Die Hoffnung ist groß bei Michael Hess, Inhaber des Bönnigheimer Betonspezialisten Lutz GmbH. Er hat zwar Insolvenz für seine Firma beantragt, aber seine Auftragsbücher für Betonfertigteile sind voll, was ihn hoffen lässt, einen Investor zu finden. Hess, der den Betrieb, den sein Großvater Ernst Lutz gründete, 1994 übernahm, hat derzeit ein Kundengespräch nach dem anderen. „Das hilft uns sehr, dass uns die Kunden mit ihren Aufträgen unterstützen wollen“, sagt er.
Firma Lutz Bönnigheim Insolvenz trotz voller Auftragsbücher
Die Bönnigheimer Firma Lutz GmbH hat Insolvenz angemeldet. Inhaber Michael Hess hofft aber auf einen Investor. Im Baustoffhandel findet ein Abverkauf statt.
Baukrise wirkt sich auch auf den Baustoffhandel aus
Dennoch: Die Baukrise wirkt sich auch auf die Hersteller von Betonfertigteilen und Betonwaren aus, wie es vom Fachverband Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg heißt, dem auch die Firma Lutz angehört. Schon vor Stellung des Insolvenzantrags hatte Hess ein Gesamtsanierungskonzept erarbeitet, das zur Konsolidierung der Firma beitragen sollte.
Das Bönnigheimer Unternehmen mit 30 Mitarbeitern ist durchaus breit aufgestellt: Neben dem Baustoffhandel und einem Fachbaumarkt in Hohenstein stellt Lutz Fertigbetonteile her und verkauft Transportbeton. Die Bereiche Baustoffhandel und Fachbaumarkt sowie Transportbeton wollte Hess, so die Strategie, nach und nach schließen. Die VR-Bank Ludwigsburg als Kreditgeber stimmte dem Konzept zu, „die öffentliche Hand“, wie Hess sagt, nicht. „Mehr kann ich zu dieser Partei nicht sagen während des Insolvenzantrags.“
Baustoffhandel und Baumarkt werden geschlossen
Ende Oktober werden Baustoffhandel und Fachbaumarkt geschlossen, Mitarbeiter aus diesem Bereich, also die komplette Belegschaft der Firma Lutz, werden dann vorerst in der Herstellung von Betonfertigteilen arbeiten, dort sei man mehr als ausgelastet und könnte sogar noch zusätzliches Personal gebrauchen, sagt er, wenn die Insolvenz nicht wäre.
Warum musste die Firma Lutz trotzdem Insolvenz anmelden? Vor allem der Baustoffhandel, aber auch der Fachbaumarkt und die Sparte Transportbeton liefen nicht gut und führten zu einer „Unterdeckung der Finanzen“, so Hess. Gründe seien auch die Krise in der Baubranche – hohe Zinsen, hohe Baupreise und Materialknappheit sowie unterbrochene Lieferketten setzten der Bauindustrie zu, sagt Hess. Hinzu kämen im Baustoffhandel die zurückhaltende Konsumbereitschaft. Das bekämen vor allem Baumärkte und Baustoffhandelsketten zu spüren, kleinere Firmen wie Lutz könnten da nicht mithalten und am Markt bestehen.
Zur Zeit läuft in Hohenstein der Abverkauf im Baumarkt und Baustoffhandel. Das Geschäft mit dem Transportbeton wird eingestellt, die dafür vorhandenen Fahrzeuge werden verlauft. Für die Betonfertigteileherstellung der Firma Lutz, die derzeit einen Auftragsbestand von 800.000 Euro habe, sucht Insolvenzverwalter Harry Kressl derzeit intensiv nach einen Investor. 100 potenzielle Interessenten wurden angeschrieben.
Viele Investoren seien interessiert, da Lutz in der Branche einen Namen habe. Auch Michael Hess ist voller Hoffnung, dass es die Chance gibt, diesen Bereich der Firma Lutz, die Herstellung von Betonfertigteilen, erhalten zu können.
