FSV 08 Bietigheim-Bissingen Co-Trainer mit Ambitionen

Von Walter Christ
Imran Halilovic macht neben seinem Studium und der Tätigkeit als Co-Trainer von Oberligist FSV 08 Bietigheim-Bissingen derzeit in Sarajevo seine A-Lizenz als Trainer. Foto: Ralf Poller/Avanti

Imran Halilovic strebt in Sarajevo aktuell die Trainer-A-Lizenz an. Daher pendelt er zwischen der bosnischen Hauptstadt und Bissingen.

So groß gewachsen er ist, so groß sind auch seine Ambitionen und Visionen. Imran Halilovic, Co-Trainer von Fußball-Oberligist FSV 08 Bietigheim-Bissingen, düst deshalb derzeit zwischen dem bosnischen Sarajevo und dem Bissinger Bruchwald hin und her. Sein Ziel: Die bis zur Regionalliga geltende Trainer-A-Lizenz.

Der 24-Jährige studiert Immobilientechnik und Immobilienwirtschaft an der Universität Stuttgart und wohnt in Pleidelsheim. Seit mittlerweile sieben Jahren gehört er dem FSV 08 an. So zunächst als U13-, U14-, U15-, U16-, U19- sowie U23-Trainer. Zusätzlich ist er seit nun zwei Jahren sportlicher Leiter von der U14 aufwärts und diese Saison Co-Trainer der ersten Mannschaft unter Haris Krak.

Laufbahn als Spieler endet bereits mit 18 Jahren

Begonnen hatte er als Spieler in Pleidelsheim, danach kurz in Freiberg und dann bei 08. Nach knapp drei erfolgreichen Jahren ging es für ihn zurück nach Pleidelsheim. Als jüngerer A-Jugendjahrgang erfolgte dann wieder der Rückwechsel zu den Nullachtern als U19-Spieler und U13-Trainer. Nach dieser äußerst erfolgreichen Saison mit Pokalsieg, Meisterschaft und Aufstieg in die Verbandsstaffel beendete er seine Spielerlaufbahn mit 18 Jahren wegen eines Knorpelschadens am Knie und fokussierte sich auf das Trainerdasein.

Aktuell befand er sich bei unserem Interview in Sarajevo. In einem tollen Hotel mit Vollverpflegung und sehr guten Bedingungen. Für den ersten Lehrgang sei erst einmal viel Theorie angesetzt: Trainerkompetenzen im Allgemeinen, Analysen, Trainingsgestaltung, Teamführung und anderes mehr. In den Nachmittagseinheiten werde es in Kleingruppen Videoanalysen mit anschließendem Training eines selbst ausgesuchten Schwerpunkts geben, so Halilovic. „Das ist der erste von fünf Slots, in denen ich in Bosnien bin. Abschließen wird die A-Lizenz mit dem Prüfungslehrgang Ende Juni.“

Warum er das alles in Bosnien-Herzegowina macht? „Die Vorgaben des DFB und das damit eingeführte Punktesystem macht es jungen Trainern wie mir quasi unmöglich, die nächsten Schritte in ihrer Laufbahn zu machen. Hierzu benötigt man, einfach gesagt, ,höherklassige Erfahrung‘, insbesondere als Spieler oder in Form eines Sportstudiums. Da bei mir weder das eine noch das andere zutrifft, habe ich mich aufgrund meiner Herkunft und Muttersprache mit dem Gedanken, es mal in Bosnien-Herzegowina mit einer Bewerbung zu versuchen, auseinandergesetzt, und glücklicherweise gab es Anfang August die Zusage“, freut sich der Lizenz-Aspirant. Auch deswegen, weil die UEFA-Normen auch in Bosnien gelten und die Wertigkeit der Lizenz europaweit dieselbe ist, die Lizenz ein Drittel von der in Deutschland kostet und er als Student den Freiraum habe, immer wieder nach Bosnien zu fliegen. „Da war für mich die Entscheidung schnell klar“, sagt der sympathische junge Mann.

Volle Unterstützung durch den Verein

Wie ist das mit dem Pendeln genau: Was bedeutet das für sein Engagement bei Nullacht? Sowohl Jugendvorstand Kevin Paulick als auch Mario Di Biccari als sportlicher Leiter des Oberliga-Teams wurden in den Gesprächen zur Saison 2025/26 frühzeitig informiert und wussten über das Szenario Bescheid. Sie haben ihn, wie er sehr dankbar versichert, hierbei voll unterstützt. Natürlich fehle er nur ungern, doch als Co-Trainer ohne Hauptverantwortung sei das, denkt er, vertretbar. Als sportlicher Leiter sei er weiterhin erreichbar und könne den Großteil der Aufgaben dennoch lösen.

Warum er den A-Schein überhaupt anstrebt, begründet der Nullachter damit, dass man mit der UEFA-A-Lizenz alle Ligen im Jugendfußball und als Cheftrainer bis zur Regionalliga trainieren darf. Sein Credo lautet: „Grundsätzlich geht es mir darum, mich weiterzuentwickeln, mich ständig zu verbessern und möglichst viel Input zu sammeln. Wohin das Ganze dann führt, wird die Zeit zeigen.“

 
 
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