Frischemarkt Bachmann in Sachsenheim-Hohenhaslach Eine der ältesten Postfilialen im Kreis Ludwigsburg

Von Mathias Schmid
Jens Bachmann, Silke Müller, Carola Bachmann und Rolf Bachmann (von links) in der Postfiliale im Frischemarkt. Seit 25 Jahren können bei Bachmanns auch Briefe und Pakete abgegeben werden.⇥ Foto: Oliver Bürkle

Seit 25 Jahren können im Frischemarkt Bachmann in Ludwigsburg auch Briefe und Pakete abgegeben werden.

Sie steht eher unscheinbar in der Ecke, wenn man den Frischemarkt Bachmann in Sachsenheim-Hohenhaslach betritt. Dabei ist die dortige Postfiliale eine kleine Besonderheit. Denn sie war vor 25 Jahren eine der ersten ihrer Art im Landkreis Ludwigsburg – und wird bis heute von der Familie Bachmann betrieben. „Wir waren damals schon Post-Pioniere“, sagt der heutige Geschäftsführer Jens Bachmann.

Es war um 1990, als das Hohenhaslacher Postamt schloss – so wie vielerorts in Deutschland. „Danach gab es einige Jahre kein Postamt in Hohenhaslach“, erinnert sich Rolf Bachmann zurück. Dann sei die Post 1996 auf die Familie zugekommen – mit der neuen Idee, eine Postfiliale im Laden der Bachmanns zu eröffnen. „Damals waren wir noch ein kleines Tante-Emma-Lädle im Bromberger Pfad“, berichtet der heute 67-jährige Seniorchef.

Regale waren im Weg

Den hatte seine Mutter 1960 eröffnet. „Wir mussten extra ein paar Regale wegräumen, dass die Post-Ecke Platz hatte“, erinnert sich Jens Bachmann, der das Geschäft dieses Jahr im April von seinem Vater übernommen hat. Zu Beginn sei sogar noch eine Postbank-Filiale betrieben worden. „Damals haben viele die Rente noch aufs Sparbüchle bekommen.“ Irgendwann sei das aber abgeschafft worden.

Mit der Einrichtung von 500 Filialen in Einzelhandelsgeschäften beschritt die Deutsche Post im Jahre 1993 neue Wege. Das Konzept ging auf: Partner, Deutsche Post und die Kunden profitieren seither gleichermaßen von der Neuausrichtung im Filialbereich. Im Sommer 1995 startete die Deutsche Post AG den Regelbetrieb ihrer Partner-Filialen.

1998 zog der Laden ins neu gebaute Gebäude in der Horrheimerstraße 21 um – und wurde zum Frischemarkt. „Die Postfiliale haben wir mitgenommen.“ Und die hat dort mittlerweile ihren Platz zwischen Kasse und Bäcker gefunden. Heute bezeichnen die beiden die damalige Entscheidung als „Erfolgsmodell“. Denn: „Wir sind die erste Anlaufstelle im Kirbachtal, haben ein großes Einzugsgebiet“, sagt Jens Bachmann.

Ein Vorteil für die Kunden sind dabei die langen Öffnungszeiten, parallel zu denen des Frischemarkts. „Nur alleine die Post würde sich nicht lohnen. Es ist schon ein Service für unsere Kunden“, erklärt Rolf Bachmann. Und die Post ist auch nicht etwas, das einfach nebenher läuft. „Das ist schon anspruchsvoll. Man muss viel wissen“, sagt der 41-jährige Geschäftsführer. Sein Vater ergänzt: „Es gibt immer wieder Neuerungen und Schulungen.“ Das gesamte Personal ist auch für die Postfiliale zuständig.

Auch von Kundeseite haben sich die Aufgaben geändert. „Das Briefaufkommen hat sich deutlich reduziert. Dafür ist das Paketaufkommen enorm angestiegen“, sagt Jens Bachmann. Den Schub durch Corona mit eingerechnet, habe man täglich mittlerweile doppelt so viele Pakete wie zu Beginn. Deshalb werden diese auch mittlerweile zweimal am Tag abgeholt. „Es haben sich solche Berge gestapelt, dass es nicht mehr anders ging“, betont Rolf Bachmann.

Montag ist Retouren-Tag

Vor allem zu Wochenbeginn sei das Aufkommen enorm. „Montag ist der große Retouren-Tag“, sagt Jens Bachmann, „vermutlich probieren die Leute übers Wochenende alle ihre Klamotten an und schicken die, die nicht passen, dann zurück.“ Dem Senior-Chef macht indes vor allem die Online-Frankierung Sorgen: „Da passieren viele Fehler, das müssen wir dann ausbügeln. Das ist viel Arbeit, aber gehört eben auch dazu.“ Dass er die Postfiliale vor 25 Jahren eröffnet hat, habe er bisher nie bereut.

Neben Post und Einzelhandel kann man in der Edeka-Filiale in Hohenhaslach seit der Geschäftsaufgabe von Schreibwaren Müller auch Lotto spielen, berichten die Bachmanns. „Wir wollten das schon länger, haben uns, als der Müller aufgehört hat, gleich darauf beworben“, sagt Jens Bachmann. In der Gesamtkombination meint er daher: „Wir sind schon auch ein sozialer Treffpunkt im Ort.“

 
 
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