Freiberg und Nöttingen trennen sich 1:1 im Topspiel Sbonias-Elf verteidigt weiße Weste

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Mit viel Einsatz und geballten Kräften stellten sich Nöttingens Holger Fuchs (links) und Christian Heinrich  dem Tabellenführer aus Freiberg um David Müller entgegen. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Im Spitzenspiel der Oberliga trennten sich Liga-Primus SGV Freiberg und Verfolger FC Nöttingen mit einem 1:1-Unentschieden. Dabei wäre sogar noch mehr drin gewesen für den Tabellenführer.

Es war schon etwas paradox, was sich da am Samstagnachmittag beim Spitzenspiel zwischen Oberliga-Primus SGV Freiberg und dem Tabelldritten FC Nöttingen im Freiberger Wasenstadion abspielte. In der ersten Halbzeit ein Spitzenspiel auf ein Tor, in dem die Gastgeber von Beginn an klarstellen wollten, wer Herr im Hause ist - in dem aber in Durchgang eins keine Tore fielen. Im zweiten Abschnitt eine Begegnung, bei der der ungeschlagene Tabellenführer zwar merklich die Stollenschuhe vom Gas nahm, sich dennoch mit einem Treffer belohnte, nur um zehn Minuten später mit dem 1:1-Ausgleich bestraft zu werden.

Außenspieler wirbeln mächtig

Vor allem über die agilen Flügelspieler Yannick Thermann und Flamur Berisha hatten die Hausherren im ersten Abschnitt für mächtig Wirbel gesorgt. Und an Chancen hatte es der Wasen-Elf wahrlich nicht gemangelt. Allein der eigentlich so treffsichere Kapitän Marco Grüttner (15., 16., 37.) vergab einige Möglichkeiten gegen die Gäste aus dem Nordschwarzwald, die das Unentschieden verbissen mit Mann und Maus verteidigten. Aber auch Lukas Hoffmann per Freistoß (2.) oder Dominik Salz, der im Eins-gegen-Eins mit Gästekeeper Andreas Dups den Kürzeren zog (6.), vergaben gute Gelegenheiten.

Wie erfolgsverwöhnt der Gastgeber, der in den letzten fünf Partien mit einer Bilanz von 20:0 Toren aufhorchen ließ, inzwischen ist, verdeutlicht der frustrierte Ausruf eines Fans: „Eine halbe Stunde gespielt und noch immer keine Tore“, echauffierte sich der Zuschauer lautstark. In der Schlussviertelstunde der ersten Hälfte sah der Fan dann eine plötzlich immer offensiver werdende Nöttinger Mannschaft. Zunächst konnte Freibergs Volkan Celiktas einen Konter der Gäste nur regelwidrig unterbrechen. Der anschließende Freistoß von Cemal Durmus verfehlte das Tor von SGV-Schlussmann Sven Burkhardt nur knapp (31.). Nur zwei Minuten später gelang es der Freiberger Hintermannschaft nach einem blitzartig vorgetragenen Angriff der Gäste über die rechte Seite nur mit vereinten Kräften, den Ball aus der Gefahrenzone zu bugsieren. In der 36. Minute war es dann Hoffmann, der im letzten Moment gegen Daniel Elfadli klären konnte. Erneut zwei Zeigerumdrehungen später musste Sven Burkhardt im Freiberger Gehäuse nach einem Distanzschuss das erste Mal richtig eingreifen.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen jedoch die Freiberger wieder das Kommando. Und belohnten sich diesmal schnell für ihr Powerplay: Per Kopf war Stürmer Dominik Salz nach einer perfekt getimten Flanke von Neuzugang Christian Mauersberger erfolgreich (52.) Es war bereits der siebte Saisontreffer des 1,89-Meter-Hünen, der sich allerdings nicht lange über sein Tor freuen konnte. Denn nur zehn Minuten nach der Führung schlief die Freiberger Abwehr bei einem langen Ball auf Nöttingens Torjäger Eray Gür, der mit einem wuchtigen Abschluss unter die Latte sein fünftes Saisontor erzielte (63.).

Was gewesen wäre, wenn Marco Grüttner wenige Minuten nach dem Ausgleich nach toller Vorarbeit von Salz das fast verwaiste Tor getroffen hätte, bleibt Spekulation. So jedenfalls entwickelte sich plötzlich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem beide Seiten nicht mehr allzu viel riskierten und sich mit dem einen Punkt zufrieden zu geben schienen. Bis auf eine Gelegenheit des eingewechselten Mario Ebenhofer, der nach einem der seltenen Konter der Hausherren aus spitzem Winkel am Tor vorbeischoss, tat sich zunächst nicht mehr viel auf dem Spielfeld.

Bis in die Nachspielzeit, die sich aufgrund einer Kopfverletzung von Nöttingens Holger Fuchs, der nach einem Zusammenprall minutenlang auf dem Rasen behandelt und schließlich ausgewechselt werden musste (84.), lange hinzog. Dort wäre Freiberg fast doch noch der Lucky Punch gelungen. Doch zunächst übersah Schiedsrichter Christopher Funke ein elfmeterverdächtiges Foul im Nöttinger Strafraum, dann scheiterte Freibergs Wiliam Rodrigues de Freitas bei der letzten Aktion der Partie mit einem Fallrückzieher. So blieb es beim 1:1-Unentschieden im Topspiel, durch das die Hausherren ihre weiße Weste behalten konnten.

„Nicht unzufrieden“ mit dem Ergebnis zeigte sich nach Spielende Freibergs Kevin Ikpide. „Es hätten mehr Tore sein können, zumal der Elfer nicht gegeben wurde. Aber das Remis ist kein Beinbruch.“

 
 
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