Wenn der Förderkreis für Behinderte Besigheim und Umgebung zur Sommerfreizeit lädt, trifft gewohnte Gemeinschaft auf hochkarätigen Besuch. In diesem Jahr hatte sich der Verein prominente Verstärkung geholt: Musiker Patrick Bopp, bekannt von der A-cappella-Gruppe „Die Füenf“, brachte die Teilnehmenden zum Singen, Tanzen und Strahlen.
Förderkreis Besigheim Prominente Unterstützung und viel Rhythmus
A-cappella-Star Patrick Bopp sorgt beim Förderkreis für Behinderte Besigheim für Stimmung.
„Irgendjemand, der mit mir tanzt?“ – Lange bitten lassen muss sich beim Förderkreis für Behinderte niemand. Zwischen Stuhlkreisen, Kaffeeduft und fröhlichem Stimmengewirr wird geklatscht, gesungen und gelacht. Die Stimmung bei der diesjährigen Sommerfreizeit ist hervorragend. Nach den Themenschwerpunkten der vergangenen Jahre – wie Kunstpädagogik oder Zirkus – stand diesmal die Musik im Mittelpunkt.
Mit Patrick Bopp hatte der Verein dafür einen echten Profi gewonnen. Der Musiker, der jahrelang als „Memphis“ mit der Kult-A-cappella-Formation Die Füenf auf der Bühne stand und mit Mitmach-Projekten wie „Aus voller Kehle für die Seele“ Erfolge feiert, forderte von allen Beteiligten vollen Rhythmus-Einsatz.
Dass die Freizeit so reibungslos läuft, liegt an der Kontinuität im Verein. „Wir sind meistens die gleichen, die hier teilnehmen“, erklärt die Vorsitzende Miriam Staudacher. Auch bei den Betreuern setzt man auf Qualität und Erfahrung: Vier Betreuer sind an diesem Tag im Einsatz. Um deren Engagement zu würdigen, zahlt der Förderkreis eine Ehrenamtspauschale – schließlich nehmen sich viele von ihnen extra Urlaub, um die Freizeit zu begleiten.
Die Finanzen machen den Verantwortlichen zu schaffen
Doch hinter den Kulissen machen den Verantwortlichen die Rahmenbedingungen zunehmend zu schaffen. Besonders die finanzielle Situation sorgt bei Miriam Staudacher für Sorgenfalten: „Wir haben früher immer Spenden aus einer Stiftung bekommen. Doch diese Förderung fällt komplett weg – auf Nachfragen gibt es kaum Antworten aus der Verwaltung. Uns fehlen dadurch mehrere tausend Euro für unsere Arbeit.“ Zudem fehle in der Kommunalpolitik oft die nötige Lobby für Menschen mit Behinderung und deren Organisationen, beklagt sie.
Der Verein deckt die gesamte Lebensspanne ab: Während die jüngsten Teilnehmenden im Nachwuchsbereich gerade einmal 26 Tage alt sind, ist der Älteste in der Erwachsenengruppe bereits 65 Jahre alt. Am Ende des Tages zählt im Raum vor allem eines: das Miteinander. Um beim gemeinsamen Singen mit Patrick Bopp noch besser zu klingen, rücken alle ein Stückchen näher zusammen. Und so wird Stuhl für Stuhl zusammengerückt, bis aus vielen einzelnen Stimmen ein starker Chor wird – ganz im Geiste des Förderkreises.
