Freudental/Löchgau Vorerst kein Ausbau der Glasfasernetze

Von Jürgen Kunz
In absehbarer Zeit wird es in Freudental und Löchgau keinen Ausbau des Glasfasernetzes geben. Foto: dpa/Sina Schuldt

„Unsere Grüne Glasfaser“ hat seine Aktivitäten in Freudental und Löchgau aufgekündigt.

Es war eine kurze E-Mail, die der Freudentaler Bürgermeister Alexander Fleig und sein Löchgauer Amtskollege Robert Feil am Dienstagmorgen vom bisherigen Partner „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) erhielten. Darin wurde den beiden mitgeteilt, das von Seiten der UGG das sogenannten „Memorandum of Understanding“ (MoU) für den geplanten Glasfaserausbau in Freudental und in Löchgau aufgekündigt wird. „Die Absage wurde kurz mit den wirtschaftlichen Gesichtspunkten erläutert, die keinen eigenwirtschaftlichen Ausbau mehr möglich machen“, sagte Bürgermeister Fleig auf Nachfrage der BZ.

UGG: Kein wirtschaftlicher Ausbau möglich

„Leider mussten wir den Verantwortlichen von Freudental und Löchgau mitteilen, dass wir unsere gemeinsame Absichtserklärung für den geplanten Glasfaserausbau in beiden Gemeinden aufkündigen“, bestätigte UGG-Pressesprecher Jens Lauser das vorläufige Ende des Glasfaserausbaus in den beiden Gemeinden. Die Planung für den eigenwirtschaftlich finanzierten Ausbau wie UGG ihn betreibt, also ohne eine Förderung von Bund, Länder und Kommunen oder Steuergelder, berücksichtige zahlreiche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, wie etwa Kapazitäten und Baukosten der Baupartner, steigende Materialkosten und die noch immer hohe Inflation, erläutert der Unternehmenssprecher. Bevor also Projekte gestartet werden, werde im Hintergrund ständig gerechnet und neu bewertet.

Die seit Abschluss der Vereinbarung stark veränderte Lage am deutschen Glasfasermarkt, mit erschwerten technischen Bedingungen und gestiegenen Material- und Energiekosten beim Ausbau, ließen für die Projekte in beiden Gemeinden keinen eigenwirtschaftlich finanzierten Glasfaserausbau mehr zu, merkte Lauser an und erklärte: „Wir bedauern sehr, Freudental und Löchgau nicht wie ursprünglich geplant ausbauen zu können und entschuldigen uns für den entstanden Aufwand.“ Auch UGG habe viel Zeit und Planung in die Projekte gesteckt.

Feil: Schlechte Kommunikation des Unternehmens

„Aufgrund der Berichterstattungen aus anderen Kommunen hatte ich die letzte Zeit kein gutes Gefühl, nachdem ich auch lange nichts von der UGG gehört habe“, sagte Freudentals Bürgermeister. Es sei natürlich schade und sehr ärgerlich für alle Beteiligten, da von allen Seiten schon viel Zeit und Aufwand investiert wurde – jedoch sei die Kommunikation der UGG „sehr schlecht und wir sind jetzt sehr lange im Ungewissen gewesen.“

Für das Projekt „Löchgau-Freudental“ gibt es nach Mitteilung von Fleig in den nächsten Tagen nochmals ein Gespräch mit der Glasfaser GmbH aus Kiel (GVG), die im Projekt involviert war. An dem Gespräch wird auch der Geschäftsführer des Zweckverbands Kreisbreitband Ludwigsburg, Viktor Kostic, dabei sein. Bürgermeister Fleig dazu: „Jedoch mache ich mir keine großen Hoffnungen auf einen zeitnahen Ausbau. Gemeinsam werden wir dann schauen, wie wir weiter vorgehen möchten und können, um einen Glasfaserausbau in unseren Kommunen doch voranzubringen.“

Eingereichte Gestattungserklärungen

 
 
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