Friedhof in Ingersheim baut Angebot aus Platz für 100 weitere Urnen

Von Jörg Palitzsch
Die Urnengräberfelder auf dem Ingersheimer Holderfriedhof sind inzwischen voll belegt.⇥ Foto: Jörg Palitzsch  

Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat die Arbeiten für einen weiteren Friedbaum vergeben.

Auf dem Holderfriedhof, zwischen Klein- und Großingersheim gelegen, wird es einen dritten sogenannten Friedbaum geben. Das kreisrund angelegte Gräberfeld bietet Platz für 103 Urnen mit je einem Durchmesser von 35 Zentimetern, die auch doppelt belegt werden können. Die Ruhezeit in der neuen Anlage beträgt 20 Jahre.

Die Erweiterung wurde nötig, da die beiden vorhandenen Urnenfelder inzwischen voll belegt sind. Die einstimmig vom Verwaltungsausschuss am Dienstag in Auftrag gegebene Variante entspricht optisch den beiden Anlagen, wird jedoch um einen Ring erweitert, hat dann einen Durchmesser von 14 Metern und die Grabfelder liegen enger beieinander. In der Mitte ist ein Tulpenbaum vorgesehen, die Abstände zwischen den Urnen betragen rund 85 Zentimeter und es gibt einen Verbindungsweg zu einem vorhandenen Urnenfeld. Die Kosten belaufen sich auf rund 60 000 Euro. Man habe damit eine gute Lösung gefunden, „wir sind damit für die nächste Zeit gut ausgestattet“, sagte Bürgermeisterin Simone Lehnert.

Vorberaten wurden im Ausschuss auch die Gebührenkalkulation „Friedhof“ für 2022 bis 2026 sowie die neue Friedhofssatzung, die Änderungen bezüglich der Gestaltung und Pflege der Gräber festschreibt. Beides soll am 23. November vom Gemeinderat beschlossen werden, der Ausschuss gab dazu eine einstimmige Empfehlung ab.

Gebühren werden erhöht

Im Zuge der 2020 ins Visier genommenen Haushaltskonsolidierung wird bei den Benutzungsgebühren grundsätzlich ein Kostendeckungsgrad von 100 Prozent, bei den Grabnutzungsgebühren 88 Prozent angestrebt. Im Mittel soll der Deckungsgrad bei der Variante B dann bei rund 90 Prozent liegen, mit der Variante A würden nur 80 Prozent erreicht. In den Jahren 2018 bis 2020 lag der Kostendeckungsgrad lediglich bei 59 Prozent. Um das Ziel von 90 Prozent zu erreichen, hat die Gemeinde die Dienste der Allevo Kommunalberatung GmbH aus Obersulm in Anspruch genommen. Ralph Härtel von Allevo präsentierte dem Gremium am Dienstag dazu eine umfangreiche Neukalkulation der Gebühren, unterteilt für den Holderfriedhof und den Friedhof Kleiningersheim, innerorts an der Austraße gelegen.

Für beide Friedhöfe sind eine Reihe von neuen Verwaltungsgebühren zur Genehmigung zur Aufstellung und Veränderung eines Grabmals in die Kalkulation aufgenommen worden. Berechnet werden soll künftig auch der Mehraufwand beim Ausheben für größere Särge und Urnen. Steigerungen sieht die Kalkulation bei den Grabnutzungsgebühren vor. So soll etwa auf dem Holderfriedhof ein Wahldoppelgrab künftig 6741 Euro kosten, bislang sind es 3334 Euro. Ähnliche Erhöhungen sind in Kleiningersheim vorgesehen. So sollen für die Überlassung eines Reihengrabes 3895 Euro verrechnet werden statt bisher 1938 Euro.

Da die Gebühren zuletzt 2014 angepasst wurden, sprach sich Jürgen Fleischmann (FWV) für die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante B aus, mit der ein Kostendeckungsgrad von 90 Prozent erreicht werden könne. „Sonst müssen wir uns in ein paar Jahren wieder mit den Gebühren beschäftigen.“

 
 
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