Geschichte ermöglichen.

Im Jahr 2016 wurden in einem Bietigheimer Gymnasium Dreharbeiten für einen Imagefilm durchgeführt, bei denen Studenten der Filmakademie den Schulalltag filmten. Bietigheim-Bissingen ist auch als potenzieller Drehort im Portfolio der Film Commission.

Für Soko Stuttgart wurde in einem Schlaflabor in Vaihingen gedreht. „Es ist eine Bilderbuchregion fürs Filme drehen“, sagt Hausmann. Die Wirtschaftsförderung der Region sieht darin einen Wirtschaftsfaktor, denn ein Filmteam braucht Nahrung, Hotels, Mitarbeiter, die es sich dann auch in der Region holt. Die Region profitiere, wenn vor Ort investiert und gedreht werde.

In den letzten 25 Jahren konnte die Film Commission Region Stuttgart mehrere tausend Projekte erfolgreich betreuen, sagt Hausmann.

Jedes Jahr erscheint ein Postkartenset, das an Produktionsfirmen verteilt wird und im Internet bereit steht. 2024 waren die Motive Sportstätten wie das Ludwig-Jahn-Stadion in Ludwigsburg. In diesem Jahr sind es Krimimotive. Als der perfekte Ort für einen Mord wird darin das Wasserkraftwerk Pleidelsheim angeboten oder das Hotel Nestor in Ludwigsburg.

 
 
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