Freudental Leerstand wird für Renovierung genutzt

Von Jonathan Lung
In der Schwalbenstraße 4 befinden sich drei Wohnungen, von denen die Wohnung im Erdgeschoss seit März 2026 leer ist. Foto: /Martin Kalb

Bauausschuss des Freudentaler Gemeinderats inspizierte Unterkünfte.

In mehreren Einrichtungen zur Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften stehen Arbeiten an. Insgesamt hat Freudental in zehn Gebäuden entsprechende Unterbringungen, teils befinden sich diese im Besitz der Gemeinde, teils sind sie gemietet. Aktuell befinden sich 60 Personen in der Anschlussunterbringung, dazu noch 17 ukrainischer Herkunft, also insgesamt 77. Das bedeutet derzeit etwas Leerstand in den Gebäuden, so sind etwa in der Kirchstraße seit Ende vergangenen Jahres beide Wohnungen unbelegt. Dieses Jahr aber sollen der Gemeinde weitere sechs Geflüchtete zugeteilt werden – „das sollte aufgehen“, so Bürgermeister Alexander Fleig.

Neue Wasserleitungen

Nun wird einmal in der Weinstraße 28, im ehemaligen Gästehaus, die Sanierung von Wasserleitungen, die Erneuerung der Gemeinschaftsküche sowie die Behebung von Wasserschäden in Unterbringungszimmern vorgenommen. Dafür fallen Kosten von etwa 20.000 bis 25.000 Euro an. Die Maßnahmen laufen bereits und seien für die Sicherstellung der Unterbringung von zugewiesenen Personen notwendig.

In der Unterbringung in der Kirchstraße 1, im Bürgerhaus, befindet sich die eine der dortigen zwei Wohnungen in gutem Zustand und könnte direkt bezogen werden. Die andere Wohnung im OG ist allerdings renovierungsbedürftig, konkret die Küche und die Zimmertüren. Die Kosten liegen bei circa 10.000 bis 15.000 Euro, die Arbeiten sollen nach den Maßnahmen in der Weinstraße angegangen werden.

Im Gebäude in der Schwalbenstraße 4 befinden sich drei Wohnungen, von denen die Wohnung im Erdgeschoss seit März leer ist. Aus Sicht der Hausmeister und der Verwaltung sollten hier während des Leerstands Küche, Fenster und Heizkörper sowie -anschlüsse dringend erneuert werden. Die Kosten hier liegen auch bei etwa 20.000 Euro.

Die Weinstraße und die Kirchstraße haben dabei Vorrang, betonte der Bürgermeister, er würde die dritte Unterbringung aber eben wegen der Gelegenheit noch mitmachen. Diesem Vorhaben stimmte der Gemeinderat zu, ebenso wie für die fürs Gesamtprojekt nötigen überplanmäßigen Ausgaben von maximal 10.000 Euro.

Mangelnde Hygiene

Der Besuch des Bauausschusses am 4. März von den drei Unterbringungen hinterließ bei einigen Gemeinderäten aber auch Befremden: „Dass Dinge in den Gebäuden mutwillig zerstört werden, dafür habe ich kein Verständnis“, stellte Thomas Gellhaus (FM) klar: Er wandte sich mit der Bitte an die Verwaltung, das zu verfolgen und zu ahnden. Man habe bereits eine gut laufende Vollstreckung, so Kämmerer Grunow, auch Notpfändung seien möglich, sobald die Bewohner zu Geld kommen.

Gellhaus‘ Fraktionskollege Peter Wolß bemängelte die Reinigung: Könne man, wenn gar nicht gereinigt werde, eine Zwangsreinigung verlangen, die von den Bewohnern gezahlt werde? Bürgermeister Fleig notierte sich den Vorschlag.

„Wie es da im Sanitärbereich und auch in der Küche ausgesehen hat…“, schloss sich Frank Eberle (CDU) der Forderung nach verstärkter Sauberkeit an, „der Lappen kann bald laufen.“ Er sei „erschrocken, dass das schon so ausgesehen hat.“

Klar sei aber, wusste Thomas Gellhaus, von dem Betrag des Bürgergelds, das die Bewohner zum Teil erhielten, könne man nichts nicht wegnehmen und für eine professionelle Reinigung verwenden.

Es sei dagegen positiv, wollte Steffen Grob (BGF) noch hinzufügen, dass ja bei dem Leerstand offensichtlich auch Bewohner auf dem Wohnungsmarkt Wohnungen finden und die temporäre Unterbringung verlassen können, sodass dadurch Kapazitäten frei werden.

Andreas Büdenbender (BGF) fragte, was passiere, wenn die Objekte leer stünden. Dann erziele die Gemeinde auch keine Einnahmen damit, erklärte der Bürgermeister, die Mittel für die Unterbringung fließen nur bei Belegung: „Das Ziel muss es sein, die Wohnungen möglichst schnell wieder zu belegen.“ Jonathan Lung

 
 
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