Freudental bringt Lärmaktionsplan auf den Weg Verkehr verträglicher machen

Von Jürgen Kunz
Um die Belästigung der Anwohner zu verringern, soll im Rahmen des Lärmaktionsplans die 30er-Zone in der Bietigheimer Straße verlängert werden.⇥ Foto: Oliver Bürkle

Die Gemeinde bringt einen Lärmaktionsplan für die Ortsdurchfahrt auf den Weg. Gesundheitskritischer Bereich mit Lärmbelastung in der ersten Baureihen zur Straße.

Der Lärm in der Ortsdurchfahrt ist schon immer präsent“, sagte Bürgermeister Alexander Fleig einleitend bei der Vorstellung des Zwischenergebnisses zum Lärmaktionsplan für die Gemeinde Freudental. Fakt sei, dass der Verkehr in den letzten zehn Jahren stetig zugenommen hat, was durch die kontinuierlichen Verkehrszahlen der stationären Blitzer an der Ortsdurchfahrt dokumentiert werde. Durch einen Lärmaktionsplan sollen die Anlieger entlastet werden.

Die Gemeinde hat das Ingenieurbüro Modus Consult mit der Erstellung des Lärmaktionsplans beauftragt. Auf der Grundlage von Verkehrserhebungen im Hauptstraßennetz Freudentals, der Aufnahme bestehender Schallschutzanlagen, zulässiger Geschwindigkeiten, Steigungen sowie Straßenoberflächen, wurden vom Fachbüro die erforderlichen Berechnungen durchgeführt, eine Betroffenheitsanalyse erstellt und die möglichen Lärmbrennpunkte beziehungsweise Hot-Spot-Bereiche ermittelt. Die konkreten Vorschläge zur kurz- und mittelfristigen Lärmminderung wurden erarbeitet und verwaltungsintern abgestimmt, erklärte Bürgermeister Fleig in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Wie Planer Martin Reichert erläuterte, gibt es nach europäischem Recht für Straßen mit mehr als 8200 Fahrzeugen pro Tag die Verpflichtung zur Aufstellung einer Lärmaktionsplanung. Ab täglich 3000 Fahrzeugen wird eine solche Planung empfohlen. Nach der Untersuchung durch das Büro Modus Consult wurden in der Freudentaler Ortsdurchfahrt – Pforzheimer Straße, Bietigheimer Straße, Besigheimer Straße und Heilbronner Straße – zwischen 4000 und mehr als 8000 Fahrzeuge täglich ermittelt.

„Es entwickelt sich auch viel Verkehr im Ort, zusätzlich zum Durchgangsverkehr“, so Reichert, der knapp 4000 Fahrzeuge in der innerörtlichen Verlängerung der Pforzheimer Straße und in der Schlossstraße berechnet hat. Nach seiner Beurteilung gibt es Lärmbelastung trotz Tempo 30. Der gesundheitskritische Bereich mit Lärmbelastung zwischen 60 und 65 Dezibel (A) und teilweise darüber bis zu 70 Dezibel (A) sei zwar nur in den ersten Bebauungsreihen errechnet worden. Mit zwölf Gebäuden, an denen der sogenannte „Auslösewert“ mit 65 dB (A) am Tag und 34 Gebäuden mit nachts über 55 dB (A) erreicht ist, gibt es die Notwendigkeit zum Handeln.

Tempo 30 in der Heilbronner Straße zwischen Ortseingangsschild und Schlossstraße, in der Besigheimer Straße zwischen Schlossstraße und Gebäude 35 sowie in der Bietigheimer Straße zwischen Gebäude 16 und „Am Königsträßle 5“ wird in den Lärmaktionsplan aufgenommen. Hinzu soll eine Fahrbahnsanierung in der Pforzheimer Straße zwischen Gebäude 32 und Bietigheimer Straße zur weiteren Lärmreduzierung umgesetzt werden. „Der Maßnahmenplan belegt, was die subjektiven Forderungen der letzten Verkehrsschauen waren“, so Fleig und Gemeinderat Helmut Schrenk ergänzte: „Die Erfahrungen zeigen, ohne Lärmaktionsplan erreichen wir für unsere Bürger nichts.“

Info Der Lärmaktionsplan wird ab 23. Mai für vier Woche in den Verwaltungsgebäuden und auf der Homepage veröffentlicht, damit auch die Träger öffentlicher Belange Gelegenheit haben, sich zu beteiligen. In der Einwohnerversammlung am Dienstag, 24. Mai, 18.30 Uhr, in der Schönenberghalle werden die Freudentaler über den Lärmaktionsplan informiert.

 
 
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