Freudental Ehrungen bei der Kreisjugendfeuerwehr

Von Oliver Gerst
Für ihr Engagement in der Nachwuchsarbeit wurden zehn Betreuer und Jugendwarte in der fast voll besetzten Halle geehrt. Foto: /Martin Kalb

Die positive Mitgliederentwicklung wurde bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjugendfeuerwehr in der Schönenberghalle gelobt. Ehrungen gab es für gute Nachwuchsarbeit.

Von insgesamt 219 Delegierten waren 192 gekommen. Sie vertraten die 39 Jugendfeuerwehren im Kreis Ludwigsburg auf ihrer jährlichen Versammlung am Freitagabend in der Schönenberghalle in Freudental, die so gut wie voll besetzt war. Zur Einstimmung spielte der Kreisspielmannszug, goutiert von Kreisjugendfeuerwehrwartin Katharina Sophie Grözinger: „Ich bin froh, dass wir noch Feuerwehrmusik im Landkreis haben“, diese werde regelmäßig auf Feuerwehrfesten oder in Pflegeheimen gespielt.

Jugendfeuerwehr kein Stress

Seit zwei Jahren im Amt, stellte Grözinger, die auch Bildungsreferentin der Landesakademie für Jugendbildung in Weil der Stadt ist, die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen vor. Seit Ende 2023 hätten sich diese von 1161 auf aktuell 1223 erhöht: 910 Jungen, 311 Mädchen, zwei Diverse. Allerdings seien es dennoch 44 Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren weniger geworden, konstatierte sie. Die Argumente der vor allem über 15-Jährigen seien Stress in Schule oder Beruf. Dabei solle gerade die ehrenamtliche Gemeinschaft in den Jugendfeuerwehren für eine Balance zu den Belastungen sorgen, so Grözinger. Die Feuerwehr dürfe kein Stressfaktor sein, betonte sie.

Für die Erhöhung der Mitgliederzahl stünden indes Kinder unter zehn Jahren, die sich inzwischen in zehn Gruppen organisieren und von 106 Ende 2023 auf 221 Ende 2024 gewachsen sind. Grözinger freute sich, „dass im Landkreis so engagierte, gute Jugendarbeit gemacht wird“.

Besonders stolz ist sie auf den im vergangenen Jahr eingeführten „Wertekoffer“ mit Utensilien, bei denen es vor allem um Toleranz, Respekt, Verantwortung und Kameradschaft gehe. Am 23. Oktober gebe es ein Onlineseminar, in dem sie den Nutzen des Koffers erläutere mit dem alle 39 Jugendfeuerwehren vor Ort bestückt seien. Und nicht nur das: Auch die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg sei auf das Projekt aufmerksam geworden, und inzwischen gebe es eine entsprechende „Wertebox“ in allen Jugendwehren im Land.

Die wichtigsten Aktivitäten

Zu den Aktivitäten in 2025 zählten ein Fahrsicherheitstraining für Mannschaftstransportwagen, eine Ski-/Snowboardausfahrt ins Pitztal, landesweite Seminare und ein Austauschtreffen in Walheim sowie ein Kinder- und Jugendgruppenleiterlehrgang in Sachsenheim an zwei Wochenenden.

Die Jugendsprecher berichteten unter anderem von einem Forum in Remseck (Wertearbeit und Kommunikation), vom Kreispokalturnier in Möglingen, einem Zeltlager in Immenreuth und der „Leistungsspangenabnahme“ in Stuttgart, wo vier Gruppen aus dem Landkreis erfolgreich waren. In 2026 locken ein Bundeswettbewerb im Juli und die landesweiten Wertungsspiele für Musikerinnen und Musiker.

„Die Jugendarbeit liegt uns sehr am Herzen“, sagte Freudentals Bürgermeister Alexander Fleig. Die Jugend sichere den Nachwuchs in der Feuerwehr, was in Freudental etwa 50 Prozent der Einsatzkräfte ausmache. Er sei stolz, dass alle 39 Gemeinden im Kreis eine Jugendfeuerwehr haben.

Beitrag zum Gemeinwesen

Auch Klaus Haug, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, unterstrich die Bedeutung der Jugendwehren, die „ein hohes Ansehen genießen und einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwesen leisten“.

Matthias Häussler als stellvertretender Kreisbrandmeister lobte die Arbeit der rund 400 Verantwortlichen in den Jugendabteilungen: „Was ihr organisiert, hat Hand und Fuß“. Die Motivation der Jugendlichen bis ins Alter von 17 Jahren aufrecht zu erhalten, sei eine große Leistung.

Für ihr Engagement in der Nachwuchsarbeit wurden zehn Betreuer und Jugendwarte von Grötzinger jeweils mit einigen persönlichen Worten geehrt: Marcel Münchow erhielt die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Gold, überreicht durch den stellvertretenden Kreisjugendwart Christopher Pacht. Eine silberne Nadel erhielten Daniel Alt (Freiberg), Noa Baier (Vaihingen Enz), Michael Goldmann (Remseck), Kai Philipp (Erligheim), Maximilian Schäfer (Benningen am Neckar), Nik Staudenrausch (Bönnigheim), Dennis Wägerle (Mundelsheim), Marc Weber (Bönnigheim) und Philipp Wurster (Murr).  

 
 
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