FSV 08 Bietigheim-Bissingen Bei Nullacht und Stumm platzt endlich der Knoten

Von Niklas Braiger
Alexander Götz (links) lässt wie vor dem 2:0 auch hier einen Singener Gegenspieler einfach stehen. Foto: Ralf Poller/Avanti

Das 3:0 des FSV ist der erste Sieg der Saison in der Oberliga. Gegen Singen trifft auch Max Stumm erstmals.

Wie viel Last von den Schultern des FSV 08 Bietigheim-Bissingen beim 3:0-Heimsieg gegen den Türkischen SV Singen abfällt, wird beim zwischenzeitlichen 2:0 durch Aushilfskapitän Alexander Götz deutlich. Nachdem eine Flanke von Vincent Fitze an Freund und Feind im Singener Strafraum vorbeirutscht, steht Götz am zweiten Pfosten blank, lässt einen Gegner aussteigen und nagelt den Ball mit rechts unter die Latte. Die gesamte Bank stürmt zum Routinier, der ausgelassen zum Knierutscher ansetzt. Auch Coach Haris Krak jubelt mit seinen Assistenten an der Bank (75.).

Tor mit dem schwachen Rechten

„Den habe ich sauber mit rechts getroffen. Es ist zwar mein schwacher Fuß, aber der muss dann auch sitzen. Das war Erleichterung pur nach dem 2:0, da war mir klar, dass wir das Spiel gewinnen“, sagt der umtriebige Götz nach der Partie. Auch Krak ist erleichtert: „Es tut unheimlich gut.“

Doch ergänzt er auch: „Langweilig wird es hier nicht.“ Denn seine Männer dominieren zwar die meiste Zeit das Spiel, lassen aber phasenweise die Gäste auch wieder ins Spiel kommen. So haben die Singener nach rund 20 Minuten auch die erste Chance des Spiels, Volkan Baks Schlenzer auf der zweiten Reihe zischt aber knapp am Kasten den Nullachter vorbei. Das bleibt in Durchgang eins jedoch einer der wenigen gefährlichen Vorstöße des SV, ansonsten ist der FSV hellwach, steht defensiv sattelfest und kommt nach rund einer halben Stunde auch zum verdienten 1:0. Götz erarbeitet sich in starkem Gegenpressing den Ball in der gegnerischen Hälfte und zieht an. Im Strafraum legt er quer, am zweiten Pfosten grätscht Emre Yalcin den Ball ins Tor, Josip Barjasic im Kasten der Gäste kann die Kugel erst hinter der Linie festhalten.

Yalcin lässt liegen, SV erstarkt

Mit dem Vorsprung geht Bissingen in die Kabine und auch nach dem Seitenwechsel dominieren sie zu Beginn, Yalcin hat nach einem herrlichen Steckpass von Justin Keklik das zweite Tor auf dem Fuß, als er allein auf Barjasic zugeht. Der Schlussmann des SV kommt allerdings raus und verhindert per Fußabwehr, dass der Torschütze ihn umkurvt. Mit dieser Parade bekommt Singen Aufwind, die Hausherren werden zu passiv und lassen sich hinten reindrängen. „Es war eine Phase, wo wir zu verhalten und zu tief waren. Da hat man gemerkt, dass der Kopf überlegt“, analysiert Krak.

So fällt das 2:0 ziemlich aus dem Nichts, angedeutet hat sich das keineswegs. Und nur 60 Sekunden nach dem zweiten Tor, macht Nullacht direkt den Deckel drauf. Wieder ist es ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung bei Singen, wieder legt Justin Keklik mustergültig steil. Dieses Mal geht allerdings Neuzugang Max Stumm auf das Tor zu, hat links und rechts Optionen zum Abspielen, bleibt aber im Stile eines Knipsers eiskalt und schiebt zum 3:0 ein (76.). „Max braucht einfach einen Knotenlöser. Er schießt viel und stark, aber ihm ist es selbst der Beweis, dass man nicht viel braucht, als den Ball am Torhüter vorbeizuschieben. Das hat er gebraucht und verdient“, lobt der Coach den Stürmer.

Daheim weiter ungeschlagen

Stumm hat sogar kurz vor Schluss noch die Chance, den Doppelpack zu schnüren. Eine flache Hereingabe wird jedoch noch leicht abgefälscht, so verstolpert er den Ball am Pfosten vorbei, anstatt in die Maschen. Doch auch ohne diesen Treffer belohnt sich der FSV endlich für die Arbeit mit dem ersten Saisonsieg. Weiterhin bleibt die Krak-Elf damit zuhause ungeschlagen (ein Sieg, drei Unentschieden) und hält damit auch die direkte Konkurrenz auf Abstand. Denn Nullacht hat nun mit sieben Punkten den Anschluss an das Mittelfeld, Singen bleibt mit nur vier Zählern und einer grausigen Tordifferenz von 8:27 weiterhin Schlusslicht.

 
 
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