Freiberg Selbst ist der Weihnachtsmann

Von Yannik Schuster
Niklas Perius und Lilia-Luca Wagner im Lager des Kostümpalasts in Freiberg mit einem Weihnachtsmannkostüm. Foto: /Oliver Bürkle

Beim Kostümpalast macht sich die Weihnachtsaison bemerkbar, wenn auch weit weniger stark als der Halloween- oder Faschingsverkauf.

Weihnachten ist nicht nur eine Zeit der Geschenke und des guten Essens – für manch einen ist es auch eine Gelegenheit, sich in Schale zu werfen. Nicht etwa in den feinen Smoking, sondern in ein weihnachtliches Kostüm.  Davon gibt es im Kostümpalast in Freiberg reichlich. Von den insgesamt 7000 Artikeln, die der Versandhandel in seinem Sortiment führt, sind immerhin rund 140 für die Weihnachtszeit gedacht.

Weihnachtsmannmäntel in kurz oder lang, Bischofskostüme, Engel, Rentiere und alles, was man für ein Krippenspiel benötigen könnte, ist hier erhältlich, sagt Lilia-Luca Wagner. Dabei sei es in der Vorweihnachtszeit deutlich ruhiger als etwa zu Halloween oder Fasching, ergänzt Niklas Perius.

Von professionellen und laienhaften Weihnachtsmännern

Zu ihren Kunden würden einerseits professionelle Weihnachtsmänner zählen, wie man sie etwa aus Kaufhäusern kennt, aber auch Firmenchefs, die sich für die Weihnachtsfeier verkleiden wollen oder Väter, die für die Kinder in die Rolle des Weihnachtsmanns schlüpfen, verrät Wagner.

Zwei Weihnachtsmann-Mäntel habe man deshalb sogar selbst entworfen und produziert. Diese seien qualitativ hochwertiger und würden sich auch in der Waschmaschine nicht verfärben. Auch ein Knecht-Ruprecht-Kostüm sei aktuell in der Mache. Ansonsten sei das Weihnachtssortiment recht beständig und wenig abhängig von saisonalen Trends. Dennoch gebe es für die Weihnachtsmuffel auch ein Grinch-Kostüm oder für all jene, die am liebsten Weihnachten und Halloween kombinieren würden einen blutigen Weihnachtself im Angebot.

Das Geschäft zu Fasching und Halloween sei da deutlich Trend-abhängiger. „Das ist immer ein bisschen Raterei, was der nächste Trend wird“, sagt Wagner. Schließlich müsse man rund ein Jahr im Voraus die Produkte bestellen. Abzusehen sei jedoch schon jetzt, dass zur kommenden Faschingssaison der Netflix-Hit „KPop Demon Hunters“ ganz hoch im Kurs stehen dürfte. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob der Produzent, der die offizielle Lizenz dafür erworben hat, rechtzeitig liefern kann. „Wir haben immer im Blick, welche Filme und Serien rauskommen“, sagt Niklas Perius. Aber welchen Charakter man in welcher Menge vorrätig haben sollte, sei nur sehr schwer abzuschätzen.

Auch das Silvestergeschäft läuft an

Neben dem Weihnachtsgeschäft laufe derzeit auch der Verkauf für Silvester gut, sagt Perius. Seit einigen Jahren seien Kostüme, die an die 1920er-Jahre angelehnt sind, besonders im Trend für entsprechende Kostümparties. „Ich bin gespannt, ob sich dass auch in die 2030er-Jahre reinzieht.“

Die Frage, ob der Kostümpalast im Januar eine Flut an Retouren bewältigen muss, verneint Wagner. Nach Weihnachten sei das weniger ein Problem als etwa zu Halloween oder Fasching, wenn manch einer versuche, getragene Kostüme zurückzusenden.

Einen Ladenverkauf hat der Freiberger Kostümpalast nicht. Kunden können allerdings ihre online bestellten Artikel auch direkt im Lager abholen und anprobieren. Die Idee eines Outletshops sei zwar bereits aufgekommen, verrät Perius, dieser wäre im Freiberger Industriegebiet, in dem sich Lager befindet, jedoch nicht erlaubt. Zudem sei man in den vergangenen Jahren so sehr gewachsen, dass dafür ohnehin kein Platz mehr wäre.

 
 
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