FSV 08 Bietigheim-Bissingen Bruchwald-Elf mit einem Bein abgestiegen

Von Niklas Braiger
Torwart Sven Burkhardt ist nach dem Abpfiff in Schwäbisch Gmünd sichtlich angefressen. Der Schlussmann der Nullachter muss drei Mal hinter sich greifen. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Der FSV 08 Bietigheim-Bissingen steht nach der 2:3-Pleite bei Normannia Gmünd vor dem Abgrund. Nach einer lahmen ersten Halbzeit kommt das Spiel nach der Pause richtig in Fahrt.

Als Simon Wörner seine Spieler zur obligatorischen Ansage nach dem Spiel zu sich zitiert, fehlt einer: Torhüter Sven Burkhardt ist nach dem Abpfiff der Oberligapartie seines dem 1. FC Normannia Gmünd und dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen sichtlich verärgert in die Kabine gestürmt. Dabei wechselt er noch einige Worte mit den Co-Trainern der Bruchwald-Elf und regt sich über das Spielsystem – insbesondere die langen Bälle – auf. Am Ende reicht es für die akut abstiegsbedrohten Nullachter nicht für Punkte, das Team von Simon Wörner verliert mit 2:3 (0:0). „Der Mann ist schon so lang dabei und spielt hier auch mit Schmerzen wieder, und dann ist es einfach Enttäuschung pur. Das darf man nicht überbewerten. Ich wäre am liebsten auch direkt in die Kabine“, sagt Wörner über die Reaktion seines Schlussmanns.

Nach dieser Niederlage sieht es für den FSV immer dunkler aus. Dank der Ergebnisse der Konkurrenz (nur Holzhausen und Denzlingen punkten im direkten Duell) ist die Lage zwar noch nicht gänzlich aussichtslos, doch müssten in den letzten beiden Saisonspielen zwei Siege her. „Wir müssen gucken, was sich für eine Ausgangssituation ergibt für die letzten Spiele. Aber jetzt gerade ist sehr viel Enttäuschung und Leere zu spüren“, berichtet der Trainer, dessen Liste an Ausfällen inzwischen länger ist, als die Auswechselbank: Alexander Götz pausiert wegen Leistenproblemen, und Daniel Dominkovic ist aus privaten Gründen verhindert. Inzwischen sind es sieben Spieler, die nicht zur Verfügung stehen.

Zwei gänzlich andere Hälften

Nach einer schläfrigen ersten Halbzeit, die wenig Erwähnenswertes zu bieten hat und eher ein uninspirierter Sommerkick ist, drehen beide Seiten nach dem Seitenwechsel auf. „Wir kommen raus aus der Pause und fressen nach 30 Sekunden das Gegentor“, bemängelt Wörner. Henrick Selitaj überspielt viel zu einfach Andre Sirianni auf der rechten Gmünder Seite, bringt den Ball ins Zentrum, wo ihn Tim Grupp am Leben hält und im Rückraum Marvin Gnaase bedient. Der Stürmer steht komplett ungedeckt und darf zum 1:0 einschieben.

„Wir haben uns gegen diese Dynamik eigentlich super gewehrt, eine gute Antwort gezeigt, drehen das Ding zum 2:1. Dann darfst du es dir nicht mehr nehmen lassen, wenn so viel auf dem Spiel steht“, erklärt der Coach. Binnen vier Minuten geht der FSV in Führung, beide Male ist Kapitän Pero Mamic der Torschütze. Exakt zwei Minuten nach dem Gegentreffer bekommt Valentyn Podolsky von Mamic die Kugel auf dem Flügel, der mit viel Platz und Tempo die Linie entlang geht. Die Hereingabe verwertet der Kroate im zweiten Versuch (48.). Wiederum zwei Zeigerumdrehungen später segelt eine Ecke von Podolsky an den zweiten Pfosten, die Gmünds Keeper Yannick Ellermann unterläuft. Steven Keklik legt den Ball ins Zentrum, Mamic steht goldrichtig und verwertet (50.).

Später Schlag für die Nullachter

Anschließend ebbt das Tempo wieder etwas ab, bis Selitaj im Mittelfeld nahe am Foul gegen Jona Lorch agiert und dann Alexander Aschauer in Szene setzt. Der Normannia-Torjäger vernascht Sirianni und setzt den Ball in Knipser-Manier zum Ausgleich in die Maschen (57.). „Ich hatte freie Sicht. Die Entscheidung bei Balleroberung von Jona Lorch ist für mich ein ganz klares Foul. Der Gmünder stellt ihm das Bein, Jona fliegt um, daraus resultiert der Ausgleich“, sagt Coach Wörner im Nachgang, will die Niederlage aber nicht an den Schiedsrichtern festmachen.

Nachdem die Partie wieder in den Schlaftablettenmodus aus dem ersten Durchgang fällt, kommt es in der 87. Minute wie es kommen musste. Bei einem langen Ball tritt Steven Keklik ein Luftloch, wodurch Niklas Kalafatis aufs Tor zuläuft, aber noch von Niklas Böhm gestört wird. Doch der Außenverteidiger der Nullachter legt mit seinem Klärungsversuch unfreiwillig für Aschauer auf, der den Ball an Burkhardt vorbeistochert.

 
 
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