Nach 14 sieglosen Oberliga-Partien in Folge konnte der FSV 08 Bietigheim-Bissingen am vergangenen Samstag endlich wieder einen Dreier bejubeln. Trotz des 4:1-Sieges gegen den SV Oberachern beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz für den Tabellenvorletzten bei vier ausstehenden Spielen immer noch stolze acht Punkte. Daher lautet die Devise bei den Nullachtern, weiter von Spiel zu Spiel zu denken und sich über kleine Erfolge zu freuen. So zum Beispiel das gelungene Oberliga-Debüt von Torwart Lukas Röser, der für den verletzten Stammkeeper Sven Burkhardt zwischen den Pfosten stand.
FSV 08 Bietigheim-Bissingen Debütant startet vielversprechend
Beim ersten Bissinger Oberliga-Sieg seit November 2025 zeigte Keeper Lukas Röser ein starkes Debüt. Der 19-Jährige will langfristig die Nummer eins am Bruchwald werden.
Sonderlob vom Trainer
Denn der 19-Jährige wusste bei seiner Premiere in der ersten Mannschaft gleich voll zu überzeugen. Dafür gab es von 08-Trainer Daniel Zmpitas nach dem Spiel gegen Oberachern auch ein Sonderlob. „Lukas Röser war sehr sicher und hat uns mit seinen Abschlägen viel gegeben“, betonte Zmpitas. „Es freut mich, dass ein Eigengewächs direkt so eine Leistung zeigt.“
Dabei hätte es auch ganz anders laufen können. Denn nach drei Minuten kassierte Röser – völlig schuldlos – direkt das erste Gegentor. „Es ist für einen Torwart immer schwierig, wenn du den Ball noch gar nicht in den Händen hattest und dann gleich hinter dich greifen musst“, schildert der 1,90 Meter große Schlussmann, der bislang in der U23-Mannschaft der Nullachter zum Einsatz kam. „Aber ich habe mich dann berappelt und durch ein, zwei gute Szenen auszeichnen können.“
Und das auch im Spiel nach vorne: Denn mit einem weiten Abschlag leitete der Debütant den 1:1-Ausgleich durch Max Stumm ein und verbuchte so direkt im ersten Oberliga-Einsatz einen Assist. Neben dem Spiel mit dem Fuß seien lange Bälle eine seiner Stärken, erklärt der gebürtige Bietigheimer. Doch er gibt das Lob ganz bescheiden weiter: „Man braucht aber auch Spieler um sich, die solche Bälle dann festmachen und verwerten können.“
Die Torwarthandschuhe wurden Röser sozusagen in die Wiege gelegt. Denn der Vater des jungen Gemmrigheimers ist Frank Röser, der einst für den SGV Freiberg zwischen den Pfosten stand und später als Torwarttrainer unter anderem auch bei den Nullachtern tätig war.
Am Bruchwald plant man mit beiden jungen Torhütern für die kommende Saison. Neben Lukas Röser und Leif Lochbrunner soll aber auch noch ein weiterer, erfahrener Keeper zum Team stoßen. Über das in ihn gesetzte Vertrauen freut sich Röser und gibt selbstbewusst sein Ziel aus: „Langfristig will ich Stammkeeper bei Nullacht werden.“
Kein Blick auf die Tabelle
Am Bruchwald beschäftige man sich trotz des Sieges gegen Oberachern nicht mit einer möglichen Aufholjagd und schaue auch nicht auf die Tabelle, erzählt Röser: „Wir haben vorher zu viele Punkte liegengelassen und wollen uns in den verbleibenden Spielen einfach nur gut präsentieren.“
Beim Auswärtsspiel bei der TSG Backnang könnten die Bissinger am Freitag (18.30 Uhr) direkt nachlegen. Als Tabellenelfter ist die TSG mit 36 Punkten noch mittendrin im Abstiegskampf. Zwischen Reutlingen auf Rang neun (38 Zähler) und Göppingen auf Platz 14 (32) liegen nur sechs Punkte. Doch auch Backnang geht mit Rückenwind ins Derby. Nach zuvor drei Niederlagen in Folge gelang dem Team von Trainer Mario Marinic in der vergangenen Woche ein wichtiger 3:1-Auswärtserfolg beim FC Nöttingen. Angesichts der Rivalität beider Teams wäre es brisant, wenn Nullacht die TSG mit in die Verbandsliga runterziehen würde.
Verstärkt für die neue Saison haben sich die Bissinger derweil mit Henry Strahl. Der 23-jährige Linksfuß wechselt vom SV Fellbach an den Bruchwald und soll in der Defensive und auf der Außenbahn ein Gewinn durch seine Variabilität werden.
