Frankreich Auch in den Partnerstädten gewinnen die Rechten

Von Uwe Mollenkopf
Valréas in Südfrankreich: Hier holte die Partei „Rassemblement National“ von Marine Le Pen 43 Prozent. Foto: /BZ-Archiv

Der Ausgang der Europawahl in Sucy-en-Brie, Valreas, Ay, Rouffach und Ingersheim im Elsas.

Die Europawahl in Deutschland war von einem schlechten Abschneiden der Ampelparteien, insbesondere der Grünen, geprägt. Auf der anderen Seite legten das Bündnis Sarah Wagenknecht und die AfD kräftig zu, die CDU nicht ganz so stark – ein Trend, der auch im Landkreis Ludwigsburg zu beobachten war. Im Nachbarland Frankreich wurde die Präsidentenliste ebenfalls abgestraft, rechte Parteien gewannen kräftig, mit dem Ergebnis, dass Präsident Emmanuel Macron das Parlament auflöste. Die BZ schaute nach, wie es in den hiesigen Partnerstädten aussah.

In Bietigheim-Bissingens Partnerstadt Sucy-en-Brie im Außenbezirk von Paris wurde die rechte Liste „La France revient!“ von Jordan Bardella und Marine Le Pen mit 20,8 Prozent Wahlsieger, die noch weiter rechts stehende Liste „La France fière“ von Marion Marechal und Eric Zemmour kam auf 5,8 Prozent. „Besoin d’Europe“, das Wahlbündnis Macrons, holte nur 17,2 Prozent. Die Sozialisten („Réveiller l’Europe“) erhielten in Sucy 15,3 Prozent, die Linksaußen-Partei „La France Insoumise“ 13,5 Prozent. Alle anderen Parteien blieben unter zehn Prozent. Der Rechtsruck fiel hier indes weit weniger stark aus als in anderen Regionen.

So erzielte etwa in der Sachsenheimer Partnerstadt Valréas in Südfrankreich die Liste von Le Pen satte 43,1 Prozent der Stimmen, zusammen mit der äußersten Rechten (7 Prozent) sind es 50 Prozent. Für die Präsidentenliste stimmten nur 10,8 Prozent der Wähler.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Ay in der Champagne, der Partnerstadt von Besigheim. Die Le-Pen-Partei erreichte hier sogar 44,2 Prozent, zusammen mit dem Maréchal-Lager (5,3 Prozent) kommen die Rechtsparteien auf fast die Hälfte der Stimmen. Abgeschlagen ist die Präsidentenpartei mit etwas über 11 Prozent.

Nicht ganz so massiv fiel der Vormarsch von rechts im Elsass aus. In Rouffach, der Partnerstadt von Bönnigheim, erreichten die beiden Rechtsparteien zusammen 39,7 Prozent, die Unterstützer Macrons aber auch nur 16 Prozent. In Ingersheim/Elsass, Partner des schwäbischen Ingersheim, gewann die Rechtsparteien zusammen 41,7 Prozent, die Präsidentenpartei erreichte 17,5 Prozent.

Ebenfalls bemerkenswert: Die Ökopartei „Europe Ecologie“ kam in keiner der Partnerstädte über 7 Prozent hinaus, landete im Gegenteil teilweise weit darunter.

 
 
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