Ein knappes Jahr Vorbereitung war notwendig, jetzt ist es fertig: In Freiberg hat die Dürr-Gruppe gestern ihr neues Ausbildungszentrum vorgestellt. Dort werden künftig die Auszubildenden der beiden Tochtergesellschaften Dürr Systems in Bissingen und BBS Automation in Freiberg gemeinsam ausgebildet. Aktuell werden dort 127 junge Menschen auf ihren Beruf vorbereitet.
Freiberg Dürr-Töchter zentralisieren Ausbildung
Der Konzern mit Sitz in Bietigheim-Bissingen stellte sein neues Ausbildungszentrum für Dürr-Systems und BBS Automation vor.
Für die Dürr-Gruppe ist das rund 1000 Quadratmeter große Ausbildungszentrum eine wichtige Investition in die beiden Standorte. Das stellte Konzernchef Jochen Weyrauch bei der Eröffnung vor zahlreichen Gästen fest. Die Ausbildungsstandards wurden vereinheitlicht. Die Auszubildenden der beiden Unternehmen werden künftig zwischen den beiden Standorten pendeln.
Moderne CNC-Maschinen und 3D-Drucker
Bei BBS Automation in Freiberg, der früheren „teamtechnik“, werden die Auszubildenden mit den Anforderungen des Sondermaschinenbaus bekannt gemacht. Nach Kundenwünschen baut BBS Anlagen zur Automatisierung der Produktion, zum Beispiel für die Montage von Elektroantrieben, Solarmodulen und Infusionssets. Bei Dürr in Bissingen geht es um die Serienfertigung von Lackierrobotern. Das neue Ausbildungszentrum bietet wegen dieser Mischung eine große Chance für die jungen Leute, stellte Weyrauch fest.
Geleitet wird das Ausbildungszentrum von Uwe Klaiber (Dürr) und Marcel Rütten (BBS). Den jungen Menschen böten sich „optimale Bedingungen“, sagte Rütten. Für die Ausbildung stehen in den renovierten Hallen moderne CNC-Maschinen und 3D-Drucker zur Verfügung. Die Ausbildungspläne wurden neu gestaltet. Die Auszubildenden waren von Beginn an aktiv in den Umbau einbezogen. Der Umzug selbst sei reibungslos verlaufen.
Über die Höhe der Investition in das Ausbildungszentrum machte Dürr keine Angaben. Die Fertigstellung erfolgte planungsgemäß zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September.
Für Dürr-Chef Weyrauch ist das Ausbildungszentrum ein eindeutiges Zeichen, dass sich der Konzern zum Standort Deutschland bekennt. Den Großteil seiner Investitionen habe der international tätige Konzern in den vergangenen Jahren in Deutschland getätigt, führte er aus. Es gehe darum, angesichts eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes und der Abkehr von internationalen Kooperationen die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Bürokratisierung und lange Entscheidungswege machen den Unternehmen das Leben schwer, fuhr Weyrauch fort. Ein Stück weit habe die Deindustrialisierung in Deutschland längst begonnen. In den letzten Jahren seien rund 250.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.
Dürr will Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen binden
Für Dürr gilt die Devise: Wer Mitarbeiter langfristig binden möchte, muss sich verstärkt um eigenen Nachwuchs kümmern. „Wir brauchen junge Menschen“, sagte Weyrauch. Die Ausbildung, der Aufstieg und ein langer Verbleib im Unternehmen, das sei echte Dürr-Kultur. Sein Appell an die Auszubildenden: „Bleiben Sie neugierig und bringen Sie sich ein.“
