Freudental Zwei Defibrillatoren durch Spenden

Von Jonathan Lung
16 Kinder zwischen zehn bis 16 Jahren zählt die Jugendfeuerwehr, die in einer Schauübung ihr Können bewies. Foto: /Martin Kalb

Die Freudentaler Feuerwehr hatte zum Gaisgrabenfest eingeladen mit Partynacht und Schauübung der Jugend.

Zehnjähriges Bestehen feierten die Freudentaler Helfer vor Ort (HvO) im letzten Jahr – dieses Jahr, zum elfjährigen, konnte Bürgermeister Alexander Fleig ein besonderes Geschenk überreichen – oder besser gesagt zwei. Denn die Spendenaktion, die Anfang des Jahres gestartet wurde, war ein voller Erfolg: knapp 15 000 Euro kamen zusammen und konnten in zwei automatisierte externe Defibrillatoren (AED) investiert werden. Die Spenden kamen nicht nur aus Freudental, sondern auch aus dem Kirbachtal, freute sich der Bürgermeister, das zeige den großen Respekt, den die HvO genießen.

1254 Einsätze in elf Jahren

Die Helfer vor Ort sind in Freudental Teil der Freiwilligen Feuerwehr, Kommandant Alexander Weidhaus ist selbst einer von ihnen. Er blickte nun zurück auf 1254 Einsätze in den vergangenen elf Jahren: ansteigend von 35 in 2015 auf 122 in diesem Jahr allein bis zum heutigen Tag.

Nun verstaute er die AEDs, die der Bürgermeister ihm überreichte, in den Einsatzwagen: eins im Erstausrücker, eins im Mannschaftsbus. Erst gestern gab es zwei parallele Einsätze erzählt er – die doppelte Bestückung ist deshalb sehr sinnvoll. Und eins der Geräte war bereits letzte Woche im Einsatz, es wurde erfolgreich wiederbelebt – „da hatte das Gerät einen großen Anteil dran.“

Die beiden Geräte haben dabei unterschiedliche Funktionen: eins entspricht denen, die man aus öffentlichen Gebäuden Bahnhöfen kennt. Das andere, das doppelt so viel kostete, kann nicht nur defibrillieren, sondern auch den Puls überwachen – ein großer Vorteil, der bei der Reanimation Zeit rettet. Und man kann mit ihm auch den Sauerstoffgehalt im Blut messen, gerade bei der Feuerwehr, die mit möglichen Rauchvergiftungen konfrontiert ist, ein großes Plus. Man entschied sich auch deshalb für ein professionelleres Gerät, weil man ein sehr professionelles Team hat, bestehend aus vielen Ärzten und Sanitätern: „Mit diesem Gerät kann der Helfer selbst entscheiden, ob er defibrilliert oder nicht“, erklärte Weidhaus.

„Wir merken auch: seit wir das mit dem HvO-System machen, haben wir ein anderes Standing bei der Bevölkerung. Man sieht das daran, dass wir am Tag der Offenen Tür immer volle Sitzreihen haben“, stellt der Kommandant schließlich fest, er sieht da einen direkten Zusammenhang: „Das hat sich komplett gewandelt, wir werden ganz anders wahrgenommen – weil jeder einen kennt, wo wir schon waren.“ Die Spenden seien da eine gute Bestätigung, „das ist ja keine kleine Summe“.

Nach der langen Partynacht am Samstag war der Höhepunkt am Sonntag, nach der Übergabe der Geräte, die Schauübung der Jugendfeuerwehr: ein Löschangriff auf ein brennendes Holzhaus wurde durchgeführt – „die sind schon ganz aufgeregt“, wusste der Kommandant vor der Übung bereits.

16 Kinder zwischen zehn bis 16 Jahren zählt die Jugendfeuerwehr aktuell, „sehr froh“ sei man darüber, wolle natürlich gerne auch mehr, denn 70 Prozent der Einsatzabteilungen rekrutieren sich aktuell aus ihr: „Nur so kann gewährleistet werden, dass wir genug Einsatzkräfte haben.“ Nach dem Löschen rundeten noch Kinderfahrten den Tag ab, der Fuhrpark wurde präsentiert, inklusive der Drehleiter aus Sachsenheim, die auch ausgefahren wurde.  

 
 
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