Freudental Neubau ist ein Beitrag zu einer positiven Zukunft

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In Freudental fand die Schlüsselübergabe für den PKC-Anbau statt. Foto: Martin Kalb

Landrat Dietmar Allgaier übergibt den Schlüssel für den neuen Anbau an das Leitungsteam des Pädagogischen Centrums Ehemalige Synagoge.

Wer baut, glaubt an die Zukunft“, sagte Herbert Pötzsch, Vorsitzender des Pädagogisch Kulturellen Cetrums Ehemalige Synagoge (PKC), in Freudental bei der Übergabe des neuen Anbaus an die Leiter Isolde Siegers und Michael Volz am Mittwoch. Die symbolische Schlüsselübergabe übernahm Landrat Dieter Allgaier. Denn der Landkreis ist als Eigentümer des Gebäudeensembles auch Bauherr und hat die Kosten von 680 000 Euro übernommen. Das PKC besteht nun aus der Ehemaligen Synagoge, dem ehemaligen Schulhaus und dem Neubau.

Nicht nur an die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus soll das PKC erinnern, sondern auch an die „schöne Zeit des Zusammenlebens mit der jüdischen Bevölkerung in Freudental“, sagte Pötzsch angesichts einer aus dem ehemaligen alten jüdischen Schächthaus stammenden Wand, die nun in dem neuen Seminarraum hängt und  als Indiz belegt, dass die Freudentaler Juden auch nach dem Schächtverbot der Nationalsozialisten noch einige Jahre heimlich Kleinvieh geschächtet haben.

Für Pötzsch bietet der Anbau mehr Möglichkeiten für Seminare und Tagungen und ist ein „Beitrag zur Gestaltung einer positiven Zukunft“, der gerade in einer Zeit zunehmenden Antisemitismus sehr wichtig sei. „Dagegen machen wir im PKC einges und haben nun den notwendigen Platz dafür. Wir müssen mit Mut gegen Antisemitismus antreten“, so Pötzsch.

Auch der Landrat wies darauf hin, dass, obwohl wegen der Corona-Pandemie derzeit im PKC keine Veranstaltungen stattfinden, die Zahl der Buchungen davor konstant stiegen, was ein großes Interesse an der Arbeit der Gedenk- und Bildungsstätte beweise.

Allgaier betonte, dass die Erweiterung notwendig wurde, um flexibler zu sein und Gruppenarbeit möglich zu machen. Bisher war nur der Synagogenraum als Tagungsstätte vorgesehen. Für wichtig hielten Allgaier und Pötzsch auch die Nutzung des Seminarraums durch Freudentaler Bürger, wie auch der stellvertretende Bürgermeister Helmut Schrenk in Vertretung von Alexander Fleig betonte.

Wichtig, so sagte Michael Volz von der Geschäftsleitung, sei auch der neue Archivraum im Keller, der dazu beitragen werde, die Sammlung der Synagoge angemessen aufzubewahren, die bisher auf der Empore der Synagoge ungeschützt lagerte.

 
 
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