Ein kleines, aber feines Straßenfest lockte am Samstag und Sonntag bei idealem Wetter an die 2000 Besucher in die Freudentaler Ortsmitte. Bürgermeister Alexander Fleig freute sich, dass nach sechs Jahren das im zweijährigen Turnus stattfindende Fest diesmal wieder am altangestammten Platz veranstaltet werden konnte. 2021 fiel das Straßenfest coronabedingt aus, 2023 musste wegen der Rathaussanierung auf den Kirchplatz und in die Kirchstraße ausgewichen werden.
Freudental Straßenfest ist Publikumsmagnet
An die 2000 Besucher kamen am Wochenende in die Ortsmitte Freudentals und erlebten ein buntes Programm mit Musik, Folkloretanz, kulinarischen Leckerbissen, Kinderaktionen und Tombola.
Fassanstich und „Rattentanz“
Los ging‘s um 17 Uhr mit dem obligatorischen Fassanstich auf dem Platz vor dem Rathaus, für den die Messlatte in diesem Jahr hoch lag, hatte der Bürgermeister beim letzten Mal den Zapfhahn doch mit einem Schlag ins Fass getrieben. Aber auch am Samstag brauchte es nur eine gefühlvolle Nachjustierung bis der Gerstensaft fließen konnte. Vor und nach dem Fassanstich trat die Freudentaler Folkloretanzgruppe „Rattenstampfer“ mit vier Tänzen auf. Traditionell auch mit ihrem namensgebenden Tanz, der ursprünglich aus Frankreich kommt, dort „Branle du Rat“ heißt und früher durch das laute Stampfen Ratten vertreiben sollte. Live begleitet wurden die vier Tanzpaare in entsprechender Kostümierung durch einen Dudelsackspieler.
Bevor das Musikprogramm des Abends um 19 Uhr offiziell startete, probten die Musiker zuvor schon ausgiebig auf der Bühne, sodass die Besucher bereits in der Zwischenzeit gut unterhalten waren. Als Vorgruppe spielte die Nachwuchsband der Bietigheimer Musikschule eine Mischung aus Rock und Pop mit zwei vielversprechenden Sängerinnen. Den Hauptact bestritt die Partyband „Live and Kickin“ mit stimmgewaltiger Sängerin und Gitarrist Daniel Melchior aus Freudental – ein professioneller Auftritt, der die Besucher ebenfalls mit Rock- und Popklassikern begeisterte.
Die Gemeinde kommt laut Fleig für das komplette Unterhaltungsprogramm, die Organisation, Wasserverbrauch und die Abriegelung der Zugänge über Schloss- und Hauptstraße auf. In Summe komme ein Betrag im vierstelligen und damit überschaubaren Bereich zusammen. Die teilnehmenden Vereine müssten also lediglich die Kosten für den Strombedarf selbst übernehmen. „Wenn wir Standgebühren erheben würden, dann wären wahrscheinlich einige Vereine nicht mehr dabei“, vermutet der Bürgermeister.
Für Essen und Trinken sorgten an beiden Tagen die Feuerwehr, der Handharmonika-Club, der Volleyball Club und der Sportverein zusammen mit den Gartenfreunden.
Der Tennisclub hatte eine Tombola organisiert mit einer Gewinnchance von 50 Prozent. Zu gewinnen gab es unter anderem Gutscheine – mit dabei aus Freudental: Restaurant Gosch, Bäckerei Kutterer, Obst & Gemüse Schneider und Bauernhof Hofmann. Dazu kamen aus Bietigheim das Möbelhaus Hofmeister und die Buchhandlung Osiander sowie der Erlebnispark Tripsdrill. Außerdem waren zahlreiche Sachspenden von 13 Firmen rund um Freudental zu gewinnen.
Kinderprogramm am Sonntag
Am Sonntag gab es Aktionen für Kinder in der Hauptstraße: Es lockten „Hau den Lukas“ (VdK), eine Hüpfburg (Gemeinde), eine Wurfbude (Bürgergruppe Freudental) und eine Schminkstation für Kinder (Freudentaler Kindertagesstätten). Außerdem sorgten Clown und Zauberkünstler Tilo Schoppe sowie ein Kasperletheater im evangelischen Gemeindehaus für gute Unterhaltung. Gestartet wurde morgens mit einem ökumenischen Gottesdienst mit dem Ensinger Posaunenchor. Darauf folgte ein Frühshoppen musikalisch begleitet vom Handharmonikaclub. Später interpretierte Entertainer Eddy Danco überwiegend britische Populärmusik, aber auch deutschsprachige Titel.
Anlässlich des Straßenfestes gab es am Nachmittag auch zwei Termine für einen „Theaterspaziergang“ von der ehemaligen Synagoge zum jüdischen Friedhof. Eine Reise in die Vergangenheit des Freudentaler Juden Julius Marx, der seiner Geburtsstätte das Gedicht „Oh du mein kleiner Ort“ gewidmet hat.
