Final Four: Bietigheim schlägt den Thüringer HC SG BBM-Express düst ins Finale

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Bietigheims Kreisläuferin Luisa Schulze (rechts)jubelt neben Mitspielerin Kelly Dulfer. Foto: Marco Wolf

Die SG BBM Bietigheim hält Kurs auf den Pokalsieg und den damit verbundenen vierten Titel der Saison. Am Samstagabend besiegte der Deutsche Meister und Pokalverteidiger im Halbfinale in der Porsche-Arena in Stuttgart den Bundesliga-Vierten Thüringer HC mit 32:28.

Ohne ihre verletzte Kapitänin Danick Snelder spielte Luisa Schulze bei der SG BBM vor gut 2000 Zuschauern wieder die Alleinunterhalterin am Kreis. Wahrscheinlich tat es der Spielgemeinschaft gut, dass der THC so einen Hochgeschwindigkeits-Handball auf die Platte brachte, denn auf die Art war die Gaugisch-Truppe von der ersten Minute an voll gefordert. Beide Teams schenkten sich überhaupt nichts, was sich auch in den Zwischenergebnissen von 5:5 (11.) und 9:9 (18.) wiederspiegelt.

Als sich dann jedoch die berüchtigte Bietigheimer Defensive deutlich stabilsierte und die SG BBM endlich die gefürchteten Abschlüsse von Thüringens Spielgestalterin Kerstin Kündig in den Griff bekam, zog der Europapokalsieger langsam, aber sicher davon. Vor allem Trine Östergaard und Karolina Kudlacz-Gloc drehten in der Schlussphase der ersten Hälfte richtig auf, erzielten alleine sechs der letzten sieben SG-Treffer und halfen so mit, dass der Titelverteidiger mit einem 17:12 in die Kabine gehen konnte.

Nur elf Kilometer entfernt hatten die Schützlinge von Trainer Herbert Müller fast auf den Tag genau vier Monate zuvor den Final-Four-Einzug überhaupt erst möglich gemacht. Gegen den Zweitliga-Meister VfL Waiblingen hatte der dreifache Pokalsieger seinerzeit ganz lange zittern müssen. Erst ein von Kerstin Kündig verwandelter Siebenmeter in der Schlusssekunde hatte die Gäste gegen die mutig aufspielenden Waiblingerinnen erlöst und somit ein Nachbarschaftsduell im Halbfinale verhindert.

Wieviel Druck und Anspannung in so einem Spiel herrscht, bewies dann beim Stand von 14:21 eindrucksvoll Thüringens Torhüterin Irma Schjött, die einen eigentlich schon sicheren Ball der lauernden Xenia Smits in die Arme spielte. Die Deutsche Nationalspielerin mit belgischem Pass musste den Ball nur noch zum 14:22 reinpusten.

Doch seltsamerweise gab diese Szene und der folgende Torwartwechsel zu Laura Kuske zunächst dem THC Auftrieb. Nach drei Toren in Folge waren die Erfurterinnen plötzlich wieder auf 17:22 heran (40.). Doch Bietigheim behielt die Ruhe und setzte sich am Ende mit 32:28 durch. „Ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass gegen Bietigheim etwas drin gewesen wäre“, sagte THC-Coach Herbert Müller mit Blick auf einige technische Fehler zu viel. „Ich würde sagen, dass wir uns selbst geschlagen haben.“

Ähnlich kritisch sah es Bietigheims Antje Lauenroth: „Es war nicht unser bestes Spiel. Ein bisschen hat gefehlt“, so die Linksaußen. „Aber auf unser Tempospiel war zum Glück Verlass.“

Im Finale am Sonntag (15 Uhr) trifft Bietigheim auf den VfL Oldenburg, der sich zuvor im ersten Halbfinale überraschend in einem spannenden Niedersachsenduell mit 28:26 gegen den Bundesliga-Dritten Buxtehuder SV durchgesetzt hatte. Bereits um 12.30 Uhr wird das Spiel um Platz drei angepfiffen.

 
 
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